Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anna625:
Hat mich nach kurzem Zögern überzeugt
Die Feuer von Claire Thomas
Während in den Weiten Australiens die Feuer wüten, begegnen sich die drei Frauen Margot, Summer und Ivy im Theather. Sie alle haben sich vor ihren Ängsten und Sorgen in die Vorstellung eines Stücks von Samuel Beckett geflüchtet. Winnie, die Protagonistin des Dramas, steckt dabei hüftabwärts in einem Erdhügel und wird so zum regungslosen Ausharren in einem Zustand gezwungen, aus dem sie sich nicht befreien kann oder möchte, wodurch sie nach und nach ihren eigenen Verfall hervorruft.
Ähnlich wie Winnie ergeht es auch den drei Frauen im Publikum, die alle in einer komplizierten, unschönen Version ihres Lebens gefangen sind, aus der sie sich bislang aber nicht befreit haben: Margot ist Literaturprofessorin und muss die körperliche Misshandlung durch ihren dementen Mannes ertragen, während sich die Beziehung zu ihrem Sohn vor allem durch Distanz auszeichnet; die Studentin und Platzanweiserin Summer weiß nicht, wer ihr Vater ist, und muss um das Leben ihrer Geliebten fürchten, die sich in der Nähe dergroßen Feuer aufhält; Kunstmäzenin Ivy hat es zu großem Reichtum gebracht und kann damit doch nicht die Veluste der Vergangenheit aufwiegen.
"Die Feuer" ist eine solide Studie, eine Momentaufnahme dreier Frauen, die sich trotz aller Unterschiede in ihren Ängsten letztendlich gar nicht so unähnlich sind. Wie die Protagonistin des Theaterstücks sind sie gefangen in einem Zustand, der ausweglos erscheint, und schweifen aus dieser Situation heraus gedanklich immer wieder in die Vergangenheit. Doch anders als in Winnie, die sich wortwörtlich immer weiter eingraben lässt und ihre Lage leugnet, steckt tief in den drei Frauen die Kraft, sich zu befreien.
Erst jetzt im Nachhinein, während ich nochmal über den Roman nachdenke, wird mir bewusst, wie geschickt er konstruiert ist. In der Pause zwischen den Akten, dem Moment, in dem sich die drei Frauen begegnen - dieser Teil ist selbst in Dramform geschrieben -, wendet sich das Schicksal der Protagonistinnen. Und das, ohne dass es ihnen selbst oder mir beim Lesen sofort bewusst geworden wäre. Doch in dieser Begegnung liegt das Potential für sie, sich zu befreien, während Winnie auch im zweiten Akt die Notwendigkeit einer Entscheidung verleugnet.
Vielleicht ein bisschen viel Butter
Butter von Asako Yuzuki
Rika ist Journalistin und fasziniert vom Fall der mutmaßlichen Serienmörderin Manako Kajii, die ihre Opfer mit ihren Kochkünsten verführt haben soll. Nach mehreren Briefen gelingt es Rika, zu Kajii ins Gefängnis vorzudringen, wo diese gerade auf ihre zweite Verhandlung wartet. Doch Kajii weigert sich hartnäckig, sich mit irgendjemandem über die Morde zu unterhalten, weshalb Rika stattdessen versucht, ihr Vetrauen mit Gesprächen übers Kochen zu gewinnen.
Nach und nach entdeckt sie dabei auch ihre eigene Liebe zum Essen und findet so eine Möglichkeit, dem harten Alltag als Frau in der japanischen Gesellschaft wenigstens für eine Weile zu entfliehen und ein ganz neues Selbstgefühl zu entwickeln.
Kritikpunkte sind für mich einerseits, dass ich mit den Protagonistinnen nicht recht warm wurde, da ich ihr Handeln häufig nicht ganz nachvollziehen konnte. Vielleicht ist das dem geschuldet, dass der Fokus nicht so sehr auf ihren Empfindungen lag, sofern diese über die Lust am Essen hinaus gingen; was dann auch schon mein zweiter Kritikpunkt ist: Insgesamt ging es mir - man hätte es sich bei Cover und Titel denken können, ich gebe es zu - einfach zu viel um Butter in all ihren Facetten. Gerade in der ersten Romanhälfte habe ich es häufig so empfunden, dass sich mehr die Handlung an den Gerichten orientiert als dass letztere Teil der Handlung sind. Mit der Zeit konzentriert sich der Roman dann jedoch mehr auf die patriarchalischen Vorstellungen der Gesellschaft, was mir dann auch besser gefallen hat.
