Kunden em pfehlungen
Rezensionen von SalMar:
Meisterhaft erzählt
Die letzte Erzählerin von Donna Barba Higuera
Als Petra Peña mit ihrer Familie in das Raumschiff steigt, um der Zerstörung der Erde zu entgehen, lässt sie nicht nur ihre Großmutter, sondern auch ihre Heimat zurück – doch es gibt große Pläne, wie das Leben weitergehen soll. Als Petra nach mehreren hundert Jahren wie geplant aufwacht, ist jedoch nichts wie es vorgesehen war…
Das Buch besticht ja bereits durch sein wunderschönes Äußeres, aber das ist noch gar nichts im Vergleich zu seinem Inhalt.
Die Autorin hat hier eine ganz besondere Geschichte geschrieben, die sehr bewegend und geradezu poetisch erzählt wird. Obwohl es sich um eine Dystopie bzw. Science Fiction handelt, ist man unglaublich nah dran an der Protagonistin, so dass man völlig in die Geschichte hineingezogen wird.
Wer Lust auf eine völlig andere Geschichte hat, die abseits der Erde spielt und es vermag, über alle Altersgruppen hinweg zu begeistern, der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Mich wird Petra Peña definitiv gedanklich noch eine ganze Weile begleiten.
Einfach zu lesende, einfühlsame Geschichte über Freundschaft
Julian und Anisa und das Wunder vom Wacholderpark von Benjamin Lebert
Julian ist nicht der typisch fußballspielende Junge und hat außerdem noch Epilepsie und wird deswegen immer wieder von anderen gehänselt. Anisa scheint das genau Gegenteil von ihm zu sein, und Julian bewundert sie schon lange aus der Ferne. Als sie sich eines Tages unverhofft auf seine Seite stellt, bekommt er endlich Gelegenheit, sie besser kennenzulernen.
Die Geschichte um Julian und Anisa ist definitiv eher eine leise Geschichte, auch wenn es immer mal spannende Momente gibt. Ich fand es toll geschrieben, wie zwischen den beiden so unterschiedlichen Kindern langsam eine Freundschaft entsteht, und dass es auf beiden Seiten auch widersprüchliche Gedanken gab und nicht direkt alles geradlinig lief.
Der Schreibstil ist einfach gehalten, so dass auch unerfahrene Leser keine Probleme haben dürften, passt aber auch einfach sehr gut zur Geschichte, und es gibt immer wieder tolle, fast poetische Sätze, die die Gefühle oder Vorstellungen von Julian und Anisa beschreiben.
Alles in allem ein sehr ansprechendes Buch über Freundschaft, das auch sehr einfühlsam auf Dinge wie Anderssein, Krankheit und den Mut, Neues zu wagen, eingeht.
Lieblingsbuchpotenzial
Die kleine Rittereule von Christopher Denise
Die kleine Eule bewundert Ritter ganz besonders und träumt davon, selbst einmal einer zu werden. Als sie dann tatsächlich die Gelegenheit dazu bekommt, steht sie nach ihrer Ausbildung direkt vor einer großen, geflügelten Herausforderung: Hungrigen Drachen...
Unser Sohn hat die kleine Rittereule sehr schnell in sein Herz geschlossen: Ein kleines Wesen kommt groß raus, Spannung, vielleicht sogar ein bisschen Gänsehaut und am Ende spielt sogar noch eines seiner Lieblingsgerichte, nämlich Pizza, mit! Aber auch uns Erwachsene hat das Buch mit den wunderschönen Bildern und dem tollen Plottwist sehr begeistert – das liest man gerne auch zwei- oder dreimal hintereinander.
Wer ein grafisch und inhaltlich wunderbares Bilderbuch mit Spannung, Humor und positiver Message für Kinder ab ca. 3 Jahren sucht, der kann hier unbesorgt zugreifen – bei uns ist es direkt zum Lieblingsbuch geworden.
Originelle Urban Fantasy und noch besser als gedacht
Silver & Poison, Band 1 - Das Elixier der Lügen von Anne Lück
Avery hat eine besondere Gabe, dank der sie andere Menschen über Getränke beeinflussen kann. Allerdings tut sie das sehr ungern und hauptsächlich deswegen, weil sie gewisse Schulden abarbeiten muss. Als merkwürdige Veränderungen vor sich gehen, die eindeutig mit Magie zu tun haben, versucht sie dem auf den Grund zu gehen.
Dabei muss sie ausgerechnet mit Hayes, einem Cop und früheren Bekannten, zusammenarbeiten.
