Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Im Dienst für das Reich
Die Klänge der Freiheit von Tara Haigh
Inge Gerner und ihre Freundin Annemarie haben die Prüfung zur DRK-Krankenschwester mit Auszeichnung bestanden. Aber aus Inges Traum in Nordafrika eingesetzt zu werden wird nichts. Ihr Einsatzbescheid schickt sie nach Charkow an die Ostfront. Hier im tiefsten Russland muss sie dem Grauen des Krieges in die Augen schauen.
Hier wird der unerfahrenen Rotkreuzschwester alles abverlangt. Bis sich durch Oberstleutnant Heinrich Preuss die Chance zu einem Einsatz in Montecassino in Italien ergibt…
Mir ist als erstes das Cover zu diesem Buch aufgefallen. Ein weites Klatschmohnblumenfeld, die junge Rotkreuzschwester, ein kleines Dorf im Hintergrund und dunkle Wolken am Himmel. Das alles hat für mich auf eine nette kleine Geschichte während des Krieges schließen lassen. Was ich aber zu lesen bekommen habe, war so viel mehr, so viel beeindruckender.
Ich lerne den Alltag von Lazarettschwester Inge kennen, einer jungen Frau aus Nürnberg, die zu Beginn der Geschichte überzeugte Nazionalsozialistin ist. Die die mahnende Stimme ihres Vaters nicht überzeugt und die sich zum „Dienst am Vaterland“ meldet. Was sie dort an der russischen Ostfront in Charkow erlebt, wird so eindringlich und erschreckend geschildert, dass ich oft Gänsehaut und auch mal Tränen in den Augen hatte. Tara Haigh hat mir sehr schnell Bilder vom Lazarett und den dortigen Gegebenheiten in den Kopf gepflanzt und ich war mittendrin im Kriegs- bzw. Krankenhausgeschehen.
Die Menschen, die ich hier kennenlerne, wie z.B Inges Vater Gustav, seine Haushälterin Erna, Inges Freundin Annemarie, Dr. Seiler, Julia, die russische Kräuterfee Irina, Oberstleutnant Heinrich Preuss oder in Italien dann Lorenzzo, Camilla, Maria oder Don Fontana beginnen in der Geschichte immer mehr zu leben. Aber vor allem Inges Entwicklung, ihr Umgang mit den Verwundeten, wie sie ihnen mit ihrer Geige das Grauen versucht für kurze Zeit zu vertreiben, ihr Zögern das Lazarett zu verlassen, ihr Weggang nach Italien und ihr Leben dort haben mich fasziniert und an dieses Buch gefesselt. Dass sie hier ihre große Liebe gefunden hat, hat mir einfach sehr gut gefallen. Das hat sie einfach verdient.
Die kleinen Geschichten und Fakten rund um Charkow und das Kloster Montecassino finde ich sehr gut recherchiert, sehr interessant und gut aufgearbeitet.
Der Spannungsbogen spannt sich schnell ziemlich hoch und hält sich dort bis zum Schluss.
„Die Klänge der Freiheit“ haben mich betroffen gemacht, erschüttert, aber auch an das Gute im Menschen glauben lassen, wie es hier Inge verkörpert. Das Ende der Geschichte finde ich einfach nur schön.
Jo Nesbøs Geschichten der Eifersucht
Eifersucht von Jo Nesbø
Was bei diesem Buch sofort auffällt ist zum einen das Cover mit der schwarzen wie verlaufen wirkenden Schrift und zum anderen der blaue Seitenschnitt, der aufmerksam und vor allem neugierig macht.
Das Buch selbst ist so ganz anders als ich es aufgrund der bisherigen Bücher des Autors und des Klappentexte erwartet habe.
Ich bekomme hier keinen Roman des norwegischen Krimibestsellerautors, sondern sechs Kurzgeschichten und eine etwas längere Geschichte, auf die sich der Klappentext bezieht. Alle beschäftigen sich mit dem Thema „Eifersucht“.
Bis auf eine Geschichte haben sie mir durchweg, mal mehr mal weniger gut gefallen. Mein Favorit ist die Geschichte „Eifersucht“ mit Hauptkommissar Nikos Balli vom Morddezernat Athen und den Zwillingen Franz und Julian Schmid, die auf der kleinen griechischen Insel Kalymnos klettern gehen und dort ihre große Liebe treffen. Hier kann man sehr gut sehen, was die Eifersucht anrichten und aus einem Menschen machen kann.
