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Rezensionen von Anna625:

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Ein gelungener Abschluss

Bildvagabunden von S.C. Keidner

"Feuerpalast" ist der vierte und letzte Teil der Bildvagabunden-Reihe. Darin reisen Caro und Ryu mithilfe von Wandersteinen durch spezielle Bilder in die jeweils darauf abgebildete Welt. Nachdem ihnen im vorherigen Band nur knapp die Flucht aus dem Dämmerreich gelungen ist, befinden sie sich nun tatsächlich in Abkindha - der Welt, in der sie die Gilde der Bildvagabunden anzutreffen hoffen, um mit deren Unterstützung endlich einen Weg zurück auf die Erde und in den Mamorpalast zu finden.

Tatsächlich werden die beiden in der neuen Welt überraschend freundlich in Empfang genommen, denn Bildvagabunden sind hier im Gegensatz zu allen bisherigen Welten ein akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft. Sogar der Tanios, der Herrscher Abkindhas, möchte Caro und Ryu persönlich kennenlernen. Doch steckt dahinter wirklich bloß das Interesse an Geschichten aus fremden Welten, oder hat der Tanios es auf etwas anderes abgesehen?

Auch Banor, ein Mavrosryk, der Caro und Ryu eigentlich im Dämmerrreich gefangennehmen wollte, ist wohlbehalten in Abkindha angelangt - gegen seinen Willen allerdings, denn er wusste bisher nichts von den Bilderreisen. Kein Wunder also, dass er Caro und Ryu nicht auf ihrem Weg zur Gilde begleiten, sondern sich zunächst ins Hinterland begeben möchte. Dabei trifft er auf Rebellen, die gute Gründe haben, den aktuellen Tanios zu stürzen. Als Krieger und Feind der vom Tanios unterstützten Bildvagabunden schließt Banor sich ihnen kurzerhand an.

Die Handlung knüpft nahtlos an die von Band 3 an, während des Lesens kommen aber schnell nach und nach alle Erinnerungen zurück, sodass das kein Problem darstellt. Es gibt wieder zwei Handlungsstränge. Den von Caro & Ryu, der zunächst hauptächlich in der Stadt bzw. der Gilde spielt, wo die beiden in der Bibliothek das Wissen über die Welten aktualisieren, die sie bereist haben; und den um Banor, welcher sich den Rebellen angeschlossen hat. Beide Handlungsstränge sind spannend geschrieben, und gerade durch Banor als Protagonist kommt eine interessante zweite Perspektive mit in die Geschichte hinein.

Mag man zunächst noch denken, dass die Weiterreise hier kein großes Problem werden sollte - immerhin müssen sich die Bildvagabunden nicht versteckt halten und bekommen sogar offizielle Unterstützung - wird bald deutlich, dass es so einfach dann doch nicht werden soll. Denn schnell wird klar, dass der Tanios insbesondere Ryus Fähigkeiten für sich nutzen möchte, um das Aufbegehren der Rebellen im Keim zu ersticken, bevor es ihm gefährlich werden kann. Das bringt Caro und Ryu in eine Zwickmühle, wollen sie doch eigentlich nichts anderes, als einfach nur schnellstmöglich nach Hause zurückzukehren. Und erst recht wollen sie nicht in einen Krieg mit hineingezogen werden.

Die Spannung ist also von Anfang an da und wird auch bis ganz zum Schluss aufrechterhalten. Es gibt einige überraschende Wendungen und Entwicklungen, und auch Abkindha ist als Welt durch ihre individuelle Gestaltung wieder gut von den vorherigen unterscheidbar, sodass es auch in diesem Punkt nicht langweilig wird. Zusätzlich gibt es mehrere Nebenfiguren, von denen eine eine ganz besondere Rolle einnimmt und sehr interessant gestaltet ist.