Bei diesem Buch hat mich insbesondere der Klappentext angesprochen, und meine Erwartungen wurden auf jeden Fall mehr als erfüllt. Die Geschichte empfand ich als wunderbar originell, was die magischen Aspekte angeht, und die weiteren Geschehnisse waren nie vorhersehbar. Auch die Dynamik zwischen Avery und Hayes hat mir richtig gut gefallen und es war sehr spannend, nach und nach herauszufinden, was in der Vergangenheit passiert ist.
Wer Lust auf toll geschriebene, spannende Urban Fantasy hat, der ist hier auf jeden Fall goldrichtig. Mich hat das Buch richtig begeistert und bestens unterhalten – und den Anfang September erscheinenden Folgeband werde ich mir definitiv holen!
Da ist ein Nashorn in meinem Zimmer
Ludwig und das Nashorn von Noemi Schneider
Ludwig behauptet beim Zubettgehen steif und fest, er hätte ein Nashorn in seinem Zimmer. Sein Vater hingegen ist voll und ganz überzeugt, dass das gar nicht sein kann. Das philosophische und für den Leser gleichzeitig humorvolle Gespräch der beiden dreht sich darum, ob man beweisen kann, dass etwas nicht da ist.
Uns hat das Bilderbuch, das von Ludwig, seinem Vater und einem Nashorn im Zimmer handelt, richtig gut gefallen. Zum einen lag das an den tollen farbigen Bildern, auf denen es immer ein verstecktes Nashorn zu entdecken gilt – was meinen Sohn immer wieder zum Lachen bringt. Zum anderen erklärt es aber auch sehr kindgerecht, dass etwas da sein kann, auch wenn man es nicht sieht. Der besondere Clou dabei ist, dass der kleine Ludwig das seinem Vater erklärt, und nicht anders herum.
Alles in allem ein grafisch und inhaltlich ansprechendes Bilderbuch, zu dem wir abends gerne wieder greifen werden.
Besondere Geschichte, die bezaubert und sensibilisiert
Willodeen - Das Mädchen und der Wald der verschwundenen Tiere von Katherine Applegate
Willodeen, die nach dem Tod ihrer Eltern bei ihren Nachbarinnen aufwächst, war schon immer von Tieren aller Art fasziniert. Als sich die Natur um ihr Dorf herum sich mehr und mehr verändert, ist sie scheinbar die Einzige, die sich Gedanken um die möglichen Zusammenhänge macht.
„Willodeen“ ist bereits mein zweites Buch von Katherine Applegate und wie auch schon bei „Der einzig wahre Ivan“ gelingt es der Autorin mit viel Feingefühl, eine Geschichte zu schreiben, die mit wunderbaren Figuren bezaubert und gleichzeitig für den Umgang mit Tieren und der Natur im Allgemeinen sensibilisiert.
Sprachlich ist das Buch recht einfach gehalten, aber es gibt unzählige Sätze, die geradezu poetisch sind und im Gedächtnis bleiben. Besonders toll finde ich die Wesen, die sich die Autorin ausgedacht hat, und wie Willodeen dem Geheimnis des Zusammenspiels zwischen ihnen auf die Spur kommt. Es gibt auch einige Zeichnungen im Buch, die wirklich toll sind und das Leseerlebnis noch bereichern.
Mich konnte dieses Buch also rundum begeistern, und ich freu mich jetzt schon darauf, diese besondere Geschichte noch einmal gemeinsam mit meinen Kindern zu lesen.
Außergewöhnlicher und toll gemachter Band
Keeper of the Lost Cities - Entschlüsselt (Band 8,5) (Keeper of the Lost Cities) von Shannon Messenger
In dieser außergewöhnlichen Fortsetzung der Reihe wird nicht nur die Geschichte um Sophie und ihre Freunde weitererzählt. Vielmehr besteht ein Großteil des Bandes aus Zusatzmaterial rund um die ersten acht Bände – eine Art Übersicht und Zusammenfassung, aber thematisch in viele kunterbunte Kategorien unterteilt.
Ich war zugegebenermaßen ein klein wenig skeptisch, ob mir dieses Zusatzmaterial wirklich zusagen würde und ob ich das tatsächlich alles lesen würde, wo ich doch eigentlich nicht das Gefühl hatte, eine Zusammenfassung zu benötigen. Aber ich war sehr positiv überrascht, wie viel Spaß es gemacht hat, nicht nur in den einzelnen Kapiteln zu stöbern, sondern auch über alles noch einmal in so einer Form zu lesen. Man merkt auf jeden Fall, wie viel Mühe hier reingesteckt wurde – es ist definitiv nicht nur eine aufgewärmte Zusammenfassung.
Aber auch die eigentliche Fortsetzung konnte mich sehr begeistern, vor allem weil wir nun aus Sophies und Keefes Sicht erfahren, wie es weitergeht. Und überhaupt fand ich es schön, dass Keefe in diesem Band so viel Platz einnimmt – er ist wirklich ein besonderer Kerl.
