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Rezensionen von gaby2707:

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Welchen Fisch magst Du?

Ein Fisch für Hamish von A. H. Benjamin

„Hamish reimt sich auf Fisch“ denkt sich Frau Dorsch und gibt ihrem Kater diesen ausgefallenen Namen. Und da Frau Dorsch Fisch über alles liebt, bekommt auch Hamish ab sofort jeden Tag Fisch vorgesetzt. Wobei sich bei ihm immer neue Nebeneffekte einstellen...

Mein kleiner vierjähriger Nachbar und ich haben das Buch gemeinsam gelesen und angeschaut und hatten viel Spaß dabei.

Besonders die mit vielen kleinen Details ausgestatteten farbigen Illustrationen haben dem Kleinen sehr gut gefallen. Immer wieder hat er Neues entdeckt und die verschiedenen Gesichtszüge von Hamish, den er schon sehr bemitleidet hat, kommentiert.

Die Geschichte dazu ist witzig, absolut kindgerecht geschrieben und passt sehr gut zu den Zeichnungen. Die große Schrift finde ich sehr gut auch zum Selberlesen für kleine ABC-Schützen geeignet.

Ich denke, dass es nicht das letzte Mal war, das wir diese Geschichte gemeinsam lesen und uns darüber unterhalten werden. Sie hat genau den Geschmack des kleinen Buben getroffen.

Mir persönlich gefällt es auch sehr gut, dass der Verlag diese Bücher nach den höchsten Umweltstandarts herstellt – für eine gesunde Zukunft für unsere Kinder.

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Welchen Fisch magst Du?
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„Wenn das Ende nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“

Bleib doch, wo ich bin von Lisa Keil

Milena, von allen nur „Milli“ gerufen, hat ein Problem: An ihrem Praktikumsplatz bei einem Pharmaunternehmen hat sie zwei Ratten geklaut. Bestimmt wird dies für ihre Mutter ein Grund sein, sie endgültig ins Internat abzuschieben. Milli sieht nur eine Chance dem zu entgehen: Ihre Tante Kaya muss ran.

Die ist zwar zuerst gar nicht begeistert von Millis Vorschlag, gibt aber dann nach und stellt sich unter der Angabe Millis Mutter zu sein deren Klassenlehrer. In ihrer „Verkleidung“, vor allem mit der starken Brille von ihrer Schwester Cordula sieht sie fast nichts. Als sie ein paar Tage später auf einer Scheunenparty Lasse Fries kennenlernt, weiß sie nicht, dass dies Millis Lehrer ist, der sie natürlich sofort wiedererkannt hat. Es könnte alles so schön sein, gäbe es da nicht die vielen Missverständnisse…

Hach, eigentlich bin ich ja schon so lange aus dem „Schmetterlinge-im-Bauch“-Alter raus. Aber diese Lektüre hat mir richtig viel Spaß gemacht.

Lisa Keil versteht es, ihre Protagonisten so menschlich zu zeichnen, mit Ecken und Kanten, mit einer Herzlichkeit, die mir das Herz aufgehen lässt. Kaya Mahler habe ich von der ersten Zeile an ins Herz geschlossen. Ich mag die junge Frau, die ihr Pony Achterbahn und ihren wichtigsten Freund Rob über alles liebt; die in ihrem Buch-Cafe aufgeht; die One-Night-Stands nicht abgeneigt ist und einfach das Leben liebt und genießt. Bis zu dem Zeitpunkt als sie Lasse kennenlernt. Ab da ist nichts mehr wie vorher.

Und Lasse Fries? Der ist nach einer hässlichen Trennung bei der sein Vertrauen sträflich missbraucht wurde aus der Stadt aufs Land geflohen. Und nun, nachdem er Kaya kennengelernt hat – will er bleiben? Oder doch zurück in die Stadt? Will er sich auf die quirlige Kaya einlassen?

Ich habe es genossen, bei dem Auf und Ab des Kennenlernens und dem Beginn ihrer Beziehung dabei sein zu dürfen. Lisa Keil stellt die beiden jungen Menschen so liebevoll dar. Sie lässt mich abwechselnd die Gedanken von Kaya und Lasse lesen. So bin ich immer genauestens informiert, was gerade in den Beiden vor sich geht.