Insgesamt hat mir hat auch dieser letzte Ausflug in die Bilderwelten wieder sehr gut gefallen! "Feuerpalast" ist ein schöner Abschluss dieser spannenden Reihe, die mir beim Lesen große Freude bereitet hat und mich am Ende zufrieden zurücklässt. Und ich werde ab jetzt definitiv ein Auge auf verdächtig wirkende Bilderrahmen haben, man weiß ja nie!

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Ein gelungener Abschluss
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Gute YA/NA-Geschichte für zwischendrin

One Last Song von Nicole Böhm

Riley möchte sich endlich ihren Traum erfüllen und Musicaldarstellerin werden. Zwei Jahre Zeit gibt ihr Vater ihr dazu. Zwei Jahre in der Metropole New York, die sich langsam dem Ende zuneigen, und noch immer konnte Riley trotz zahlreicher Castings keine besonders attraktive Rolle ergattern. Durch Zufall kommt sie an einen Job als Kellnerin im Bistro einer angesehen Musikschule, und begegnet dort Julian, der gerade mit seiner Band in der Stadt ist.

Die beiden entwickeln Gefühle füreinander, doch bald schon droht Julians Vergangenheit, ihn einzuholen, und auch Riley läuft die Zeit davon...

Im Großen und Ganzen fand ich das Buch okay, es lässt sich angenehm leicht lesen. Die Protagonistin ist gut gestaltet und war mir sympathisch, wenn sie auch etwas naiv ist, die Geschichte selbst verläuft insgesamt mehr oder weniger genauso wie es zu erwarten war. An für sich ist es alles nichts Neues, diverse Klischees werden erfüllt, es ist von Anfang an klar, dass die beiden Protagonisten sich ineinander verlieben werden usw. Ich habe ein bisschen die Tiefe vermisst, immer wenn man gerade dachte, es könnte ein bisschen in die Richtung gehen, wurde im letzten Moment doch nochmal ein Bogen darum geschlagen. Trotzdem lässt sich das Buch wie gesagt ganz nett für zwischendurch einschieben, wenn man nichts allzu Tiefgründiges haben und einfach mal nur entspannt lesen möchte!

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Gute YA/NA-Geschichte für zwischendrin
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Ein Fluch aus der Vergangenheit

Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz von Kathrin Lange

Fünf Jahre ist es her, dass Jessas ältere Schwester Alice verschwunden ist. Seit dem Tod ihrer Eltern leben die Mädchen im Heim, eine tiefe Verbundenheit zeichnet die beiden aus. Doch dann kommt Alice von einem Rechercheausflug nicht zurück und wird wenig später für tot erklärt - verschollen im Moor rund um High Moor Grange.

Jahre später findet eine Bibliothekarin Alice´s Ausgabe von "Sturmhöhe" im Regal der Bibliothek. Weshalb hat Alice es dort zurückgelassen? Jessa macht sich auf die Suche, denn auch nach all der Zeit kann sie sich nicht damit abfinden, dass ihre Schwester einfach so spurlos verschwunden sein soll. Als sie in High Moor Grange ankommt, wird bald klar, dass dort nichts so ist wie es scheint. Warum sieht Jessa in der alten, verfallenen Ruine plötzlich das Bild eines vollkommen intakten Herrenhauses vor sich? Warum wollen Christopher und Adrian, die auf dem Grundstück zu leben scheinen, mit allen Mitteln verhindern, dass Jessa weiter dort herumschnüffelt? Und warum verbirgt Adrian stets sein Gesicht vor ihr?

Jessas Misstrauen ist geweckt, und so schlittert sie mitten hinein in den Bann eines uralten Fluches...