Alles in allem also wieder ein rundum gelungener Teil der Reihe, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Jetzt muss nur schnell der August kommen, damit wir erfahren, wie es weitergeht!
Langsamer Anfang mit deutlicher Steigerung zum Ende
Stealing Infinity von Alyson Noël
Natashas Leben steckt gerade in einer Abwärtsspirale, als sie unverhofft ein außergewöhnliches Angebot erreicht, das das Potenzial hat, all ihre Sorgen in Luft aufzulösen: Sie kann an die mysteriöse Wolf Academy wechseln, muss aber dafür ihr altes Leben aufgeben. Als sie dort ankommt, scheinen die Geheimnisse und Intrigen jedoch erst anzufangen.
Das Thema Zeitreisen ist auf jeden Fall eines, das nie langweilig wird, deswegen war ich sehr gespannt, wie die Autorin das in ihrem Buch umsetzt. Sie hat auf jeden Fall eine sehr interessante Welt geschaffen, die für die Allgemeinheit verborgen bleibt und Fragen noch und nöcher aufwirft. Natasha war mir als Protagonistin nicht immer hundertprozentig sympathisch - gerade was ihre Familie angeht, fand ich es schwer, ihre Gedanken bzw. ihr Verhalten nachzuvollziehen. Aber als Ausgleich gibt es einige interessante und schwer einzuschätzende Nebenfiguren, vor allem gegen Ende.
Die Spannungskurve steigt am Anfang nur langsam und ich habe mir etwas schwergetan, in die Geschichte reinzufinden. Im letzten Drittel konnte mich das Buch aber noch richtig packen und begeistern, so dass ich nun definitiv im nächsten Band herausfinden möchte, wie es weitergeht.
Interessanter Hintergrund, wenig packende Umsetzung
Morgen, morgen und wieder morgen von Gabrielle Zevin
Sam und Sadie kennen sich bereits seit ihrer Kindheit, aufgrund eines Streits treffen sie jedoch erst nach einigen Jahren Funkstille Mitte der 90er zufällig wieder aufeinander. Als ihre Freundschaft langsam wieder auflebt, beschließen die beiden Studenten, über den Sommer gemeinsam ein Spiel zu schreiben.
Auf dieses Buch hatte ich mich besonders gefreut, weil ich die Zeit der 90er generell und die Spielentwicklung im Speziellen als Hintergrund richtig interessant fand. Die beiden Aspekte haben auch tatsächlich meinen Erwartungen entsprochen, aber leider konnten mich weder die Geschichte noch die Figuren richtig begeistern. Das lag zum einen an der (eben nicht immer) chronologischen Abfolge der Geschichte, zum anderen daran, dass ich insbesondere Sadies Verhalten oft wenig nachvollziehbar bzw. unsympathisch fand, so dass sich die Freundschaft zwischen Sam und Sadie für mich schwierig las.
Insgesamt bringt das Buch für mich interessante thematische Ansätze mit, aber was die Umsetzung betrifft, scheint es Geschmackssache zu sein. Für mich war es eine durchaus kurzweilige Geschichte, die mich leider nicht ganz packen konnte.
Fesselnd bis dramatisch
In blaukalter Tiefe von Kristina Hauff
Zwischen Caroline und ihrem Mann Andreas kriselt es, aber beide freuen sich auf ihre Weise auf den Segelurlaub in Schweden. Mit einem weiteren Pärchen, Andreas jüngerem Kollegen und dessen Freundin, und dem erfahrenen, aber irgendwie mysteriösen Skipper Eric begeben sie sich auf eine Reise, auf der die Stimmung genauso wechselhaft ist wie das Wetter.
Einen Segeltörn auf der Weite des Meeres habe ich schon immer als ein besonderes Setting für ein Buch empfunden – die Art und Weise, wie die Menschen auf einem kleinen Boot zusammenrücken müssen und dem Wetter praktisch ausgeliefert sind, das hat einfach etwas. Die Autorin Kristina Hauff hat diese beiden Aspekte jedenfalls wunderbar für ihre Geschichte genutzt und eine spannende und atmosphärische Geschichte geschrieben.
Sämtliche Figuren haben ihre Macken, so dass es stellenweise nicht ganz einfach ist, für sie Sympathie aufzubringen – aber tatsächlich finde ich, dass es das gar nicht braucht. Man ist auch so als Leser sehr nah an den Geschehnissen dabei und kann sich der Stimmung in der Reisegruppe kaum entziehen.
Wer Lust auf eine fesselnde, konfliktreiche und stellenweise auch dramatische Geschichte vor der Kulisse der schwedischen Schäreninseln hat, kann hier gar nicht falsch liegen. Nur Lust auf einen Segelurlaub bekommt man dabei eher nicht…