Der lockere leichte Schreibstil hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen. Die Spannung, die durch das Auf und Ab der Liebesgeschichte entsteht, bleibt bis kurz vor Schluss erhalten. Ich bekomme einen kleinen Einblick in das Landleben von Neuberg und lerne auch Lasses Bruder in Köln kennen.

Eine abwechslungsreiche, humorvolle Liebesgeschichte über Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Wahrheit und Lügen, die mir wundervoll entspannende Lesestunden beschert hat.

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„Wenn das Ende nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“
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„Was man nie hatte, kann man auch nie vermissen“

Alles, was passiert ist von Yrsa Daley-Ward

Als Jugendliche reist die schwangere, gerade mal 14-jährige Marcia Daley-Ward zu ihren Eltern in den hohen Norden von England nach Chorley. Um ihren eigenen Weg zu gehen, weg von ihren Eltern, arbeitet sie als Krankenschwester in zwei Schichten, bald nicht mehr fähig, ihre beiden Kinder, die der ersten Schwangerschaft gefolgt sind, zu betreuen.

So werden Yrsa und ihr kleiner Bruder Roo zu den streng gläubigen Großeltern abgeschoben und führen hier ein Leben, das durch Verbote geprägt ist. Kino, Partys, Schmuck, Halloween, Kaffee und Fleisch werden strikt abgelehnt. Mit 17 begehrt Yrsa, der man immer wieder sagt, wie schön sie ist, auf. Sie beschließt nicht zu studieren, sondern will Modell, Schauspielerin oder Sängerin werden. Dabei gelingt es ihr aber nicht, die Kontrolle über ihr Leben zu bekommen. Alkohol, Drogen und größtenteils ältere Männer bestimmen ihr Leben. Erst nach dem Krebstod ihrer Mutter findet sie langsam zu sich selbst und nimmt ihr Leben in die Hand.

Es hat schon ein paar Seiten gedauert bis mich an den so poetischen, alles auf den Punkt bringenden, so ganz anderen Schreibstil gewöhnt hatte. Aber dann hat er mich einfach gefesselt. Oft legt sie mir zu einem Thema nur ein paar knappe Sätze vor. Mal deutet sie nur an, vieles bleibt unklar und ich muss mir selbst meine Gedanken machen.

Yrsa Daley-Ward beschreibt ihr bisheriges Leben ohne Schnörkel, beschönigt nichts, fördert bei mir Bilder ihres Lebens zutage, die für mich oft nicht leicht zu verdauen sind. Vor allem die Berichte ihrer Kindheit als schwarzes Mädchen in einer weißen Gesellschaft haben mich stark beschäftigt. In kurzen knappen Sätzen lässt sie mich teilhaben, an dem, was sie alles erlebt hat, was ihr widerfahren ist. Egal ob gut oder schlecht. Nichts wird beschönigt. Ich erlebe ihren Schmerz, aber auch ihr Glück.

Eine so ganz anders erzählte Lebensgeschichte einer jungen Frau, die trotz der widrigsten Umstände ihr Leben meistert und zu sich selbst findet.
Keine alltägliche Lektüre, aber wenn man sich auf sie einlässt absolut lesenswert.

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„Was man nie hatte, kann man auch nie vermissen“
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Kubanerin zu sein heißt stolz zu sein

Nächstes Jahr in Havanna von Chanel Cleeton

Havanna 1958:
Elisa Perez lebt mit ihren Eltern und ihren Schwestern Isabel, Maria und Beatriz in einer Familienvilla am Meer in Varadero bzw. in einem feudalen Stadthaus in Havanna. Beatriz´Zwillingsbruder Alejandro hat sich den Freiheitskämpfern um Fidel Castro angeschlossen und fast keinen Kontakt mehr zur Familie.

Ihr Vater Emilio leitet ein bedeutendes Zuckerunternehmen. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Familie beschließt, geschlossen das Land zu verlassen. Danach hat Elisa, die sich in einen Freiheitskämpfer verliebt hat, keinen Fuß mehr in ihr Heimatland gesetzt.