Zentrales Thema sind die Anforderungen an die japanische Frau, die schlank, ehrgeizig, genügsam, fleißig, hübsch und gehorsam zu sein hat und am besten Arbeit, Familie und Haushalt unter einen Hut bekommt, ohne sich zu beschweren. Dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist, sollte jedem klar sein, und es wird auch im Roman mehr als deutlich spürbar: Daran, wie die Frauen sich mit allen Mitteln in ein völlig verdrehtes und ungesundes Bild ihres Körpers zu zwingen versuchen; daran, dass es vollkommen üblich ist, als weibliche Journalistin Informationen nur gegen entsprechende körperliche Gefälligkeiten zu bekommen (und dafür am Ende des Tages trotzdem weniger Rechte und weniger Verdienst zu erhalten); daran, dass kaum ein Kind in einem gesunden, gut funktionierenden familiären Umfeld aufzuwachsen scheint. Die Darstellung dieser Aspekte hat mir sehr gut gefallen, gerade auch, da die Protagonistin dahingehend im Laufe des Romans eine große Entwicklung durchmacht.
Insgesamt ist "Butter" für mich ein Roman, der mir irgendwie gefallen hat und irgendwie auch wieder nicht so ganz. Interessant fand ich die Lektüre aber allemal.
Beeindruckend erzeugte Atmosphäre
Tell von Joachim B. Schmidt
Wilhelm Tell, so heißt der Protagonist von Schillers Drama, das auf dem Leben des gleichnamigen Freiheitskämpfers aus der Schweiz basiert. Doch ist es überhaupt nötig, einen Roman zu schreiben, wenn es schon ein Drama gibt? Joachim B. Schmidt zeigt: Ja, ist es.
In kurzen Kapiteln aus wechselnder Sicht - insgesamt 20 Figuren sind es, deren Perspektive wir hier zu lesen bekommen - erzählt der Autor die Geschichte eines Mannes nach, der sich gegen die Macht des amtierenden habsburgischen Landvogts auflehnt und daraufhin zum Apfelschuss auf seinen Sohn gezwungen wird.
Doch noch viel mehr als diese eine, bekannte Szene vermag Schmidt einzufangen: Es ist die Kulisse einer kargen Berglanschaft, die den Menschen zum Überleben alles abverlangt, kombiniert mit eigenwilligen, urig-skurrilen Charakteren, die die Atmosphäre des Romans ausmachen. Es herrscht eine Disharmonie, eine Abneigung zwischen vielen der Figuren vor, die mich schon in den ersten Kapiteln faszinieren konnte. Und dennoch ist es auch eine Geschichte der tief empfundenen Zuneigung, die hier erzählt wird. Tell selbst kommt dabei erst ganz am Ende des Romans zu Wort, bis dahin sind es die anderen Figuren, die zu ergründen suchen, was im Kopf des stillen, abwe(i)send wirkenden Mannes vor sich geht.
In wenigen Worten gelingt es Schmidt, einer ganzen Fülle an Charakteren erstaunliche Tiefe und Vielfalt zu verleihen, und das, obwohl auf die meisten selten mehr als ein oder zwei Seiten am Stück entfallen. Entgegen meiner Befürchtungen hatte ich nie das Gefühl, nur eine Aneinanderreihung von Fragmenten zu lesen; eher ist es ein großes Puzzle, das hier nach und nach entsteht, und bei dem nicht selten eine Episode der nächsten die Hand reicht und ein detailliertes, tiefsinniges Bild von Land und Leuten zeichnet. In solch kurzen Kapiteln eine derart eindrückliche Atmosphäre zu erschaffen, ist ganz große Kunst.
"Tell" ist für mich ein Roman, von dem ich mir nach "Kalmann" viel erhofft hatte und der meinen Erwartungen auch vollkommen gerecht werden konnte. Ich freue mich auf mehr von Joachim B. Schmidt!
Manchmal ist weniger mehr
Zum Paradies von Hanya Yanagihara
Wo fängt man an bei einem Roman, der eigentlich aus drei größtenteils unabhängigen Geschichten besteht? Vielleicht genau damit, denn das war es, was mein Gefühl beim Lesen geprägt hat. Zwischen den einzelnen Geschichten liegen jeweils hundert Jahre, sie spielen alle auf dem amerikanischen Kontinent und behandeln alle Themen wie Homosexualität, Armut vs.
