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Rezensionen von gaby2707:
Der LKA-Präsident auf Verbrecherjagd
Der Freund des Bayerischen Ministerpräsidenten, der Landtagsabgeordnete Roland Mai, liegt mit einem Dönermesser masakriert in seiner Blutlache in der Münchner Schillerstraße. Der Fall wird durch den Innenminister zur Chefsache erklärt und LKA-Präsident Karl Zimmerschied mischt neuerdings fleißig in der Polizeiarbeit mit.
Was den Kommisaren Barbara Veltroni und Hannes Södlinger gar nicht passt. Denn der Chef kann ganz schön nerven.
So fängt die Geschichte an. Dabei hat der Polizeipräsident gerade sowieso alle Hände voll zutun. Seine Gattin hat auf Bali eine Oben-Ohne-Bar aufgemacht; zuhause auf dem Land soll er sich auf dem kleinen Bauernhof um seine Tiere kümmern; sein Freund der Pfarrer übergibt ihm eine Tasche mit Kriegswaffen, die jemand im Beichtstuhl hinterlassen hat und beruft sich auf das Beichtgeheimnis; mystiöse Drohungen an den LKA-Chef machen die Sache auch nicht leichter. Und als wäre das alles nicht schon genug, kündigt sich auch noch der amerikanische Präsident an und will bespaßt werden. Zimmerschied raucht der Kopf. Aber er wäre nicht der Präsident, wenn er nicht auch diese Herausforderung meistern würde.
Die Ermittlungen, egal in welchem der vielen anstehenden Fälle, gestalten sich schwierig. Aber ganz langsam, manchesmal mit nicht ganz legalen Methoden, lichten sich die Schatten und die Ergebnisse stellen sich ein.
Im Laufe der Ermittlungen treffe ich auf interessante, teils aussergewöhnliche Personen, die in ihren Eigenarten sehr lebendig und vorstellbar beschrieben sind. Am allerbesten, neben dem Präsidenten, gefällt mir der junge Tommy Hensch, ein blinder Computernerd mit seinem Hund Benno Berghammer, den sich Zimmerschied in sein Team holt. Aber auch die Präsidentengattin auf Bali und das Reichsbürger-Ehepaar passen perfekt ins Bild. Schmunzeln musste ich immer dann, wenn der amerikanische Präsident, dessen Bild ich genau im Kopf habe, auftaucht. Einfach herrlich.
Jörg Steinleitner schafft es mit seinem leichten, spannenden, aber auch humorigen Schreibstil grandios alle Fälle nacheinander aufzudröseln, miteinander zu verbinden und schließlich aufzulösen. Ich hatte bis zum Schluss keinen Schimmer, wer hinter den ganzen Machenschaften stecken könnte. So hat mich der eigentliche Täter gut überraschen können.
Trotz der bierernsten Kriminalfälle bleibt Raum zum Schmunzeln, was der Spannung keinen Abbruch tut. Aber es gibt auch einige Szenen, die mir zu überdreht und einfach unrealistisch erscheinen. Trotzdem hat mir die Lektüre einige spannende und humorvolle Stunden geschenkt.
Da am Schluss einige Fragen offen bleiben, hoffe ich auf weitere Fälle für den rührigen LKA-Präsidenten und seine Truppe.
Nun kann die WM kommen
"Alles Fussball!" Das aktuelle Buch zur WM 2018 aus dem Kinder- und Jugendbuchverlag cbj ist nicht nur für Kinder geeignet. Auch ich habe meinen Spaß beim Lesen gehabt und sogar noch einiges für mich Neues gelernt.
Leicht und locker werden mir hier nicht nur alle teilnehmenden Mannschaften mit ihren Spielern vorgestellt.
Ich lerne auch immer einen herrausragenden Spieler dieser Mannschaft kennen, weiß nun wer der Ausstatter ist, kenne die Erfolge und die Farben der Trikots. Ganz besonders haben mich natürlich hier die beiden Seiten, die der deutschen Mannschaft gewidmet sind, interessiert und die detailierte Vorstellung unseres Kaders auch mit den Menschen, die für´s Team besonders wichtig sind.
Aber die 103 Seiten dieses Buches haben soviel mehr zu bieten:
Ich lerne das Gastgeberland mit seinen Städten und seinen Stadien kennen. Lerne einige wichtige Worte und einiges über das Land selbst.