Das Buch lässt sich angenehm und leicht lesen. Mit der Protagonistin bin ich leider eine ganze Weile nicht wirklich warmgeworden, sie war mir insgesamt zu sehr darauf bedacht, sich gegen alle möglichen Regeln aufzulehnen. Gerade zu Anfang des Buches empfand ich das als störend, mit der Zeit wurde es aber besser. Oft hatte ich das Gefühl, dass sie hauptsächlich aus Trotz handelt, auch wenn sie mit ihrer Schlagfertigkeit punkten kann. Ein langweiliger Charakter ist sie definitiv nicht, und auch die Zwillinge Adrian und Christopher sind wunderbar geheimnisvoll und lassen Jessa und den Leser lange über ihre Vergangenheit im Dunkeln, sodass man sehr gut miträtseln kann. Im Mittelteil stagnierte die Handlung für meinen Geschmack etwas zu lange, über weite Strecken gibt es nicht wirklich einen Fortschritt. Sind diese Längen aber ersteinmal überstanden, wird es richtig spannend und man will das Buch wirklich kaum mehr aus der Hand legen. Die ein oder andere unerwartete Wendung überrascht gegen Ende und lässt einen richtig mit den Protagonisten mitfiebern.


Das Buch konnte mich nicht zu 100% überzeugen, trotzdem hatte ich viel Spaß beim Lesen und einige spannende Lesestunden!

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Ein Fluch aus der Vergangenheit
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Eine herausragende Fortsetzung

Askeria - Hüter des Seelenfeuers von Juliet May

Auch in Band 2 der Dark-Fantasy-Reihe um Piara, ihre Brüder Souta und Ineas und ihre Freunde geht es spannend weiter. Denn noch besteht die Hoffnung, dass Ineas gerettet und der Macht Lycenars ein Ende gesetzt werden kann, um gleichzeitig das Volk der Ceri aus der Unterdrückung zu befreien. Doch ihren Plan in die Tat umzusetzen ist schwieriger, als irgendjemand erwartet hätte.

Während Piara und Souta sich vorbereiten und ihre Kräfte sammeln, muss Rigoras um das Leben seines Vaters fürchten, der des Hochverrats verdächtigt wird. Lycenars Kontrolle über Ineas´ Gedanken und Gefühle wächst weiter an, und die drei Geschwister müssen sich den offenen Fragen ihrer Vergangenheit stellen und erkennen, dass Vieles, was sie jahrelang zu wissen glaubten, auf Lügen basierte. Ihre letzte Hoffnung, um all dies endlich zu beenden, liegt nun im Seelenfeuer - einer uralten Kraft, die die Seelen Soutas und Lias aneinander binden soll...

Es ist faszinierend, welchen Sog diese Buchreihe ausübt. Mit Band 2 ist es genau wie mit seinem Vorgänger: Kaum nimmt man das Buch zur Hand, taucht man ein in diese komplexe und so wunderbar interessant gestaltete Welt. Die ganz besondere Atmosphäre, die bereits der erste Teil erzeugt hat, wird hier weiterhin aufrecht erhalten, während die Geschichte nahtlos an das Ende des ersten Bandes anknüpft. Dabei hat man als Leser keinerlei Schwierigkeiten, wieder in die Handlung hineinzufinden, obwohl man gleich wieder mitten in das Geschehen hineingeworfen wird.

Von Anfang an wird man in den Bann gezogen von Juliet Mays fesselndem Schreibstil, den vielschichtigen und authentischen Protagonisten, der facettenreichen, anspruchsvoll gestalteten Welt und der mitreißenden Handlung. Oft ist es keine leichte Kost, die dem Leser hier vorgesetzt wird, doch genau das ist das Spannende an diesem Buch und bringt einem die Figuren so nahe - Juliet May scheut nicht davor zurück, einen tiefen Einblick in ihre Charaktere zu gewähren und gibt ihnen die Möglichkeit, auch ihre Schattenseiten zu zeigen und sich so voll zu entfalten. Das macht sowohl die Haupt- als auch die Nebenfiguren unglaublich realistisch und ermöglicht natürlich auch eine riesige charakterliche Entwicklung.