Auch den Flug und das Gespräch in Geschichte 1 von New York nach London mit Maria und Shaun habe ich genossen. Ob es ein solches Unternehmen wirklich gibt?
Ich finde es toll, aus welchen Blickwinkeln sich der Autor dem Thema „Eifersucht“ nähert und wie detailliert er die verschiedenen Gefühle und Situationen, die dadurch ausgelöst werden, beschreibt.
Ein spannendes Buch in 7 Geschichten mit sehr interessanten Einblicken in die menschliche Psyche, das leider viel zu schnell ausgelesen war.
Gänsehaut pur
Gebrochen ist dein Herz von Mary Higgins Clark; Alafair Burke
Für Laurie Moran und ihren Verlobten Alex Buckley soll es das perfekte Wochenende ihres Lebens werden. Sie wollen in den Hamptons im South Shore Resort erst Alex´ 40. Geburtstag feiern und am nächsten Tag heiraten. Ihre Freude und ihr Glück bekommt einen scharfen Dämpfer, als sie auf dem Golfplatz, wo sie mit Alex´ Bruder Andrew und seiner Frau Marcy eine Runde spielen wollen, eine Hiobsbotschaft bekommen: deren 10-jähriger Sohn Jonathan „Jonny“, den sie als Baby adoptiert haben, ist spurlos vom Strand verschwunden.
Lauries Vater Leo Farley, ehemaliger Vize-Chef der New Yorker Polizeiinspektor, hat einen ungeheuerlichen Verdacht: Sollte sein Enkel Timmy entführt werden, der Jonny sehr ähnlich sieht? Ein vor 18 Jahren verurteilter Mörder hatte ihm bei seiner damaligen Verurteilung Rache geschworen.
Wer ist die Frau (oder der Mann?) mit dem breitkrempigen blauen Baumwollhut und der dunkel getönten Sonnenbrille, die die beiden Familien am Strand beobachtet? Hat sie/er etwas mit der Entführung zu tun?
Als Mutter ist es für mich immer sehr emotional zu lesen, wenn es wie hier um Kindesentführung geht. Wie sich das Kind fühlt und auch, wie es den Eltern, vor allem der Mutter geht, die vor Sorgen fast durchdreht. Da ist es egal, ob das Kind adoptiert ist, wie hier der keine Jonny, oder ob es ein leibliches Kind ist. Ich leide da immer total mit. Dieses Leid und den Schmerz haben die beiden Autorinnen in ihrer Geschichte sehr packend und, wie ich finde, real eingefangen. Ich habe mit Marcy und auch mit dem kleinen Jonny mit gelitten, mit gebangt und mit gehofft.
Mary Higgins Clark und Alafair Burke ist ein so packender und mich faszinierender Thriller gelungen, der mich an das Buch gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen hat. Es ist so spannend zu lesen, wie Laurie und ihr Vater Leo zusammen mit Alex und den Adoptiveltern ganz langsam immer weiter in Richtung Täter voran kommen. Aber auch immer wieder falschen Fährten aufsitzen und sich zu verzetteln drohen. Wie Leo nicht auf sich sitzen lassen will, was der im Gefängnis sitzende Mörder Darran Gunther ihm vorwirft. Wie der aus dem Knast heraus Menschen manipuliert und für sich einnimmt. Und wie es doch noch gelingt, Leo von jedem Verdacht reinzuwaschen und Gunther endgültig zu überführen.
Die Mehrzahl der Menschen, denen ich hier begegne, kommen mit ihren Ecken, Kanten und Eigenheiten doch sehr sympathisch und liebenswert rüber. Es gibt aber auch welche, mit denen ich nicht unbedingt zu tun haben möchte. Halt genau wie im richtigen Leben. Die bedrückende Atmosphäre im Hotel, am Strand und auch im Haus des Entführers oder zwischen den Erwachsenen finde ich sehr realistisch eingefangen. Das macht für mich den Fall noch mal um einiges bedrohlicher.