Ich habe alle Fußball-Weltmeisterschaften von 1930 – 2014 auf einen Blick. Kenne nun die Endspielorte, die Begegnung im Endspiel, die jeweiligen Torschützenkönige und etwas, was die jeweilige WM besonders gemacht hat.
Statistikenund Rekorde fehlen ebenso wenig wie kuriose WM-Geschichten und ein Taktik -ABC. Ich kann mir vorstellen, dass die Kinder besonders die Rüpel-Elf spannend finden werden.
Über 300 Fotos lockern die einzelnen Artikel auf und auf dem herausnehmbaren Spielplan in Postergröße kann ich mir die Ergebnisse eintragen.
Ein tolles Buch für alle großen und kleinen Fußballfans, das ich nicht aus der Hand legen konnte und bestimmt immer mal wieder zur Hand nehmen werde um das ein oder andere nochmal nachzuschlagen. Bei der kommenden WM eine tolle Informationsquelle, die nicht nur die Kinder begeistern wird.
"Auf immer und ewig. Auf Leben und Tod."
Kluftinger
Markus und seine Yumiko haben Klufti und Erika zu Großeltern gemacht. Jetzt ist nicht mehr der Kommissar das Butzele, sondern der Kosename geht an das Neugeborene weiter. Da ja die jungen Eltern nun ein neues Auto brauchen, wird getauscht: Die Kinder bekommen den alten geliebten Passat und Kluftinger zieht mit dem rosafarbenen Smart alle Blicke in Altusried auf sich.
Beim Friedhofsbesuch an Allerheiligen in Altusried trifft sich der ganze Ort. Kommissar Kluftinger staunt nicht schlecht, als er auf einem Grab, an dem sich eine Menge Menschen versammelt haben, ein Grabkreuz steht – mit seinem Namen und seinen Daten drauf. Dass es ihm hier an den Kragen gehen soll, bestätigen die weiteren Drohungen, die bald folgen. Die Ermittlungen gestalten sich zäh. Kluftinger wird mit seiner Jugend, seinen ersten Jahren als Polizist und Kommissar und zwei ungeklärten Fällen konfrontiert, die alle in diesen, seinen persönlichen Fall, hineinspielen. Bis es am Totensonntag zum spektakulären Höhepunkt kommt...
Diesmal ermittele ich mit Kluftinger und seinen Kollegen Richard Meier und Roland Hefele in einem ganz privaten Fall, der zu zwei von Kluftingers ungeklärten Fällen zu führen scheint. Eugen Strobl schießt neuerdings etwas aus der Reihe, was kein schönes Ende nimmt. Und auch Sandy Henske, deren sächsischer Dialekt kurz aufblitzt, ist mit von der Partie.
Ich kenne nun endlich Kluftis vollständigen Namen und zum anderen habe ich einen Blick in seine Vergangenheit werfen dürfen. Ich lerne ihn als pubertierenden Jugendlichen in den 70ger Jahren kennen und als jungen Polizeibeamten, der gerade zu einer SOKO berufen wird. Ansonsten ist es schön, alte Bekannten aus den letzten 9 Fällen wiederzutreffen. Allen voran natürlich Kluftis Familie und seine Eltern. Dr. Martin Langhammer und seine Frau Annegret haben sich einen Hund angeschafft: Wittgenstein, einen Ungarischen Wischler, der sich dank einer riesigen Portion Wurstsalat Klufti gleich als neues Herrchen aussucht.
Kluftinger und seinen Kollegen führt es ins Franz-Marc-Museum nach Kochel am See zu einem neuen Fall, der mit dem Schutzpatron zu tun zu haben scheint. Kommissar Hubertus Jennerwein aus dem idyllischen bayerischen Alpen-Kurort gibt ein kurzes Gastspiel. Und sogar KHK Karl Göttmann von der SOKO München, der kauzige Restaurator Willibald-Adrian Metzger aus Österreich und Oliver von Bodenstein aus dem Taunus haben hier einen ganz kurzen Auftritt.
Die anfangs aufkommende Spannung wird zwar immer wieder durch die familiären Betrachtungen unterbrochen, steigert sich aber trotzdem immer weiter bis zum abschließenden Höhepunkt. Wie immer fehlt aber auch hier die auflockernde Prise Humor nicht.