Miami 2017:
Marisol Ferrera, eine Enkelin von Elisa, will den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter erfüllen und ihre Asche nach Kuba zurück bringen. Bei Ana, der ehemals besten Freundin ihrer Großmutter, die immer noch direkt neben dem ehemaligen Haus der Familie Perez wohnt, fühlt sich Marisol sofort zuhause. Durch Ana erfährt sie viel über das Leben ihrer Großmutter. Als Ana ihr eine Schachtel übergibt, die sie mit Elisa kurz vor der Ausreise nach Amerika vergraben hat, ist das der Beginn, an dem sich Merisol tiefer auf die alte Familiengeschichte einlässt und beginnt, nach dem Mann zu suchen, den ihre Oma so geliebt hat. Auch ihre Wurzeln will sie endlich finden und kennenlernen. Dabei lernt auch sie einen Mann kennen, der ihr Herz im Sturm erobert.


In diesem Familienroman über die Industriellenfamilie Perez nimmt mich Chanel Cleeton mit auf die wunderschöne Karibikinsel Kuba. Abwechselnd lerne ich Land und Leute einmal an der Seite von Elisa kennen, dann wieder aus heutiger Sicht durch ihre Enkelin Marisol. Durch die eindringlichen und farbenfrohen Beschreibungen meine ich sehr bald direkt vor Ort und mittendrin zu sein. Durch Ana lerne ich, wie schwer es auch heute noch ist, in diesem scheinbaren Paradies zu leben. Versorgungsengpässe bestimmen das Leben und organisieren ist lebenswichtig. Ich erfahre auch Vieles über die politische Lage, z.B. aus der Zeit als Fidel Castro und Freiheitskämpfer Che Guevara die Batista-Regierung stürzen wollen und Folter, Gewalt und Unterdrückung an der Tagesordnung sind. Aber auch heute ist die politischen Lage noch immer angespannt.

Ich mag die Menschen, denen ich hier begegne. Allen voran Elisa und Pablo, Marisol und Luis. Die Liebesgeschichten der beiden Frauen gleichen sich sehr und bringen neben den Sorgen, die die beiden Frauen, jede in ihrer Zeit haben, den Touch Romantik in die Geschichte. Auch die anderen Charaktere sind glaubwürdig, menschlich, liebevoll und mit den verschiedensten Eigenschaften ausgestattet, gut vorstellbar gezeichnet. Ich konnte ihre Sorgen, ihren Kummer, die Trauer, Hoffnungslosigkeit, Angst und Unsicherheit gut nachempfinden. Aber auch die Hoffnung, die ich gut verstehen kann, nimmt einen großen Teil der Geschichte ein.

„Nächstes Jahr in Havanna“ spült so viele Emotionen an die Oberfläche, hat mich gefesselt und in mir den Wunsch geweckt, dieses Land, von dem ich nicht so Vieles wusste, einmal zu besuchen. Vielleicht gelingt es mir auf Elisas und Marisols Spuren zu wandeln.

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Kubanerin zu sein heißt stolz zu sein
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Schockierend und brutal

Er will sie sterben sehen von Carmen Mola

Zusammen mit ihren Freundinnen feiert die 22-jährige Susana Macaya ihren Junggesellinnenabschied und verschwindet daraufhin. Ein paar Tage später wird die Leiche der jungen Frau im Park Quinta de Vista Alegre gefunden. Mit drei Löchern im Kopf, aus denen Maden austreten. Sie wurde von innen aufgefressen.

Auf die gleiche Weise wurde vor ein paar Jahren ihre Schwester Lara, die ebenfalls kurz vor ihrer Hochzeit stand, umgebracht. Damals wurde der Täter, Miguel Vistas, der bis heute seine Unschuld beteuert, ermittelt und sitzt heute noch in der JVA Estremera ein. Hat man den Falschen festgesetzt oder gibt es einen Nachahmungstäter?
Inspectora Elena Blanco, Chefin der Brigade für Sonderermittlungen in Madrid, versucht mit ihrem Team alles, um diesen Fall aufzuklären.
Bevor ich zusammen mit Elena und ihrem Team anfange zu ermitteln, stoße ich auf einen kleinen Jungen, der eingesperrt in einem Schuppen Höllenängste aussteht. Schon hier ahne ich, dass er irgendetwas mit den Morden an Susana und Lara zu tun hat. Aber wer ist der kleine Kerl?