Obwohl ich mir recht bald denken konnte, wer hinter dem Menschen steckt, der den kleinen Jonny „gefangen“ hält, war es doch sehr spannend ihn, sein Leben und seine Beweggründe langsam immer besser kennen zu lernen. Ich hatte sogar ein kleines bisserl Mitleid mit dem Menschen, dem das Schicksal so mitgespielt hat.
Dieser Fall mit seinen ganzen Verwicklungen, die sich in diesem Fall ergeben, machen das Buch für mich zu einem Lesehighlight in diesem Jahr.
Krimi gepaart mit historischem Wissen – einfach klasse!
Das doppelte Grab von Margarete von Schwarzkopf
In Köln um 1520 findet der junge Mönch Ambrosius in einer Kiste versteckt alte Schriftstücke, die seine Neugier anfachen. Die Geschichte eines jungen Mannes, der die Ehre seines Großvaters wieder herstellen will, nimmt ihn gefangen und er beginnt, diese Schriften, in denen es auch um viel Gold geht, zu übersetzen.
Aber er ist nicht der Einzige, der an diesen alten Schriften interessiert ist...
Kunsthistorikerin und Hobbyermittlerin Anna Bentrop, staunt nicht schlecht, als Handwerker bei der Sanierung ihres von ihrer Tante Amelie Feldmann geerbten Hauses im Kölner Süden auf 2 Skelette, ein Schwert und drei Goldmünzen stoßen. Hatte es darauf der Einbrecher abgesehen, den sie hier vor ein paar Tagen überrascht hat? Als einer der Mitarbeiter der Sanierungsfirma tot am Rhein entdeckt wird, mit einer Goldmünze in der Tasche, beginnt ein neues Abenteuer für Anna, die „Miss Marple von Köln“.
Für mich ist „Das doppelte Grab“ das 2. Buch der bisher 5-teiligen Reihe, in dem ich zusammen mit der mir sehr sympathischen Anna Bentrop auf Mörderjagd gehe. Auch diesmal bin ich sehr gut in die Geschichte hineingekommen, weil die Autorin viele Kleinigkeiten aus den Vorgängerbänden in diese Geschichte einfließen lässt und ich so nie das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben.
Dadurch, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt, gibt es sehr viele Personen, die ich kennenlernen musste. Aber es ging dann doch recht schnell und durch die detailgenauen Beschreibungen von Margarete von Schwarzkopf hatte ich bald von jedem einzelnen ein ziemlich klares Bild vor Augen. Ich hatte aber auch die meisten von denen, die in der Jetztzeit agieren in Verdacht, etwas mit dem Einbruch bei Anna oder den Toten, derer es noch mehr gibt als die beiden, die im Keller gefunden wurden, zu tun zu haben. Einen Großteil von ihnen habe ich dann im Laufe der Geschichte ausgeschlossen bzw. ausschließen müssen. Warum? Das lest doch bitte selbst.
Ich fand die Auflösung dann richtig spannend und die losen Enden sehr gut miteinander verbunden.
Etwas undurchsichtig finde ich immer noch die, wie ich finde, eher emotions- und lieblose Beziehung zwischen Anna und ihrem Freund Richard. Das ist aber auch das einzige, was mir an der Geschichte nicht gefallen hat.
In 1520, wo ich im Kloster Sankt Gallus den jungen Mönch Ambrosius kennenlerne, geht es nicht minder mörderisch zu. Aber hier ist es im Besonderen die Situation, in der sich der junge Mönch befindet, die mich mitgenommen hat. Ich habe mich sehr gefreut, dass seine Reise doch noch ein so glückliches Ende genommen hat.
Durch diesen Fall erfahre ich so vieles aus dem mittelalterlichen Köln, der Varus-Schlacht und den Vorgängen im Kloster Sankt Gallus. Die Autorin hat es bei mir geschafft, mich nicht nur an den Kriminalfall zu binden, sondern mich auch für diese kunsthistorischen Begebenheiten zu interessieren.
Das nie veraltete Thema Habgier, Neid und Missgunst liegt diesem sehr interessanten Krimi, der auf zwei Zeitebenen angesiedelt ist, zugrunde. Wie ich finde, sehr lesenswert!
Wunderschöne Tagträumereien
Die Winterkönigin und andere Träume von Jackie Morris
Bevor ich mich mit den einzelnen Geschichten befassen kann, bezaubert mich die Widmung ganz zu Beginn des Buches. So poetisch und einfach schön, dass bei den vier Zeilen sofort meine Vorfreude geweckt wird. Das setzt sich mit der Einleitung und dem „Rezept“ der Autorin fort.