Der Fall bzw. die Fälle haben mich mitgerissen und, obwohl sich -noch- nicht alles aufgeklärt hat, zufrieden zurück gelassen. Ich hoffe, dass Kluftinger sein Versprechen, das er gegeben hat, bald einlösen wird.
Spannung und Spaß – hier der Garant für abwechslungsreiche Unterhaltung, die ich sehr genossen habe. Dieser 10. Fall von Kluftinger und Kollegen ist für mich das bisherige Highlight der Serie.
Leicht und unterhaltsam
Sylt oder solo von Claudia Thesenfitz
Mir hat „Meer Liebe auf Sylt“ von Claudia Thesenfitz schon sehr gut gefallen. Also musste ich auch das neueste Buch „Sylt oder Solo“ von ihr lesen. Und ich wurde auch hier nicht enttäuscht. Ich kenne die Insel bisher zwar noch nicht, aber meine Sehnsucht nach Sylt wird immer größer. Dazu hat auch dieses Buch wieder seinen Teil beigetragen.
Obwohl ich den direkten Vorgängerband nicht kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten den Geschehnissen hier zu folgen. Aber „Sylt oder Selters“ steht nun trotzdem auf meiner noch zu lesen-Liste.
Doch nun zu der Geschichte hier:
Es könnte nicht besser laufen: Nina, 43, kann sich von dem Erbe ihrer Freundin ein Luxuswohnmobil leisten. Zusammen mit ihrem Freund und Surferboy Jan, der einige Jahre jünger ist als sie selbst, betreibt sie eine Surfschule und ein Strandbistro auf der Insel der Reichen und Schönen. Alles könnte so schön sein, wenn sich nicht ganz allmählig der Alltag und damit die ersten Reibereien und Probleme einschleichen würden. Als Jan sich entschließt sein Studium fortzusetzen und nach Berlin zieht, merkt Nina recht bald, wie viel ihr an diesem Mann liegt. Sie beginnt um ihn kämpfen…
Der Schreib- und Erzählstil von Claudia Thesenfitz ist, leicht, locker und einfach wunderbar zu lesen. Ich habe mit Nina gebangt, gelitten, mich mit ihr gefreut und ihren Mut bewundert. Obwohl manche Szenen etwas übertrieben dargestellt sind und ich vor allem Nina absolut nicht altersgerecht dargestellt finde – sie ist mir zu kindisch, naiv und scheint in manchen Belangen überhaupt keine Lebenserfahrung zu haben - , habe ich die Unterhaltung durch das Buch genossen.
Die Figuren finde ich gut ausgezeichnet und vorstellbar. Nina und Jan wirken in ihrer, wie ich finde, gestelzten Leichtigkeit nicht altersgemäß. Trotzdem habe ich sie recht bald in mein Herz geschlossen. Und ich kann Nina sehr gut verstehen, dass sie manche Marotten von Jan nerven. Was man in der ersten Verliebtheit zu gerne unter den Teppich kehrt, lässt sich halt irgendwann nicht mehr verstecken.
Wer eine tiefgreifende Lektüre aus diesem Buch erwartet, der ist hier absolut falsch beraten. Wer aber eine leichte Sommerlektüre mit einer Prise Herzschmerz und Humor sucht, der sollte hier zugreifen. Kurzweilige Unterhaltung für die kommenden Sommermonate auf einer der schönsten deutschen Nordseenseln.
Eine unterhaltsame Selbstfindung
Liebe geht immer von Myriam Klatt
Charlotte Mai, etwas schüchtern, leicht übergewichtig, trifft es wie ein Schlag vor den Bug, als Oliver, ihr Freund und Chef von Kiez TV, ihr mitteilt, dass sie für den zu vergebenden Job einer Fernsehmoderatorin einfach ungeeignet sei. Lotte packt ihre Sachen und geht. Arbeitslos und total gefrustet beschließt sie, sich ganz neu zu erfinden.
Sie will abnehmen, nein-sagen lernen, eine neue Sprache lernen und Sport treiben. Darauf ist sie so fixiert, dass sie nicht merkt, dass das Leben auch Spaß machen kann und ein neuer Mann, der sie genau so liebt wie sie ist, schon ganz nahe ist.