Die düstere Grundstimmung, die den Leser um die Zukunft Mitaerias und Mallumas bangen lässt, die kontinuierlich bestehende und immer weiter anwachsende Spannung, das extrem gut gelungene Worldbuilding und die bemerkenswert detailliert ausgearbeiteten Figuren machen Askeria zu einem absoluten Highlight. Ich wüsste wirklich nicht, was ich da bemängeln sollte, und freue mich sehr auf die Fortsetzung!

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Eine herausragende Fortsetzung
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Gelungenes Nachschlagewerk für Fantasy-Fans

Wonderlands von Laura Miller

"Wonderlands" bietet einen wunderbaren Einblick in einhundert fantastische Welten, alle entstanden in den letzten knapp 4000 Jahren. Unterteilt wird in die Kapitel "Alte Mythen & Legenden" (Gilgamesch-Epos, Tausendundeine Nacht, Don Quijote etc), "Wissenschaft & Romantik" (z.

B. Alice im Wunderland, Die Schatzinsel, der Zauberer von Oz), "Das Goldene Zeitalter der Fantasy" (Das Schloss, Der kleine Prinz, Brave New World usw.). Außerdem noch in "Neue Weltordnung" (mit z.B. 1984, Per Anhalter durch die Galaxis, Der Herr der Ringe) sowie "Das Computerzeitalter" (u.A. Der Report der Magd, Game of Thrones, His Dark Materials).

Es ist also eine sehr vielfältige Auswahl, die hier geboten wird, einige Bücher hat man als begeisterter Fantasy-Fan sicher schon gelesen und von anderen zumindest mal gehört, einige sind einem vielleicht auch komplett neu. Jeder Welt werden ein bis drei Doppelseiten gewidmet, auf denen die Geschichte, die das jeweilige Buch beschreibt, kurz nacherzählt wird; auch gibt es Informationen zum Autor, oft zu den Umständen der Entstehungen des Werkes und zu ersten und längerfristigen Reaktionen darauf. Das Ganze wird ausgeschmückt mit zahlreichen Bildern, von Porträts der Autoren über Originalmanuskripte bis zu Filmszenen, Original-Filmplakaten und Co. Zwischendurch gibt es auch ganz- oder sogar doppelseitige Illustrationen, die den Text auflockern.

Der Schreibstil ist angenehm, man wird nicht von Informationen erschlagen und erhält dennoch einen guten Einblick in die verschiedenen Werke. Wahren Fans eines einzelnen Werkes wird "Wonderlands" wohl kaum neue Informationen darüber liefern, aber die Macht dieses Buches liegt darin, dass es so breit und vielfältig angelegt ist.

Laura Miller ist es gelungen, mit "Wonderlands" ein tolles Nachschlagewerk zu schaffen, das dazu anregt, noch viele weitere Fantasy-Welten zu entdecken, und das sich zudem großartig im Bücherregal macht!

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Gelungenes Nachschlagewerk für Fantasy-Fans
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Eine Suche nach Identität

Ada Roman. 12.10.2020. Hardback. von Berkel Christian

Ada wird 1945 in Leipzig geboren. Die ersten Jahre ihres Lebens verbringt sie mit ihrer Mutter in Argentinien, da diese Jüdin ist. Von einem Vater fehlt jede Spur, bis die beiden 1954 nach Deutschland zurückkehren und nun in Berlin leben. Dort treten zwei Männer in Adas Leben - Otto und Hannes. Mit beiden scheint ihre Mutter eine gemeinsame Vergangenheit zu teilen, und obwohl es Otto ist, der von nun an offiziell als Adas Vater gilt, bleibt in Ada stets ein leiser Zweifel zurück.

Die Frage nach ihrer wahren Identität dehnt sich auch aus auf ihre Nationalität und ihre Religion: Ist sie Deutsche, weil dort geboren, oder Argentinierin, weil dort aufgewachsen? Jüdin, da ihre Mutter eine ist, oder Christin, weil sie so erzogen wurde? Oder ist sie alles davon, oder, schlimmer - nichts? Ada selbst äußert ihrem Psychologen gegenüber, den sie später als 45-Jährige aufsucht, sie habe eine glückliche Kindheit verlebt. Und dennoch steht hinter allem stets die Suche nach einer Identität, die Frage nach Heimat und Zugehörigkeit.