Dann beginnt die 1.
Geschichte mit dem Bären als Hüter der verlorenen Träume. Ihm begegne ich auch in den Geschichten 4, 6, 8 und 12. In Geschichte 2 lerne ich das Lied vom goldenen Hasen kennen. Die Geschichten 3 und 7 handeln vom Mitternachtsfisch; der Winterkönigin & ihrem Fuchsgeliebten begegne ich in Geschichte 8. Geschichte 9 erlebt die Winterkönigin in der Gemeinschaft von Wölfen. In Geschichte 10 erleben die Träumer die Fuchshochzeit. Geschichte 11 lässt mich eine Weile im Wasser auf einem wundersamen Boot rasten. In Geschichte 13 lerne ich die Welt hinter den Wäldern kennen. Mit Geschichte 14 - Bär und Nachtigall – und dem Segen nähert sich die wilde Fahrt durch die Träume und die Fantasie langsam ihrem Ende. Abgerundet durch einen letzten wunderschönen Text und eingebunden in Eule, Schmetterlinge und Fuchs endet dieses fantastische Buch.
Es geht um den Anfang, um Trost, Mythen, Gestalt, Tanz, Mond, Stille, Frieden, Geborgenheit, ein Gaukelbild, den Hafen, Wahrheit, Hoffnung, Ruhe und Segen.
Aber es sind nicht nur die poetischen Texte um die geheimnisvolle Schöne, die man nicht mal schnell zwischendurch lesen sollte. Ich habe mir schon Zeit genommen um das paradiesisches Reich genießen zu können, worin man hier eintaucht. Es sind vor allem auch die zauber- und märchenhaften Illustrationen, die ich immer wieder anschauen muss und immer wieder Neues entdecke. Worin ich meine Träume fliegen und meine Seele baumeln lassen kann.
Ein so träumerisches, wundervolles Buch, das man immer zur Hand nehmen kann, wenn man dieser Welt für einen kurzen Moment entfliehen möchte.
Einfach wunderschön!
Winterzauber an der Seine von Mandy Baggot
Bei mir beginnt die Vorweihnachtszeit schon Mitte Oktober, wenn ich den ersten Weihnachtsroman lese. Diesmal sollte diese verzauberte Zeit mit „Winterzauber an der Seine“ von Mandy Baggot beginnen.
Bei diesem Buch ist das Cover nicht nur ein Hingucker, da es überall glitzert. Wenn ich mit den Fingern über das Cover streiche, wird auch mein Tastsinn gefordert.
Einfach wunderschön gestaltet.
In ihrem Roman hat sich Mandy Baggot neben der Liebe einem ernsten Thema gewidmet: der Organspende. Dieses Thema bindet die Autorin sehr gekonnt, ohne mahnend oder auffordernd zu wirken, federleicht in die Geschichte ein. Aber vielleicht macht sich doch der ein oder andere darüber seine Gedanken.
In ihrer Heimatstadt London, im Stadtteil Kensington, lerne ich die 26-jährige Keeley Andrews und ihre Eltern Lizzie und Duncan kennen. Keeley, die sich nach einem schweren Autounfall, bei dem ihre jüngere Schwester Bea gestorben ist, und den auch sie fast nicht überlebt hätte, langsam wieder ins Leben zurück gekämpft hat, ist genervt von ihrer über fürsorglichen Mutter. Klar, da sie eine neue Niere bekommen hat, muss sie sich an bestimmte Regeln halten. Aber Mama behandelt sie wie ein Kleinkind, das nichts selbst entscheiden kann. Würde sie am liebsten in Watte packen. Ich dagegen bewundere die junge Dame, die fast jeden Tag im Krankenhaus nach der sterbenskranken Erica sieht und ihr soviel Lebensmut gibt, sie immer wieder aufheitert.
Als eines Tages die Einladung einer gewissen Silvie Durand ins Haus flattert, die sie nach Paris einlädt, dauert es nicht lange bis Keeley diese Einladung annimmt. Silvie ist die Mutter ihrer Nierenspenderin Ferne, die sie gerne kennenlernen würde. Zusammen mit ihrer besten Freundin Rach macht Keeley sich auf in die schon weihnachtlich geschmückte Stadt an der Seine und der Liebe um hier auch über ihre Zukunft nachzudenken.