Es ist sehr humorvoll zu lesen, wie aus Lotte zuerst Charlie wird und schließlich die selbstbewusste Charlotte.
War Lotte von Oliver eher fremdbestimmt, so versucht Charlie von jetzt auf gleich alles anders zu machen. Aber sie merkt, dass sie auch damit nicht so ganz glücklich ist. Natürlich werden hier und da Fettnäpfchen aufgestellt, die sie trittgenau trifft. Und dem ein oder Anderen tritt sie sehr stark auf die Füße. Aber in ihrer liebenswerten Art kann ich ihr das nicht übelnehmen. Ich mag sie einfach. Vor allem, weil sie dann zu ihrem eigenen Ich doch noch die Kurve kriegt.
Eine wunderschöne Liebes- und Selbstfindungsgeschichte, bei der es mich gar nicht gestört hat, dass sie sehr vorhersehbar ist. Ich habe mich einfach nur gut unterhalten gefühlt: von den zumeist liebenswerten Protagonisten; von den klugen Lebensweisheiten von Frau Mai, die bei aller Namensgleichheit nichts mit Charlotte zutun hat; von den leckeren Gerichten, die Burgerrestaurantchef Lars kreiert; von den vor jedem Kapitel zu lesenden Selbsthilftetipps und natürlich von dem dicken Kater, der bis zum Schluss keinen Namen hat.
"Liebe geht immer" von Myriam Klatt ist ein lesenswerter Debütroman mit einer klaren Botschaft für den unterhaltsamen Nachmittag zwischendurch.
4,5 von 5 Sternen
Ein neuer Fall für Commissario Fameo
Liebe geht immer von Myriam Klatt
Da ich sowohl Bozen als auch Meran kenne, wollte ich diesen Südtirol-Krimi unbedingt lesen. Für mich ist dieser 3. Teil zwar der erste, den ich lese. Man kann das Buch aber auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Kurz hintereinander werden in Meran und Bozen zwei männliche Leichen gefunden. Der ersten fehlen die Augen, der zweiten die Zunge.
Nichts sehen, nichts sagen?
Zusammen mit seiner engagierten Kollegin Francesca Giardi ermittelt der frisch verheiratete Commissario Fabio Fameo und stößt auf einen Fall von Plagiaterie, deren Spuren auch nach Deutschland führen. Mit Hagen Bos, Staatsanwalt aus Düsseldorf, der zu einem Arbeitsbesuch kommt, bekommen sie Verstärkung. Gemeinsam versuchen sie den Sumpf der Markenpiraterie zu durchschauen. Und Fameo begibt sich selbst in große Gefahr.
Ralpf Neubauer nimmt mich mit in das schöne Südtirol und schafft es, das Flair von Bozen und Meran sehr gut einzufangen. Der Lokalkolorit kommt hier sehr gut zum Tragen. In den Lauben von Bozen und an der Passer in Meran habe ich mich wieder richtig wohl gefühlt. Auch einige italienische Wortfetzen versetzen mich direkt in südlichere Gefilde.
Die Geschichte liest sich leicht und locker. Auch eine Prise Humor hier und da fließt mit ein und lockert den Kriminalfall etwas auf. Spannung baut sich ab den ersten Seiten langsam auf. Wendungen, die ich nicht erwartet hatte, steigern diese sogar noch. Und die Auflösung hat mich zufrieden zurück gelassen.
Die Personen sind sehr gut vorstellbar mit Ecken und Kanten beschrieben. Meine Sympathien aber auch Antipathien habe ich schnell vergeben können.
Gestört haben mich die dauernden Wiederholungen. So habe ich mich gefragt, ob man der "eleganten Dame", die in einem Absatz 4 x vorkam, nicht auch andere Attribute hätte zuschreiben können.
Auch wer sonst nur blutige Krimis mag, sollte sich an diesem Buch mal versuchen, denn es geht auch sehr gut ohne großes Blutvergießen oder blutige Szenen.
Ich werde nun erst mal noch die ersten beiden Fälle von Commissario Fameo lösen.