Mit Ada schenkt Berkel seinem Roman eine sympathische, vielschichtige Protagonistin. Aus der Ich-Perspektive geschrieben ermöglicht er dem Leser einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt Adas, die sich schon als kleines Mädchen mit vielen schwierigen Themen auseinandersetzen muss, was nicht zuletzt dem gerade erst überstandenen Krieg geschuldet ist. Die Erwachsenen sind Ada keine große Hilfe, denn kaum jemand ist bereit dazu, die Vergangenheit neu aufleben zulassen, und auch Adas Mutter selbst weicht den Fragen ihrer Tochter aus.


Der Schreibstil gefiel mir gut, trotz der ernsten Thematik musste ich beim Lesen manches Mal schmunzeln. Es gelingt Berkel, die Kulisse der Nachkriegszeit glaubhaft und eindringlich nachzuzeichnen und an vielen Stellen wird die Melancholie, das Bedrückende, geradezu greifbar. Man kann der Geschichte gut folgen, und es macht auch nicht wiklich etwas, wenn man Berkels Debüt "Der Apfelbaum" vorher nicht gelesen hat. Vielleicht hätte das die ein oder andere Frage zur Vergangenheit der Eltern Adas geklärt, aber ich bin auch so zurechtgekommen - ich war in vielen Punkten eben genauso unwissend wie Ada.

Trotz aller positiven Aspekte hat mir irgendetwas gefehlt. Manche Szenen fand ich zu ausführlich, andere kamen mir dagegen zu kurz vor, da hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Außerdem war mir das Ende zu abrupt und nach dem Lesen hatte ich den Eindruck, dass da noch irgendetwas hätte kommen müssen.

Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn ich nicht zu hundert Prozent damit warmgeworden bin!

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Eine Suche nach Identität
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War einfach nicht meins...

Verlangen von Bregje Hofstede

Nach jahrelanger Beziehung muss die junge Bregje eines Tages einsehen, dass irgendetwas nicht stimmt. Eigentlich liebt sie Luc, die beiden sind seit ihrer Teenager-Zeit zusammen und die meiste Zeit über wirkte ihre Beziehung auch recht harmonisch. Dann aber beginnt Bregje, immer weiter abzunehmen, schläft kaum noch, bekommt einen unerklärlichen Hautausschlag.

Sie fühlt sich eingeengt und einfach nicht mehr wohl in ihrem Leben, das doch so schön hätte sein sollen. Also trifft sie eine Entscheidung, denn sie muss da irgendwie raus - sie packt kaum mehr als ihre alten Tagebücher und eine Zahnbürste in ihren Rucksack und zieht von Hostel zu Airbnb durch ihre Heimatstadt Brüssel. Für wie lange - das weiß nicht nur Luc, sondern auch sie selbst nicht.

Das Buch handelt von der Macht der Erinnerung, vor allem aber auch von der Frage, wie sehr wir uns selbst und andere belügen, wie weit wir uns selbst und den, der wir wirklich sind, verstecken, unterdrücken können, ohne dabei verlorenzugehen.



Ich hatte mir viel von diesem Buch erhofft. Klappentext und Cover haben mich sofort angesprochen und auch die Leseprobe hat mir gut gefallen. Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht gerecht werden, denn obwohl der Einstieg mir gut gefiel, hatte ich ab einem bestimmten Punkt das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt. Ich hatte kein Buch mit viel Action erwartet, und dennoch passierte mir hier schlichtweg zu wenig.