Der Schreibstil lässt sich leicht und locker lesen; die Erzählung in der Gegenwartsform lässt mich mitten im Geschehen sein und die kurzen Kapitel heizen die Spannung der Geschichte, die mich ab der ersten Seite fesselt, immer weiter an. Da einige Stellen doch sehr brutal beschrieben sind, habe ich versucht, mein Kopfkino bei diesen Szenen auszuschalten, was mir aber nur schwer gelungen ist. Zwischendurch gibt es auch ein paar langatmige Passagen, bei denen ich dann wieder durch schnaufen konnte. Zum Ende hin werden sehr viele Klischees bedient, was mir nicht so gut gefallen hat.
Das Ende, ja, das hat es wirklich in sich. Alle gesammelten Puzzleteile fügen sich zusammen. Ich hätte hinter dem kleinen Jungen, der mein Herz berührt hat und von dem ich immer wieder lesen musste, wie verzweifelt er sich aus seinem „Gefängnis“ heraus sehnt, nicht diesen Mann bzw. Täter vermutet.

Elena und ihr Team haben es nicht leicht bei ihren Ermittlungen, die immer wieder stagnieren. Es liest sich interessant, wie sie sich Schritt für Schritt dem Täter nähern und ihn schlussendlich auch festsetzen können.

Mit einigen der facettenreich, authentisch und gut vorstellbar beschriebenen Protagonisten habe ich mich schnell angefreundet. Mit anderen bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Gerade Elena, die ein schweres Schicksal zu tragen hat, die gerne und oft dem Grappa zuspricht, die One-Night-Stands zugetan ist und die Karaoke singt, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Ich fände es sehr schön, wenn ich ihr und ihrer Sonderkommission bald bei einem neuen Fall über die Schulter schauen könnte.

Ein brutaler, spannender Thriller, der mich gut unterhalten hat mit einer Kommissarin mit der ich gerne weitere Fälle lösen würde.

4,5 von 5 Sternen

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Schockierend und brutal
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Wölfe im Spreewald?

Spreewaldwölfe von Christiane Dieckerhoff

Angeblich soll es im Spreewald wieder Wölfe geben. Was die Wolfsanhänger und Naturschützer toll finden, bringt die Wolfsgegner, vor allem die Schafzüchter auf die Palme. Angeheizt wird die Situation, als auf einer Weide die grausam zugerichtete Leiche eines Jungen gefunden wird. Aber war das wirklich ein Wolf oder muss sich Polizeiobermeisterin Klaudia Wagner mit ihrem Team auf die Suche nach einem perfiden Mörder machen?


Dies ist nun schon das vierte Mal, dass ich mit Klaudia Wagner und ihrem Team in Lübbenau auf Tätersuche gehe.

Und ich komme immer wieder sehr gerne in den Spreewald, der hier so idyllisch, malerisch und einfach schön und lebenswert beschrieben wird, zurück.

Mir hat das hier behandelte Thema der Wiederansiedlung von Wölfen oder die Wölfe allgemein sehr gut gefallen. Es gibt da einiges, was ich nicht wusste. Aber dieses Wissen wird nicht schulmeisterhaft vermittelt, sondern gekonnt in die Geschichte rund um den Fund der Leiche behandelt.

Aber es geht nicht nur um die Wölfe. Auch andere Schicksale werden angesprochen; die psychischen Probleme erzeugen eine dunkle, düstere Grundstimmung. Gerade mit Stefan, der durch einen Unfall seine schwangere Frau Franziska verloren hat, habe ich hier sehr gut mitfühlen und ihn verstehen können. Auch Jurijs Schicksal, der hier im Spreewald eine eine neue Aufgabe gefunden hat, die auch mit Wölfen zu tun hat, hat mich nicht kalt gelassen.
Sehr schön finde ich, wenn hier Personen, die ich aus den Vorgängerfällen kenne, wieder dabei sind und eine Rolle übernehmen. Besonders auf Herrn Schiebschick und seinen Dialekt, der Klaudia seine „Holca“ nennt, freue ich mich jedes mal wieder.

Die Spannung kommt in der ersten Hälfte der Geschichte für mich etwas zu kurz. Was vielleicht auch daran liegt, dass die sehr vielen hier handelnden Personen ausgiebig vorgestellt werden. Im zweiten Teil zieht sie aber dann gewaltig an und ich kann wie gewohnt mitfiebern und mit ermitteln. Zum Schluss hin, klärt sich alles auf und die losen Fäden werden verbunden.