Ein wundervolles Debüt, das noch lange nachwirkt
Summ, wenn du das Lied nicht kennst von Myriam Klatt
Der 15. Juni 1976 verändert für Robin Conrad alles. Sie lebt wohlbehütet mit ihren Eltern, ihrer imaginären Zwillingsschwester Cat und der Maid Mabel in Witpack, einem ausschließlich von Weißen bewohnten Vorort von Boksburg, in der Nähe von Johannesburg. Sie ist noch nicht mal 10 Jahre alt, als sie ihre Eltern Jolene und Keith bei Rassenunruhen in Johannesburg verliert.
Mabel wird verhaftet und Robin kommt zu ihrer Tante Edith, einer Flugbegleiterin, die allerdings mit der neuen Aufgabe und der Trauer um ihre Schwester nicht klar kommt.
Die 49-jährige Beauty Mbali verlässt ihre Heimat die Transkei, lässt ihre Söhne Luxolo, 15, und Khwei, 13, zurück und reist auf einer beschwerlichen Strecke nach Soweto, wo ihre Tochter Nomsa bei Beautys Bruder lebt und dort zur Schule geht. Nach einer Demonstration gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache ist Nomsa, die die Demo mit anführte, verschwunden.
Auf Umwegen kommt Beauty in den Haushalt von Edith und so lernen sich Robin und Beauty ganz langsam kennen.
Selten hat mich ein Debüt so fesseln und berühren können, wie dieses Erstlingswerk von Bianca Marais. Zum einen weiß die Autorin wovon sie schreibt, da sie selbst als Weiße in Südafrika aufgewachsen ist. Zum anderen kann sich die fiktive Geschichte aber genau so in dem von Apatheit gebeutelten Land abgespielt haben. Ich finde es z.B. so schlimm, wenn sich eine schwarze Frau im Krankenhaus fragt, ob der Eid, den die weißen Ärzte geschworen haben, stärker ist als ihre Vorurteile Schwarzen gegenüber.
Robin und Beauty erzählen ihre Geschichten aus ihrer Sicht in der Ich-Form. Dadurch fühle ich mich ihnen noch näher und bin auch in ihren Gedanken immer bei ihnen. Es ist für mich sehr interessant, verschiedene Situationen aus der Sicht beider Protagonistinnen zu erleben, die dann doch recht unterschiedlich sind. Es ist wunderschön zu lesen, wie sich die Beiden ganz langsam immer näher kommen und eine liebevolle Innigkeit entsteht.
Obwohl die Geschichte viele tragische und auch grausame Momente beinhaltet, schafft es die Autorin, den Schreib- und Erzählstil immer gleichbleibend leicht, unterhaltend und angenehm zu lesen zu halten. Immer wieder dringt trotz der teilweisen Beklemmung eine Prise Humor mit ein. Bianca Marais fängt das Leben von Robin und Beauty mit all seinen unterschiedlichen Facetten sehr gut ein. Die beschriebenen Eindrücke von Demütigung und Hass, aber auch von Hoffnung, Mut und Freundschaft werden mich bestrimmt noch eine Weile verfolgen.
Dass immer mal wieder Wort, ganze Sätze oder Redewendungen in der typisch afrikanischen Landessprache einfließen, gefällt mir sehr gut. Erläutert werden sie im anhängenden Glossar, das aber für das Verständnis selbst nicht norwendig gewesen wäre.
"Summ, wenn Du das Lied nicht kennst" ist soviel mehr als ein Roman über Apartheit. Er vermittelt die Trauer, die Zerrissenheit, die Missstände, aber auch die Hoffnung und den Mut Vieler hier einiges zu ändern in einer Leseform, die mich stark beeindruckt hat.
Neues aus Lichterhaven
Vier Pfoten am Strand von Petra Schier
Die wunderbar leichten und unterhaltsamen Bücher von Petra Schier lese ich schon seit einigen Jahren sehr gerne. Da ich schon einmal mit ihr in Lichterhaven zu Gast war, musste ich natürlich auch "Vier Pfoten am Strand" lesen, dessen Cover mich magisch angezogen hat.
Der leicht exzentrische Künstler Ben Brungsdahl zieht sich für seine Arbeitsklausur nach Lichterhaven an der Nordsee zurück.