Vom Schreib- und Erzählstil finde ich es schön gestaltet und beide sollen hier positiv Erwähnung finden. Der Autorin gelingt es, den Fokus auch auf die kleinen Dinge zu lenken, sie hat einen wunderbaren Blick fürs Detail und so manche Gedankengänge der Protagonistin sind sehr tiefgreifend und muten philosophisch an. Hinzu kommt die interessante Erzählweise, denn es wird zwischen gleich vier verschiedenen "Perspektiven" gewechselt, die dennoch alle von der Protagonistin ausgehen. Da wäre einmal die "normale" Ich-Perspektive, in der wir erfahren, was Bregje gerade tut, was um sie herum geschieht. Dann haben wir solche Textpassagen, in denen sie sich direkt an Luc zu wenden scheint, ihn mit "Du" anspricht, als wären wir, die Leser, er; weiter gibt es kürzere Tagebucheinträge, in denen die Protagonistin uns indirekt einen Blick in ihre Vergangenheit mit Luc erlaubt, sowie Ausschnitte, die aus der Ich-Perspektive heraus direkt in ihrer Kindheit spielen. Diese verschiedenen Sichtweisen ermöglichen es, einen umfassenden Eindruck der Protagonistin zu erhalten - und dennoch blieb sie mir merkwürdig fremd. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen, aber ich wurde nicht mit ihr warm.

Vielleicht war sie mir zu passiv, auch zu dimorph gewissermaßen in ihrem Handeln und Denken, was es mir schwer gemacht hat, sie in meinem Kopf zu einer stimmigen Person zusammensetzen zu können. Dabei stört es mich gar nicht mal, dass ihre Wahrnehmung in den Tagebucheinträgen von ihren Erinnerungen und diese wiederum von der Realität abweichen - sie ist eine unzuverlässige Erzählerin, das macht sie eigentlich nur glaubwürdiger. Ich hatte eher das Gefühl, dass sie sich zu wenig entwickelt, dass sie an irgendeinem Punkt in ihrem Leben in die verschiedenen Eigenschaften ihrer Persönlichkeit zersplittert ist und dabei das verloren hat, was nötig wäre, all diese Teile wieder zusammenzufügen. Weshalb ihr das auch nicht wirklich gelingt.



Zusammenfassend muss ich also sagen, dass auch der Schreib- und Erzählstil leider nicht wieder aufwiegen können, was mir auf Seite der Hauptfigur und ihrer Geschichte fehlt. Meine Schwierigkeiten damit, eine gewisse Nähe zur Protagonistin aufzubauen und ihre Denkweise zu verstehen, haben das Buch für mich streckenweise sehr langatmig gestaltet; bis zum Ende hat es mich auf seine Art sehr fasziniert, dennoch war es wohl einfach nicht meins.

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War einfach nicht meins...
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Ohne Tiefgang

Miss Guggenheim von Hayden Leah

Während 1941 in Europa der Krieg tobt, flieht die Kunstmäzenin Peggy Guggenheim wie viele andere Künstler nach Amerika. Kurz zuvor hatte sie Max Ernst kennengelernt und zieht nun mit ihm gemeinsam nach New York. Auch ihre Bildersammlung wird dorthin verschifft und Peggy begibt sich auf die Suche nach geeigneten Räumen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ihr Leben in dieser Zeit ist geprägt von der kriselnden Beziehung zu Max einerseits und dem Austausch mit ihren Künstlerfreunden andererseits.


Das Hörbuch lässt sich ganz gut hören, auch wenn ich teilweise etwas Schwierigkeiten damit hatte, mich über einen längeren Zeitraum auf das Geschehen zu konzentrieren. In meinen Augen hätte etwas mehr Tiefe der Geschichte gutgetan, denn über weite Strecken dreht sich alles um die Beziehungsprobleme Peggys. Ich frage mich, ob man das nicht etwas hätte kürzen können, um den Fokus mehr auf andere Aspekte zu lenken; den neuen, ungewohnten Alltag in New York etwa, das kam mir zu kurz. Man lernt zahlreiche Künstler kennen, mit denen Peggy verkehrt, aber wie sich ihr Leben abseits der Öffentlichkeit gestaltet hat, bleibt dem Hörer nahezu vollständig verborgen.