Mich hat die Geschichte von Keeley, die ich immer näher kennenlerne und die mir ab der ersten Seite sympathisch war, sehr berührt. Was für eine starke junge Frau, die doch mit ihren Ängsten und ihrer inneren Zerrissenheit zu kämpfen hat. Aber auch Erica habe ich bewundert, wie sie ihren nahenden Tod annimmt und nicht daran verzweifelt. Obwohl es immer wieder diese tragischen Momente gibt, lässt der britische Humor, den die beiden jungen Frauen und auch Rach ausstrahlen, der Traurigkeit oder Wehmut kaum Raum. Vielmehr überwiegt der positive Blick in die Zukunft, auch wenn Keeley noch nicht weiß, wohin sie die führen wird.
Aber auch Ethan Bouchard, der zweite Hauptdarsteller neben Keeley und bester Freund der verstorbenen Ferne Durand, hat mich mit seiner Geschichte überzeugen können. Überhaupt stellen sich mir die vielen Menschen, die ich hier kennenlerne, mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren ganz eigenen Geschichten sehr gut vorstellbar vor. Berührt hat mich die kleine Waise Jeanne mit ihrem Hund Bo-Bo. Auch ein entlaufener Pinguin Pepe oder wuschelige Kaninchen haben in der Geschichte einen Platz gefunden. Warum oder was die hier zu suchen haben? Das müsst ihr schon selbst beim Lesen herausfinden.
Und dann Paris! Die Stadt, in der ich durch Keeley auf einer speziellen Karte viele Orte kennenlernt, die man nicht in einem Touristenführer findet. Wo ich die verschiedenen Häuser der Hotelkette Paris Parfait durchstreife. Aber auch die Gerüche in der Stadt, die nicht jeder Nase gefallen, sind Thema. Durch die vielen französischen Worte fühle ich mich sofort in diese Stadt und in die Geschichte hinein gezogen.
Ein stimmungsvoller, zauberhafter, wundervoller weihnachtlicher Roman mit einer teils traurigen, teils lebensbejahenden romantischen Geschichte. Einfach nur wunderschön!
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann
E.T.A. Hoffmann von Bernd Hesse; Jörg Petzel
Im kommenden Jahr jährt sich der Todestag (25. Juni) des deutschen Schriftstellers der Romantik, der seinen Namen von Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann in Anlehnung an den von ihm bewunderten Wolfgang Amadeus Mozart in Ernst Theodor Amadeus Hoffmann änderte zum 200. mal. Hierzu hat der Eulenspiegelverlag eine wunderbare Anekdotensammlung dieses einzigartigen Dichters von Bernd Hesse und Jörg Petzel herausgegeben.
Interessierte Leser finden hier eine eine Vielzahl kleiner Anekdoten, die den Witz, die Einmaligkeit und das Leben des Juristen, Komponisten, Kapellmeisters, Zeichners und Karikaturisten aufzeigen.
Nach einem Geleitwort der Autoren widmet sich das Buch den Jugendjahren von E. T. A. Hoffmann in Königsberg, seinen Jahren in Glogau-Berlin und Posem; Plock-Warschau und Berlin; Bamberg-Dresden und Leipzig und wieder Berlin. Wir begegnen seinen Figuren dem Zwerg Zinnober, Fräulein Scuderi, dem Mönch Medardus, dem sprechenden und schriftstellernden Kater Murr und vielen anderen.
Eine wunderbare Hommage an das Leben und die Werke dieses aussergewöhnlichen Menschen. Ein Muss für alle, die seine Werke lieben und für die, die ihn ein bisserl näher kennenlernen wollen.
Eine wunderschöne Liebesgeschichte in einer traumhaften Kulisse
Das kleine Chalet in der Schweiz von Julie Caplin
Das Cover macht einen so verträumten Eindruck, dass es mir sofort aufgefallen ist. Und ich habe mich sehr gerne von Manchester in England in den kleinen Ort Reckingen in den Waliser Bergen in der Schweiz entführen lassen.