Christiane Dieckerhoff hat mich auch diesmal mit ihrem eingängigen Schreibstil, ihrem Verwirrspiel und der Aufklärung nicht enttäuscht. Sie hat mir mit dem vierten Fall der Kripo Lübbenau wieder spannende, unterhaltsame und diesmal auch lehrreiche Lesestunden beschert.

4,5 von 5 Sternen

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Wölfe im Spreewald?
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Spannend und sehr familiär

Spreewaldwölfe von Christiane Dieckerhoff

Auf der Insel Rügen häufen sich die Todesfälle von jungen, scheinbar gesunden Menschen. Es schaut nach Herzversagen aus, was die Pathologen aber nicht bestätigen. Was verband diese Menschen? Kriminalhauptkommissarin Luna Maiwald, die nach einer „Zwangspause“ wieder ihren Dienst angetreten hat, hat mit ihrem Team nicht nur diese Toten am Hals.

Am Strand wurde eine Frau gefunden, ebenfalls tot. Dass es ein Reitunfall war ist ziemlich unwahrscheinlich für eine Westernreiterin. Hat ihr ungewöhnlicher Beruf etwas mit ihrem Tod zu tun? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?
Aber nicht nur die vielen Toten machen Luna das Leben schwer. Auch Ingmar Wolf tritt wieder in ihr Leben...


Wow, das war wieder so ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte.

Spannung ab der ersten Seite, die auch nicht darunter leidet, dass ich sehr viel familiäres von Luna und ihren Lieben erfahre.
Luna Maiwald, starrköpfig, chaotisch, bestimmend, mit einem Faible für Hüte und bunte Gummistiefel und unkonventionellen Ermittlungsmethoden habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie verliert sich allerdings zu oft in ihrer Arbeit, vernachlässigt dadurch ihren Ehemann Fred und vor allem ihre Tochter Marcia. Und sie sollte sich endlich ihren Ängsten stellen.
Bei ihrer Arbeit wird sie von einem kompetenten Team unterstützt. Hier mag ich ihren Kollegen Schröder sehr gerne, mit dem sie sich witzige und informative Schlagabtausche liefert.

Ich finde es sehr interessant, wie ausgefeilt und gut vorstellbar mir Emma Bieling die Polizeiarbeit, die Arbeit der Pathologie und der Spusi nahe bringt. Ich kann mir alles sehr gut vorstellen, bin mittendrin und schaue jedem Einzelnen über die Schulter. Leider haben meine eigenen Ermittlungsergebnisse mich nicht zum Täter geführt. Gut gemacht, Frau Bieling.

Auch der Flair von Rügen und der kleinen Insel Hiddensee hat mich eingefangen. Macht Lust auf Inselurlaub.

Obwohl man das Buch auch ohne Kenntnis der Vorgängerbandes verstehen kann, hätte ich den ersten Band doch lesen sollen. Es macht einiges, von dem hier gesprochen wird, bestimmt noch klarer.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Sehr abwechslungsreich, voller Familiengeschichte und spannungsgeladen. Ich hoffe doch sehr, dass ich Luna und die Menschen um sie herum bald wiederlesen darf.

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Wölfe im Spreewald?
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Regt zum Nachdenken an

Spreewaldwölfe von Christiane Dieckerhoff

Ein Mann wird tot aus dem Rhein geborgen. Der Obdachlose Karl Stammer hatte an einer Pharmastudie für ein neues Antibiotikum teilgenommen um mit dem Geld für sich, seine ebenfalls obdachlose Verlobte Helena Kramer und ihr ungeborenes Kind ein neues Leben aufzubauen. Nun ist er tot. Helena sieht, wie sie ihn aus dem Rhein ziehen und verliert zu allem Unglück auch noch ihr Kind.

Ab diesem Zeitpunkt will sie nur noch den Tod ihres Lebensgefährten aufklären. Zusammen mit Karls Bruder Jakub meldet sie sich selbst als Testperson für dieses Medikament und bringt sich damit in allerhöchste Gefahr.