Hier will er neue Skulpturen erschaffen. Sein neuer Weggefährte Ben, ein Amerikanischer Bulldogg, den er aus einer totalen Verwahrlosung gerettet hat, hat seinen ganz eigenen Kopf und macht seinem Namen Boss alle Ehre. Also muss er zu Christina Messner in die Hundeschule. Hier kommen sich Ben und Christina sehr nahe, wissen aber auch, dass die Zeit, die sie zusammen haben nur einen Sommer dauernd wird...
Obwohl Vieles in dieser Geschichte vorhersehbar ist, hat es Petra Schier hervorragend geschafft, immer wieder neue Eindrücke zu streuen und das Vorhersehbare spannend oder überraschend zu gestalten.
Auch in diesem Buch geht es zum einen um eine Liebesgeschichte, zum anderen um einen Hund. Und Boss, dessen Gedanken ich in kursiver Schrift mit verfolgen kann, ist so ein klasse Kerl, dass ich mich sofort in ihn verliebt habe. Ihm fällt es nicht leicht Vertrauen zu seinem neuen Besitzer zu fassen, den er als Herrchen einfach nicht anerkennen will. Aber wie er dies alles ausdrückt, auch Worte, die er noch nicht kennt – einfach köstlich.
Aber auch Ben und Christina habe ich schnell in mein Herz geschlossen, immer wissend, dass dies nicht von Dauer sein soll.
Ich habe mich sehr gefreut mal wieder in Lichterhaven sein zu dürfen. Einige der Menschen hier habe ich ja schon kennengelernt und es ist für mich immer, wie Freunde zu besuchen. Auch sie entwickeln sich weiter und ich habe mich sehr gefreut, dass es bei Alexander und Melanie Neuigkeiten gibt. Neue Menschen habe ich auch kennenlernen dürfen, die ab jetzt zu meinen guten Bekannten in dem Ort dazu gehören.
Alle Personen sind so detailiert und farbig ausgetaltet, dass ich eine klare Vorstellung von ihnen im Kopf habe. Die Vertrautheit der Menschen in diesem kleinen Ort und die gute Nachbarschaft habe ich auch in dieser Geschichte wieder spüren können. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Ben, Christina und Boss am Strand toben und schaue den Wellen zu, wie sie an den Strand auflaufen.
Das Leben im Alltag, eine Geburtstagsfeier, eine Liebesgeschichte mit einer Prise Erotik, eine Auslandsreise, ein Heimkehrer – alles spielt hier eine Rolle und alles fügt sich zu einer sehr gut auserzählten Geschichte.
Obwohl man dieses Buch sehr gut lesen kann, wenn man die erste Geschichte aus Lichterhaven nicht kennt, finde ich es von Vorteil sie zu kennen. So lerne ich die Protagonisten von Anfang an viel besser kennenlernen kann.
Ich wurde auch diesmal sehr gut unterhalten und hatte Taschentücher parat, die ich auch gebraucht habe. Und ich warte heute schon sehnsüchtig auf meinen nächsten Besuch bei meinen Freunden in Lichterhaven. Und der wird ganz bestimmt kommen.
Ein toller Nicht-Ratgeber für werdende Mamas
Kleckerlätzchen für Anfänger von Iris Hell
Der blaue Balken vom Schwangerschaftstest stürtzt Kim Weiß in eine Sinnkrise. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Freund Markus. Und nun müssen sie heiraten? Gerade hat sie erst den idealen Job gefunden, an den sie schon nicht mehr geglaubt hatte. Und nun ist sie schwanger. Aber ihr Alter Ego Irmgard, die sie immer rausholt, wenn sie nicht weiter weiß, versteht es, ihr die ersten Ängste zu nehmen.
Denn Kinder sind etwas ganz Wundervolles.
Vom Schwangerschaftstest bis zum Besuch der Kinderkrippe bin ich 15 Monate lang an Kims Seite und erlebe ihren Alltag, ihre Sorgen und ihre Ängste. Ihre Freundinnen melden sich plötzlich nicht mehr, sie schläft erschlagen abends auf der Couch ein, fühlt sich in ihrer Rolle als Mutter an ihre Wohnung gefesselt, hat Probleme mit Rolltreppen, mit zu engen Türen um mit dem Kinderwagen durchzukommen, findet den Camembert in der Besteckschublade und ganz Vieles mehr. Die kleinsten Probleme scheinen ihr über den Kopf zu wachsen.