Reichtum, Krankheit, Sehnsucht. Was mir aber gefehlt hat, ist eine wirkliche Verbindung, die über die thematische hinausgeht. Ja, es gibt einige wenige Anspielungen auf den möglichen Fortgang der jeweils anderen Geschichten, aber im Großen und Ganzen bleiben ihre Enden mehr als offen. Erwartet hatte ich eine Handlung, die sich über drei Jahrhunderte erstreckt, stattdessen musste ich mich gleich dreimal auf völlig neue Geschichten einlassen, die sich in ihrer Weitschweifigkeit verlieren.
Dabei macht Yanagihara durchaus deutlich, dass sie schreiben kann. Die Figuren und ihr Schicksal werden einfühlsam beschrieben, ihr Leid in allen Facetten geschildert - und doch habe ich bis zur dritten Geschichte gebraucht, um mich darauf einlassen zu können. Erst hier wurden die Protagonist*innen für mich greifbarer, erst hier konnte ich mich in sie hineinfühlen und mit ihnen hoffen. Sicherlich hat dazu auch die spannende bis beklemmende dystopische Grundstimmung beigetragen, die hier vorherrscht; in den beiden vorherigen Teilen hat mir diese Spannung größtenteils gefehlt. Gerade die zweite empfand ich über weite Strecken als sehr anstrengend, was das Weiterlesen manches Mal zur Überwindung gemacht hat.
Meine Kritik besteht hauptsächlich in der für meinen Geschmack zu losen Verknüpfung und der darunter leidenden, fehlenden Tiefe der Charaktere und Handlung(en). Ich frage mich, ob es wirklich notwendig war, drei Geschichten in ein Buch zu packen? Meiner Meinung nach nicht unbedingt.
Insgesamt ein Roman, den man lesen kann, aber nicht muss - mich hat er eher weniger überzeugt.
"Nichts" zu tun ist nicht immer die beste Entscheidung
Zusammenkunft von Natasha Brown
Manchmal will man ein Buch mögen, kann sich aber einfach nicht damit anfreunden. So ging es mir bei "Zusammenkunft".
Im Zentrum des Romans stehen eine junge Frau und Themen wie Rassismus und Sexismus. Wir begleiten die namenlose, afro-britische Protagonistin, die im Londoner Finanzsektor arbeitet und mit aller Kraft nach oben strebt.
Die Handlung beschränkt sich auf einen Ausschnitt von etwa 24 Stunden, in denen sie sich auf die Gartenparty der Eltern ihres (reichen, weißen) Freundes vorbereitet und die ersten paar Stunden dort verbringt.
Das ist selbst für ein solch kurzes Buch sehr wenig Handlung, und so liegt der Fokus mehr auf ihrer Wahrnehmung der britischen Klassengesellschaft, von der sie ihrer Herkunft wegen noch immer ausgegrenzt wird.
Das klingt so weit alles ganz spannend, für mich hat dieses Buch aber leider einfach nicht funktioniert. Das liegt insbesondere an der Tatsache, dass die Protagonistin im Laufe der Geschichte immer wieder darauf hinweist, was sich alles ändern muss, immer wieder anspricht, dass sie so viel mehr Möglichkeiten hat als all ihre Vorfahren - dann am Ende des Buches aber kurz und knapp gesagt einfach gar nichts tut. Sie leidet, sie klagt an. Aber die Möglichkeit, zu kämpfen und etwas zu ändern (und die Möglichkeit hat sie mit ihrer Position in meinen Augen durchaus), ergreift sie nicht. Stattdessen lässt sie sich am Ende kleinhalten, versteckt sich (wortwörtlich und metaphorisch) auf einer Party voller Weißer in einer abgelegenen Ecke und wartet einfach ab. Sie selbst sagt mehrmals, dass "Nichts" auch eine Entscheidung ist, und ja, vielelicht ist es das, aber eine besonders gute ist es dann nicht. Sie sagt, dass sie all die Chancen nutzen nöchte, die ihre Vorfahren nicht hatten, entscheidet sich dann aber bewusst gegen den Versuch, etwas zu verändern, und zieht sich unauffällig aus der Affäre.
Und das ist es, was mich so sehr an diesem kurzen Roman gestört hat. Er ist zweifellos gut geschrieben. Ich habe kein Proble mit der Handlungsarmut. Ich mag den Aufbau und finde die zentralen Themen spannend und wichtig. Aber der mangelnde Handlungswille der Protagonistin bleibt mir unverständlich.