Das Thema multiresistente Erreger z.B. in Krankenhäusern und nicht mehr wirksame Antibiotika wird immer aktueller und ich habe leider schon selbst damit Erfahrungen machen müssen. Hier zusammengeführt mit dem Thema menschliche Testpersonen bekomme ich einen hoch explosiven, spannenden und interessanten Thriller vorgesetzt. Es geht um Macht, Geld, Mauscheleien unter der Hand und Korruption. Aber auch um Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe.
Bei einem Gespräch zwischen einem Vertreter der Pharmaindustrie und einem Arzt hat mich direkt die Wut gepackt. Darin steht das Geld weit über einem Menschenleben. Sabine Giesen schildert die Gegebenheiten und die Umstände so real, dass ich mir gut vorstellen kann, dass es irgendwann so weit kommt. Wenn es nicht sogar schon so weit ist.

Helena Kramer ist trotz ihrer widrigen Lebensumstände, über die ich gerne noch viel mehr erfahren hätte, eine so starke, taffe Frau mit viel Herz, die mir sofort sympathisch ist. Ebenso ins Herz geschlossen habe ich Anna und Andi, zwei junge Menschen, die ungewollt mit Helena zusammentreffen und sofort helfen. Obwohl es daraufhin auch mit ihrem stillen Leben vorbei ist. Genau so gibt es die absoluten Unsympathen, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen um an Geld oder Macht zu kommen.

Die Geschichte lässt sich leicht und flüssig lesen. Sabine Giesen zieht mich schnell in den Thriller hinein. An manchen Stellen macht sie mich durch die Schilderungen richtig wütend aber auch nachdenklich. Die Unterschiede zwischen reich und arm, zwischen High Highsociety und Obdachlosigkeit werden sehr deutlich.

„Helenas Verfolger“ machen mich sprachlos, nachdenklich und wütend, haben mich aber auch für einige Stunden sehr gut unterhalten und sind es absolut wert gelesen zu werden.

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Für mich zu viel Liebesgeschichte für einen Krimi

Syltfeuer von Sibylle Narberhaus

Es ist Dezember und auch auf Sylt geht alles etwas langsamer. Landschaftsarchitektin Anna Bergmann fährt zu einer Beisetzung auf die Insel. Ihr Gönner Johannes von Waldenbach, den sie durch ein Stipendium kennengelernt hatte und der sich in Amerika John Woodbrook nannte, ist verstorben. Dies verbindet sie mit einem Besuch ihrer Freundin Britta, die zusammen mit ihrem Mann ein Hotel auf der Insel leitet und natürlich sofort ein Appartement für Anna zur Verfügung stellt.

Gleichzeitig bekommt sie Post von einem Nachlassverwalter, der sie zur Testamentseröffnung in Sachen von Waldenbach bittet.

Die Polizei in Westerland ist gerade von einer Krankheitswelle gebeutelt, da muss sie sich einerseits um eine Einbruchsserie kümmern, bei der ein Hausbesitzer erschlagen wurde. Außerdem wird auf einem Parkplatz zum Ellenbogen ein Mann gefunden – erschossen.

Britta und ihr Mann Jan wollen Anna auf der Insel an den Mann bringen. Und plötzlich muss sie sich zwischen zwei Männern entscheiden.


Ich war gerade erst auf Sylt und musste natürlich dieses Buch sofort lesen. Eine wunderschöne Liebesgeschichte umrahmt von kriminellen Machenschaften auf der Insel der Schönen und Reichen.

Ich habe Anne Bergmann kennengelernt und schon war mir die junge Frau sehr sympathisch. Genau so wie ihre Freundin Britta mit ihrer Familie und wie die beiden Männer, die großes Interesse an ihr zeigen. Alles genau so, wie man es sich auf Sylt halt vorstellt. Aber auch die anderen Protagonisten stellt mir die Autorin mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren Problemen, Ängsten und ihren so unterschiedlichen Wesen sehr gut vorstellbar vor. Es gibt wie immer aber auch hier Menschen, die ich einfach zutiefst unsympathisch finde. Ich kann ihr Handeln und ihre Gedanken alle gut nachvollziehen und bin schon nach ein paar Seiten völlig im Buch gefangen.

Anders geht es mir mit der Aufklärung. Da hatte ich mir die verschiedensten Szenarien vorstellen können, musste aber immer nach einer neuen Wende oder neuen Erkenntnissen davon ablassen. Insgesamt hat mir dieses kriminelle Konstrukt sehr gut gefallen.