Mina Campbell hat sich gerade von ihrem Freund Simon getrennt und will für 2 Wochen bei ihrer Patentante Amelie, die in der Schweiz ein kleines Chalet führt, ausspannen und sich überlegen, wo ihr Lebensweg hingehen soll.
Fast verpasst sie in Zürich den Zug, der sie nach Reckingen bringen soll. Doch der schnellen Auffassung eines jungen Mannes ist es zu verdanken, dass sie in den Zug stürzt bevor sich die Zugtür hinter ihr schließt. Als sie das erste Mal in Lukes blaue Augen schaut, ist es um sie geschehen. Mehr noch. Luke ist der Meinung, dass das Schicksal sie beide hier zusammen geführt hat. Aber Mina ist sich sicher, dass es besser ist, wenn sie sich von ihm fernhält. Warum?
Das müsst ihr beim Lesen dieses wunderschönen Wohlfühlromanes selbst heraus finden.
Julie Caplins Roman ist nicht nur eine wunderschöne Liebesgeschichte. Sie zieht mich mit ihren Beschreibungen der walisischen Landschaft schnell hinein in eine Gegend, die einfach magisch sein muss. Wenn sie z.B. den Ausblick auf die Berge Aiger und Jungfrau beschreibt, bekomme ich gleich Fernweh und möchte im nächsten Zug dorthin reisen. Auch das kleine Chalet würde ich sofort ein oder zwei Wochen buchen. Die Atmosphäre dort strahlt eine solche Gemütlichkeit aus und bei den Torten, die es zum nachmittäglichen Kaffee gibt, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Dazu ganz viel Käse und Schokolade – einfach lecker. Eines der Tortenrezepte bekomme ich am Schluss der Geschichte als Goodie dazu.
Bei den Personen, die ich hier kennenlerne, ist nicht einer dabei, den ich unsympathisch finde. Naja, vielleicht die Frau von David. Alle anderen haben eine so herzliche Art und sind so einzigartig in ihrem Tun und Sein, dass ich gerne mit ihnen befreundet sein würde.
Als sich Luke und Mina auf so ungewöhnliche Weise kennenlernen, war mir sofort klar, dass es hier ein Happy End geben würde. Das hat mich aber bei dem ganzen Hin und Her zwischen den Beiden und den ganzen Turbulenzen zwischendurch überhaupt nicht gestört. Ich habe mich riesig mit den Beiden gefreut, als es endlich so weit war.
Für mich war es der erste Roman aus der Romantic-Escapes-Reihe, den ich von Julie Caplin gelesen habe. Aber es wird nicht der letzte bleiben. Ich bin schon sehr gespannt auf die neue Geschichte um Minas Schwester Hannah.
Ein absoluter Wohlfühlroman, der mir unterhaltsame Lesestunden geschenkt hat.
Diesmal dreht die Oma ab
Rehragout-Rendezvous von Rita Falk
Endlich ist er da, der 11. Fall für Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen. Natürlich darf auch sein bester Spezl der Birkenberger Rudi nicht fehlen. Denn ohne den läuft ja nix. Aber von vorn:
Die ganze Familie Eberhofer sitzt am Heiligen Abend neben dem Christbaum und singt Weihnachtslieder, mehr schlecht als recht.
Trotzdem sehr idyllisch, könnte man meinen. Aber ganz so ist es dann doch nicht.
Die Panida, die die Frau vom Leopold ist und seine beiden Kinder weilen bei der Familie in Bangkok, was den Leopold ganz traurig macht.
Dann kommt eins zum anderen: der Herr Bürgermeister bricht sich im Skiurlaub die Hüfte und dem Franz seine Susi, die Gmeinwieserin, soll die Stellung halten. Aber Susi hat größeres vor mit der Gemeinde und pudelt sich als Frau Bürgermeisterin ganz schön auf.
Die Oma hat vom jahrelangen kochen, backen, putzen und Wäsche machen die Nase voll und will nicht mehr. Sie will endlich ihren Lebensabend so richtig genießen, flackt den ganzen Tag im Bett oder geht zum Kartenspielen zu ihrer Freundin der Mooshammer Liesl. Da kann man sich schon vorstellen, was da für ein Chaos im Hause Eberhofer herein bricht. Nur dass der Leopold so gut kochen kann, das hätte wohl niemand vermutet.