Ich lerne Worte wie PEKiP kennen, deren Bedeutung mir bis hierher fremd war. Ich staune, wie viel Anstrengung es baucht um einen Krippenplatz zu bekommen und vor allem was die kosten, wenn man einen schnell bekommen kann. Ich bin bei Lil´s erstem Geburtstag dabei und fahre mit der kleinen Familie nach Österreich in Urlaub, bevor die Krippenzeit beginnt.
Obwohl meine Schwangerschaften schon über 3 Jahrzenhnte zurück liegen, erkenne ich mich immer noch in vielen Situationen wieder. Es gibt aber auch Vieles, was ich damals nicht kannte; was es einfach nicht gab. Ich hatte weder ein Stillkissen, noch einen Windeleimer. Um mit unseren Kindern zu spielen brauchten wir keine Kurse. Ja, es hat sich viel getan in der Zeit.
Ein toller Nicht-Ratgeber ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit sehr viel Humor und Leidenschaft für alle, die Mama werden wollen oder es schon sind. Ich finde das Buch toll und habe es sehr gerne gelesen.
Immer nur die Zweite
Mordsfinale. Ostfrieslandkrimi von Ulrike Busch
Oh nein, jetzt ist der neue Fall für Fenna Stern und Tammo Anders schon fertig erzählt. Endlich haben sich die Beiden das Ja-Wort gegeben und ich wollte unbedingt noch wissen, welchen Traum Fenna ihrem Tammo als Hochzeitsreise erfüllt hat.
Doch bevor es soweit war, mussten die Beiden noch einen kniffligen Fall lösen:
In der Seniorenresidenz "Haus Friesenglück" am Rande von Greetsiel sterben innerhalb zwei Woche zwei Frauen.
Nichts ungewöhnliches, sollte man meinen. Aber Hark und Edith, die hier einen mordsmäßig komfortablen und unterhaltsamen Lebensabend verbringen wollen, haben Verdächtiges gehört und lassen von ihrem Freund Frido die Kriminalpolizei rufen. Es stellt sich wahrhaftig heraus, dass der Arzt des Hauses bei einer der Damen vorschnell Selbstmord diagnostiziert hat, um das Haus nicht in Schwierigkeiten zu bringen.
Fenna und Tammo ermitteln mit gewohnter Sorgfalt und fördern Unglaubliches zutage.
In ihrem 5. Fall für die Kripo Greetsiel nimmt sich Ulrike Busch ein Thema vor, dem viele von uns irgendwann entgegen gehen – dem Leben in einem Alten- oder Seniorenheim. Sehr gut finde ich die Idee mit Seniorenbetreuerinnen. Gerade im Alter braucht man immer wieder mal jemandem, und sei es nur um mit ihr seine Gedanken zu teilen.
Auf der anderen Seite will ich nicht wissen, bei wie vielen Senioren ein "normaler" Tod bescheinigt wird, der gar keiner war.
Bisher kannte ich auch nur Insulinspritzen. Aber dank der hervorragenden Recherchearbeit der Autorin bin ich nun klüger und hoffe, dass die Insulintabletten, die in diesem Fall eine Rolle spielen, heute in der Herstellung aber noch viel zu teuer sind, in absehbarer Zukunft vielen Patienten helfen werden.
Der leichte trotzdem fesselnde Schreibstil hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen. Da ich nun schon das 5. Mal in Greetsiel bin, finde ich es immer wieder schön, alte Bekannte wiederzutreffen.
Die Dialoge und die farbig ausgestalteten Protagonisten erwecken eine authentische Atmosphäre, in die ich gerne eintauche und mich mitreißen lasse.
Doch nicht nur der Kriminalfall ist aufregend und spannend beschrieben. Bei Fenna und Tammo spüre ich, wie sie ihrer bevorstehenden Hochzeit entgegen fiebern und wie verliebt sie trotz der vielen Arbeit immer noch sind.
Wer bei einem Krimi ohne viel Blutvergießen auskommen kann, der ist hier mal wieder genau rchtig: Spannende Unterhaltung; vielschichtige Charaktäre; ein Ermittlerduo, das einen interessanten Fall nachvollziehbar löst – was will ich mehr!
Zur Auflösung des Rätsels um die Hochzeitsreise muss ich nun leider bis zum nächsten Fall warten, auf den ich mich heute schon freue.