Da die Geschichte für mich in der Hauptsache von der Liebesgeschichte rund um Anna lebt, kommt für mich die Spannung, die zwar unterschwellig immer da ist, etwas zu kurz.

Durch die vielen wunderschönen Beschreibungen der Inselorte, der Menschen und der Landschaft kommt der lokale Aspekt richtig schön hervor. Ich hatte gleich einige der Orte wieder vor Augen. Einfach nur schön. Die Stimmung, die dort im Dezember herrscht wurde gekonnt und gut vorstellbar eingefangen.

Auch wenn ich dieses Buch nicht direkt als Krimi bezeichnen würde, hatte ich doch wunderschönem unterhaltsame und auch spannende und interessante Lesestunden. Ich bin gespannt, ob und wie es mit Anna und ihrem Liebsten weitergeht.

4,5 von 5 Sternen

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Für mich zu viel Liebesgeschichte für einen Krimi
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Kein Buch nur so mal für zwischendurch

All die unbewohnten Zimmer von Friedrich Ani

Aus einem Fenster in einem Haus am Weißenburger Platz in München wird eine Frau erschossen. Ein Polizist wird durch eine weitere Kugel verletzt. Kriminaloberkommissarin Fariza-Marie Nasri hat im Nachbarhaus einen Bekannten besucht und ist als erste am Tatort. Ermittelt ist der Schütze schnell, nur finden kann man ihn nicht.

Bei ihren Recherchen stößt Fariza auf einen ungeklärten Polizistenmord, der das K111 vor eine wie es scheint unlösbare Aufgabe stellt.


Bereits in der dritten Zeile, bei der Begegnung von Tabor Süden und Fariza Nasri, fühle ich als Münchnerin mich durch den Lauf über den Marienplatz mitten in die Geschichte hineingezogen.
Über jedem Kapitel steht ein kleiner Satz, den man dann während des Lesens in den Abschnitt zuordnen kann. Eine gute Idee, die die komplexe Story etwas auflockert.
Zu Beginn eines jeden der fünf Teile bleibt es noch im Dunkeln, wer hier die Hauptperson ist. Das ergibt sich erst während des Lesens. Ich lerne nicht nur die vier Ermittler kennen: den ehemaligen katholischen Mönch Polonius Nikolai Maria Fischer, Jakob Franck, den „Verschwundenensucher“ Tabor Süden und
Kriminaloberkommissarin im K11 Fariza-Marie Nasri, sondern auch die einzigartigen Ermittlungsmethoden eines Jeden.

Ich liebe die bunte, facettenreiche, ruhige, blumige Sprache mit der Friedrich Ani mir seine Protagonisten und die Geschichte näher bringt. Obwohl die Spannung hier nur unterschwellig immer da ist, hat sie mich gefesselt. Man muss sehr viel mitdenken und vor allem aufmerksam lesen, damit man auch die kleinsten Feinheiten mitbekommt.
Vier Wochen bin ich mit den Ermittlern unterwegs, lerne sie und die verschiedensten Menschen kennen und bekomme einen tiefen Einblick in ihr Innerstes. Manches hat mich schockiert, anderes hat mich berührt. Alles zusammen ergibt einen Sinn und zeigt einfach, wie breit gefächert die menschlichen Eigenschaften und Abgründe sind.

Ich habe diese Geschichte, die mir Friedrich Ani hier vorlegt, wie ein Puzzle betrachtet. Immer neue Erkenntnisse füllen nach und nach die noch offenen Stellen. Bis sich schließlich ein klares, verständliches Bild vor meinen Augen präsentiert.

Der Autor legt mir hier aber nicht nur einen spannenden und interessanten Fall vor. Er beleuchtet auch den gegenwärtigen Stand in Deutschland. Friedrich Ani nimmt die derzeit herrschenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse auseinander und hält mir einen Spiegel vor. Unfähige Polizei, Fremdenhass, Vorurteile, verschwundene Kinder, Altersarmut, der immer breiter werdende Graben zwischen Ost und West, zwischen arm und reich, ergeben einen spannenden Krimi und einen interessanten Gesellschaftsroman.

Kein Buch zum schnell mal weglesen, sondern eine besondere Lektüre zum Genießen und zun Nachdenken.

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Kein Buch nur so mal für zwischendurch