Auch beim Metzger Simmerl hängt der Haussegen schief, da sich Sohn Max mit der Ivana verlobt hat, was Mama Simmerl gar nicht passt. Nun soll der Franz dafür sorgen, dass die Ivana verschwindet, sonst bekommt er beim Simmerl keine Leberkässemmeln und sonst auch nix anderes mehr.
Der Mooshammerin fällt ein, dass sie in diesem Jahr noch kein Rehragout vom Steckenbiller Lenz bekommen hat. Ob der wieder, wie schon viele Male vorher, einfach so mir nichts dir nichts nach Südafrika in Urlaub geflogen ist? Oder steckt da doch mehr dahinter? Jedenfalls hat der Franz und damit auch der Rudi einen neuen Fall und allerhand zu tun.
Da ich mir vor 2 Wochen erst im Kino das „Kaiserschmarrndrama“ angeschaut habe, hatte ich beim Lesen die Stimmen von Franz, Rudi, Susi, dem Papa und der Oma im Ohr. Die Bilder dazu haben sich ganz von selbst eingestellt. Also ich habe den hoffentlich kommenden Kinofilm schon im Kopf durchgespielt.
Auf alle Fälle ist auch diese Geschichte aus Niederkaltenkirchen wieder voller witziger Dialoge, amüsante Ermittlungsarbeit, interessanter Familiengeschichten und vor allem voller sehr guter Unterhaltung.
Das Nachwort hat mich dann etwas traurig zurück gelassen.
Die Tote mit der roten Strähne - Thriller (Betty-Rhyzyk-Serie 1) von Kathleen Kent
Bei Kathleen Kents Thriller „Die Tote mit der roten Strähne fällt als erstes das wirklich toll gestaltete Cover auf. Grundsätzlich sehr schlicht, zieht sich die rote Federung rundherum und besticht durch die Haptik, wo ich meine jedes einzelne Haar spüren zu können.
Dann lerne ich Detective Betty Rhyzyk kennen, lange rote Locken, lesbisch mit polnischen Wurzeln, die seit kurzem beim Dallas Police Department die Ermittlungen gegen einen mexikanischen Drogendealer leitet.
Ein lange geplanter Einsatz geht schief, der Drogenboss Tomás „El Gitano“ Ruiz entkommt, ein Kollege verliert im Kugelhagel sein Leben und auch ein Passantin erwischt es.
Doch nicht nur der Kampf gegen mexikanische Drogenkartelle, auch ein verrückter Stalker und eine religiöse Sekte machen Rhyzyk das Leben schwer. Gut, dass sie ihre Lebenspartnerin Jackie hat, die sie immer wieder ins hier und jetzt zurückholt. Bis eines Tages..
Mehr wird hier nicht verraten.
Und schon bin ich mittendrin in einem actionreichen und zum Teil sehr brutalen Thriller. Langsam bringt mir Kathleen Kent die einzelnen Figuren nahe: zuerst natürlich Betty Rhyzyk, ihre Freundin Jackie Walden, ihr Team Seth Dutton, Bob Hoskins, Tom Craddock und Kevin Ryan und viele andere, die hier kleine oder größere Rollen spielen.
Die kleinen Episoden, die Betty zwischendurch immer wieder erzählt oder derer sie sich in Gedanken widmet, lockern den Fall auf und geben auch das ein oder andere Private preis. So finde ich es klasse, dass sie mit ihrem Kollegen Seth 1 x in der Woche in ein Lokal geht um zwei Drinks zu nehmen. Nie mehr und nie 2 x in das gleiche Lokal. Seth ist auch der Einzige, der sie „Riot“ nenne darf.
Diese kleinen Ausflüge neben den Fall machen für mich auch das viele Blut, die Gewalt und die blutigen Szenen lesbar. Normalerweise ist das gar nicht mein Fall. Hier aber konnte ich sehr gut damit umgehen.
Was auch die Brutalität etwas raus nimmt, sind immer wieder kleine Längen, wo alles sehr detailliert erklärt wird. Wenn die nicht wären, würde die Spannung noch einen Tick höher ausfallen.
Ein, wie ich finde, gelungener Auftakt um die Thrillerreihe mit Detective Betty Rhyzyk. Ich bin schon auf den nächsten Fall gespannt.