Gnz ok
Regenglanz von Anya Omah
Simon und Alissa begegnen sich in einem Tattoo-Studio. Er möchte das peinliche Tattoo, dass er sich einst für seine Ex hat stechen lassen, unter einem neuen verschwinden lassen, sie studiert an der Kunsthochschule und arbeitet dort. Obwohl Alissa sich fest vorgenommen hat, sich niemals in einen Kunden zu verlieben, muss sie sich schon bald eingestehen, etwas für Simon zu empfinden - und ihm geht es ähnlich.
Normalerweise habe ich in solchen Romanen eher ein Problem mit dem Typen als mit der Frau - hier war es andersherum. Simon ist insgesamt wirklich ein guter Kerl. Alissa dagegen hat mich nach einer Weile sehr angestrengt, weil sie sich von allen (und von ihrer kleinen Schwester im Besonderen) herumschubsen lässt und nie etwas dagegen tut. Dabei kann sie nichts für das, was geschehen ist, und ihre Schwester und ihr Vater verhalten sich wirklich unmöglich ihr gegenüber. Doch statt das klarzustellen, versucht sie weiter, die Liebe der beiden zurückzugewinnen.
Von diesem einen Punkt abgesehen ist "Regenglanz" nicht viel anders als die meisten anderen Bücher des Genres auch. Es lässt sich gut und zügig lesen und bietet nette Unterhaltung für zwischendurch, aber die Protagonistin war mir letzendlich doch zu schwach und den entscheidenen Plottwist fand ich mehr als unglaubwürdig.
Mit einigen Schwächen, aber unterhaltsam
Barbara stirbt nicht von Alina Bronsky
Herr Schmidt ist es gewohnt, von seiner Frau Barbara umsorgt zu werden. Als diese dann plötzlich erkrankt und er den Haushalt selbst übernehmen muss, stellen sich Überforderung und Verdruss ein: Wie genau macht man eigentlich Kaffee? Und wie funktioniert das mit dem Kochen?
Schon bald entdeckt Walter Schmidt in den Untiefen des Internets ein Forum, in dem sich regelmäßig Menschen über Rezepte austauschen, und macht so das Kochen und Backen zu seiner neuen Passion.
Mit seiner griesgrämigen Art braucht es jedoch ein wenig, bis er sich unter den anderen Menschen zurechtfindet.
"Barbara stirbt nicht" punktet nicht gerade mit sympathischen Protagonisten. Herr Schmidt macht sich bei Mitmenschen und Leser/innen meist eher unbeliebt. Und doch schließt man ihn auf eine ganz merkwürdige Art ins Herz, weil er einem eigentlich nur leidtun kann, dieser ältere Herr, der keine Ahnung vom Leben hat und der trotz aller Beschwerden doch versucht, für seine Frau zu sorgen.
Insgesamt hat mir am Ende aber etwas gefehlt - ein bisschen mehr Wärme in der Handlung, ein wenig mehr logisches Denken und Handeln der Figuren, ein etwas klärenderes Ende. Dennoch ist "Barbara stirbt nicht" eine schöne Geschichte übers Leben, die (fast muss man sagen: leidder) mehr oder weniger genauso auch in der Realität geschehen könnte.
Schön, aber ein bisschen zu "glatt"
Das geheime Leben des Albert Entwistle von Matt Cain
Albert steht kurz vor der Rente. Sein ganzes Leben lang hat er bei der Post gearbeitet und Briefe zugestellt, und doch ist er ein sehr in sich gekehrter Mensch. Bis seine Katze stirbt und ihm nun plötzlich klar wird: Er möchte nicht den lieben langen Tag alleine zuhause verbringen, und das für den Rest seines Lebens.
Doch Albert hat nie geheiratet, wirkliche Freunde hat er nicht und auch auf der Arbeit ist er meist eher für sich geblieben. Als ihm bewusst wird, wie einsam er ist, beschließt Albert, das zu ändern. Und das nicht nur, indem er sich an den Unterhaltungen seiner Arbeitskollegen beteiligt, sondern vor allem auch, indem er sich auf die Suche nach seiner Jugendliebe macht - George.