Was mich ebenfalls irritiert hat, ist die Nebenhandlung, die im Jahr 1957 in Venedig spielt. Der Mehrwert für die Geschichte hat sich mir leider gar nicht erschlossen, denn eine wirkliche "Handlung" in dem Sinne gibt es dort nicht - vielmehr unterhält Peggy sich mit einem alten Freund über frühere Zeiten, eine Art Rückblick also auf die Phase, die zwischen den beiden Handlungssträngen liegt. Da stellt sich mir die Frage - warum nicht Seiten sparen, indem die Beschreibungen der Beziehung zu Max gekürzt werden und man sich auf die Haupthandlung beschränkt, und dafür den Zeitraum dieser vergrößern?


Mein Fazit also: Nicht schlecht, aber zu sehr auf Peggys Beziehung fokussiert. In jeder anderen Hinsicht kratzt es mir zu sehr nur an der Oberfläche, sodass es mich bis zum Ende nicht wirklich packen konnte. Schade, da wäre mehr möglich gewesen!

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Konnte mich überzeugen

Wild like a River von Kira Mohn

Haven kennt nichts anderes als den Wald. Nach dem Tod ihrer Mutter vor vielen Jahren hat ihr Vater einen Job als Ranger im Jasper Nationalpark angenommen und ist gemeinsam mit seiner kleinen Tochter in eine einsame Holzhütte, ein gutes Stück entfernt von der nächsten Kleinstadt, gezogen. Bald schon verblassen Havens Erinnerungen an ihre frühe Kindheit, sie fühlt sich vollkommen wohl umgeben nur von den Bäumen und Tieren in den tiefen Wäldern Kanadas.

Alles, was diese Harmonie gelegentlich stört, sind die Fragen: Wie wäre es, wenn sie in einer Stadt leben würde? Hätte sie Freunde? Ein "normales" Leben wie jedes andere Mädchen in ihrem Alter auch? Und - wäre es nicht einen Versuch wert, einfach bloß um zu wissen, was sein könnte?

Da taucht eines Tages Jackson im Park auf, um ein paar Tage in der Natur zu entspannen und die Semesterferien zu genießen. Er wohnt in Edmonton, Havens früherer Heimatstadt, und während sie Jackson besser kennenlernt, kommt Haven zu einem Entschluss. Doch kann sie, das Waldmädchen, einem Leben in der Stadt wirklich standhalten?


Zunächst einmal finde ich es sehr schön, hier mal eine Protagonistin zu haben, die nicht viel mit dem Verhalten Gleichaltriger anfangen kann. Warum sind alle ständig am Handy, schreiben sich Nachrichten, statt einfach schnell 2 Minuten zu telefonieren? Was spielt es für eine Rolle, weche Kleidung man trägt, wenn der Mensch darunter doch derselbe bleibt? Ich habe mich Haven gleich sehr verbunden gefühlt.

Auch wird gerade im ersten Teil des Buches die Natur sehr eindrucksvoll beschrieben. Man hat die kleine Hütte Havens und ihres Vaters direkt vor Augen, umgeben von hohen Bäumen, in der Nähe die Wasserfälle, ein kleiner, versteckt liegender See... Die Kulisse lässt nichts zu wünschen übrig. Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass die Natur im Laufe des Buches immer weiter in den Hintergrund rückt, doch auch während Haven in der Stadt lebt spielt der Wald weiterhin eine große Rolle für sie.

Dass sich zwischen Haven und Jackson eine Beziehung anbahnt, ist natürlich absehbar, dennoch fand ich es die meiste Zeit über nicht allzu kitschig und offensichtlich, was als nächstes passieren würde.

Der Schreibstil ist nichts Besonderes, lässt sich aber gut und flüssig lesen. Die Nebencharaktere blieben mir teils etwas zu blass, da hätte sicher noch mehr herausgeholt werden können. Dafür liegt der Fokus auf Havens beachtlicher Entwicklung, denn sie muss wirklich Einiges mitmachen, ist das Leben in der Stadt für sie doch in jeder Hinsicht ungewohnt und neu.