Im Zentrum des Romans steht das Coming-Out eines Mannes, der in seiner Jugend bestraft wurde für die Liebe zu einem Mann, und der sich deshalb immer weiter vor der Welt, aber auch vor seinen eigenen Gefühlen verschlossen hat. Aus Angst musste Albert sich sein Leben lang versteckt halten und so fällt es ihm nun schwer, alte und festgefahrene Strukturen zu durchbrechen. Doch Albert ist ein stärkerer Charakter, als er selbst vielleicht weiß, und so macht er im Laufe des Romans eine wirklich schöne Entwicklung durch.
Was mir ein bisschen gefehlt hat sind die Hindernisse auf der Suche Alberts. Rückblickend werden immer wieder Szenen aus seiner Jugend und der gemeinsamen Zeit mit George eingeschoben, in denen sehr gut spürbar wird, wie verzweifelt und hilflos die beiden jungen Männer ob des irrationalen Hasses anderer Menschen waren. Eine ähnlich ausgearbeitete Darstellung hätte ich mir auch für den Gegenwarts-Handlungsstrang gewünscht, stattdessen läuft hier alles recht glatt ab.
Davon abgesehen bietet der Roman aber gute Unterhaltung und setzt ein wichtiges Thema schön um!
Einfühlsam und spannend geschrieben
Der Feuervogel von Istradar von Ria Winter
Firaya hat nur ein Ziel: Sie möchte den Feuervogel stehlen, eine wertvolle Insigne Istradars. Denn nur so kann sie die Zwietracht unter den Herrschern neu entzünden und ihr eigenes Volk vor großem Leid bewahren. Als sie dem vermeintlichen Feuervogel erstmals nahe kommt, stellt sie fest - er ist gefälscht.
Firaya entgeht nur knapp einer Verhaftung wegen ihres Einbruchs, und der Preis dafür ist ein gefährliches Bündnis mit der Gardistin Alina, die ihrerseits aus ganz anderen Gründen hinter dem Schatz her ist. Doch wer ist der Dieb, und noch viel wichtiger: Wo ist der Feuervogel?
Mit Alina und Firaya treffen zwei sehr unterschiedliche Frauen aufeinander, und dennoch stellen sie bald schon fest, dass sie mehr verbindet als nur die Suche nach dem Feuervogel. Beide Protagonistinnen sind sehr authentisch und waren mir auf ihre Art gleich sympathisch. Besonders spannend ist natürlich auch die Liebesgeschichte, die sich langsam zwischen den beiden entwickelt und die ich so viel besser und einfühlsamer geschrieben fand als so manche Hetero-Beziehung, kommt sie doch ganz ohne toxische Elemente aus und drängt auch den Plot nicht zu sehr aus dem Fokus. Auch auch der Schreibstil von Ria Winter macht es einem wirklich leicht, ins Buch hineinzufinden und lässt einen förmlich durch die Seiten fliegen.
Langweilig wurde es mir beim Lesen jedenfalls nie, und auch wenn ich leider nicht sofort Zeit für den zweiten Band finde, steht er ganz weit oben auf meiner Liste!
Ein echtes kleines Schmuckstück
Von ganzem Herzen ... von Austen Jane
Jane Austen dürfte wohl selbst denen ein Begriff sein, die noch keinen ihrer Romane gelesen haben. Kein Wunder, ist sie doch eine der bekanntesten Schriftsteller/innen der Epoche der Regency.
Für alle, die etwas mehr über das Leben der Autorin hinter Mr. Darcy, Emma und den Dashwood-Schwestern erfahren möchten, eignet sich dieses Buch hervorragend: Statt einer simplen Auflistung biographischer Daten gibt es eine Unterteilung in verschiedene Lebensabschnitte Austens, die nach einer kurzen Einführung insbesondere aus einer ganzen Reihe von ihr verfasster Briefe besteht.
Und das ist tatsächlich viel spannender, als man im ersten Moment vielleicht denken mag, denn so erfährt man wie nebenbei auch eine ganze Menge über Austens Persönlichkeit, ihr alltägliches Leben und die Dinge, die die Menschen ihrer Zeit beschäftigt haben. Zusätzlich finden sich auf nahezu jeder Seite Illustrationen von Landschaften, Gebäuden, Personen etc., die den Text wunderbar ergänzen.
Wahre Austen-Fans kommen hier definitiv auf ihre Kosten, aber auch für alle anderen dürfte dieses Buch eine wunderbare Ergänzung ihres Bücherregals sein!