Insgesamt hat mir "Wild like a River" sehr gut gefallen. Eine sanfte Liebesgeschichte mit authentischen Protagonisten und interessanter Ausgangssituation vor atemberaubender Kulisse. Ich denke, alle Leser von Young-Adult-Romanen sowie Freunde von Kanada-Büchern kommen hier voll auf ihre Kosten, daher kann ich guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen!

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Nach wie vor eine wunderschöne Reihe

Bildvagabunden von S.C. Keidner

Nachdem Caro und Ryu, die die Fähigkeit besitzen, mit sogenannten Wandersteinen durch bestimmte Bilder in die darauf abgebildeten Welten zu reisen, bereits in Band 1 und 2 einige Gefahren hinter sich gebracht haben, gelangen sie ins Dämmerreich. Schon bald müssen sie feststellen, dass sie mitten hineingeraten sind in einen Krieg zwischen Mavrosryk und Soumrak, den beiden verfeindeten Völkern dieser Welt.

Auf ihrer Suche nach einem Bild zur Weiterreise begegnen die beiden in den weiten Felsenlandschaften Asrah, einer weiteren Bildvagabundin, die ihnen rät, sich auf den Weg zum Hort zu machen. Denn an diesem Rückzugsort der Soumrak soll es zahlreiche Bilder geben - perfekt für Caro und Ryu. Doch der einzige Weg zum Hort wird belagert von den Kriegern der Mavrosryk und so gestaltet es sich schwieriger als gedacht, an ein geeigentes Bild zu kommen. Wie sollen Caro und Ryu in den Hort gelangen, ohne dem Feind in die Hände zu fallen?

Waren die ersten beiden Bände der Reihe bereits sehr spannend, stellt dieser Teil für mich nochmal eine enorme Steigerung dar. Mit dem Dämmerreich gelangen Caro und Ryu in eine weitere schön gestaltete Welt, die sich deutlich von allen vorangegangenen unterscheidet - wie auch die Probleme, mit denen die beiden Protagonisten hier zu tun bekommen. Man hat nicht das Gefühl, dass sich irgendetwas wiederholt, auch wenn die eigentliche "Aufgabe" - das Finden eines Bildes zur Weiterreise - ja in jeder Welt dieselbe ist. Caro und Ryu sind weiterhin sehr sympathische Protagonisten, deren Handlungen ich beim Lesen immer gut nachvollziehen konnte. Zusätzlich zu der Sichtweise der beiden Bildvagabunden bietet der dritte Band auch Einblick in zwei weitere Figuren: Einmal in Asrah, die Caro und Ryu zwar zunächst freundlich gesinnt scheint, ihnen aber doch das ein oder andere verschweigt und so im Laufe des Buches zu einer Antagonistin wird, die man jedoch gerne ins Herz schließen wird. Und zweitens in Banor, einen der Anführer der Mavrosryk-Krieger, der nicht nur Caro und Ryu gefährlich zu werden droht, sodass auch sein Handlungsstrang spannend mitzuverfolgen ist.
Die sich abwechselnden Sichtweisen sind alle durchweg fesselnd geschrieben und gestalten das Lesen sehr vielfältig. Es gibt keine Längen, die Geschichte hält ein paar unerwartete Wendungen parat und der flüssige Schreibstil sorgt gemeinsam mit der steigenden Spannung für einen sehr angenehmen Lesesog.

Mein Fazit also: Es war sehr schön, Caro und Ryu auf ihrer Reise durch eine weitere Welt begleiten zu können! Es fällt leicht, sich von der Geschichte mitreißen zu lassen und ins Dämmerreich einzutauchen. Wem die ersten beiden Bände gefallen haben, der macht auch mit dem dritten nichts falsch. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!

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