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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

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Fragen der Zeit auf den Punkt gebracht

Going Zero von Anthony Mccarten

Schon lange habe ich kein so spannendes Buch mehr gelesen und die Aktualität des Inhalts ist atemberaubend. Genauso stelle ich mir vor, dass unsere Welt funktioniert. Einige der im Roman beschriebenen Personen, Institutionen und Unternehmen sind aus der Fiktion sehr leicht in die Realität transformierbar.

Äußerst geschickt baut der Autor unterschiedliche Wendungen ein und würzt die klare und lineare 0 und 1 Welt mit den unberechenbaren Gefühlen der Protagonisten. Ich bin begeistert vom Buch, betroffen vom Inhalt und auch durchaus entspannt, weil intrinsische Motivationen, Emotionen und Gefühle noch lange nicht bis ins „Letzte“ vorausberechnet werden können. Unbedingt lesenswert!

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Fragen der Zeit auf den Punkt gebracht
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Zu dicht und vielschichtig

Männer sterben bei uns nicht von Annika Reich

Annika Reich zeichnet in schöner Sprache und flüssigem Schreibstil ein dichtes Bild von unterschiedlichen Frauenleben. Die Patriarchin manipuliert, dirigiert die Mitglieder der Familie wie Marionetten, von Männern gibt es nur vereinzelte Spuren.
Traumata blitzen bei jeder Frau durch das Geschehen, vieles wird erahnbar, manches eventuell im Laufe des Buches verstehbar – jedoch, Erzählstränge versanden oder bleiben vage.

Aus der Ich-Perspektive des Kindes gelingen der Autorin wunderschöne, sehr einfühlsame Szenen und Bilder, aus der Ich-Perspektive der erwachsenen Frau, gelingt ihr dies weniger und die Verknüpfungen bleiben lose.
Das Buch hätte so viel mehr Potenzial, wenn Annika Reich dem sehr dichten Inhalt mehr Luft und Raum gegeben hätte. Ein bisschen kommt es mir vor, als habe die Autorin eine interessante und sehr schöne Geschichte nur mit Emojis erzählt.

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Zu dicht und vielschichtig
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Umbrüche

Wovon wir leben von Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher verwebt in ihrem Roman „Wovon wir leben“ unzählige Fragestellungen der Jetztzeit zu einem bunten Panorama von Lebensrealitäten. Allein die Eingangsgeschichte der Icherzählerin Julia, eine Krankenschwester in der Stadt, beschreibt dicht, kurz und relativ neutral die Situation und Herausforderungen der Menschen in diesem Beruf und ihre körperliche Reaktion darauf.

Ihr bleibt die Luft weg. Sie beschließt, zurück in ihr Heimatdorf und in ihr Elternhaus zu gehen, um zu genesen und eventuell neue Perspektiven zu finden. Zurück in die Enge des dörflichen Lebens, mit all den gesellschaftlichen, persönlichen und auch landschaftlichen Begrenzungen. Dort begegnet sie Oskar, einem in der Stadt aufgewachsenen Mann, ebenfalls am Beruf erkrankt, der eine andere Perspektive einbringt. Dieser Perspektivenwechsel zwischen den Schicksalen, Herausforderungen, Geschichten und Gegebenheiten aller beteiligter Personen macht den Roman sehr bunt. Getragen durch sprachliche Feinheiten, hinterlässt er sowohl ein schales Gefühl als auch die Perspektive für Veränderung und Erneuerung.

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Umbrüche
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Wir geben den Dingen ihre Bedeutung

Das Dämmern der Welt von Werner Herzog

Werner Herzog erschuf aus einer waren Begebenheit ein Buch – Drehbuch für den Kopf – in dem er detailreich beschreibt, wie wir den Dingen ihre Bedeutung zuschreiben. Der Soldat Onoda bekommt das Ende des Krieges nicht mit und gibt allen realen Ereignissen die Bedeutung, dass der Krieg immer noch andauert und er für sein Land kämpfen muss.

Eine psychologisch beeindruckende Beschreibung, erfreulich kurz und fantasievoll.

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Satire, Parodie oder was?

Salonfähig von Elias Hirschl

Ein junger Autor beschreibt seine Generation der Leistungsträger, salopp, bissig und ironisch. Ich gehe davon aus, dass dieses Buch begeistern kann. Meine Nachdenklichkeit nach der Lektüre ist jedoch größer als die Begeisterung ... .

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Faszinierendes Kaleidoskop einer Familiengeschichte

Der Kolibri von Sandro Veronesi

"Der Kolibri" von Sandro Veronesi ist ein forderndes Buch - in seiner Sprache, seinen Zeitsprüngen und seiner Vielfältigkeit. Für mich war es faszinierend und spannend, über die Lebens- und Familiengeschichte es Protagonisten Marko zu lesen. Die Leichtigkeit mit der Veronesi über schlimmste Schicksale in wenigen Sätzen hinweggeht, faszinierte mich ebenso, wie die Beschreibung der inneren Zerrissenheit der beteiligten Personen.

Jedoch konnte ich es nur in kleinen Happen genießen, denn es ist zu dicht. Viele bunte Steinchen von unterschiedlichsten Geschichten, die wie in einem Kaleidoskop immer wieder neu zusammengemischt werden und faszinierende Bilder ergeben. Durchaus empfehlenswert!

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Historiendrama einmal anders

Für die Ewigkeit von Helmut Krausser

Helmut Krausser schreibt einen historischen Roman kurz und prägnant, beinahe im Telegrammstil. Das lässt alle Atribute vermissen, die ich einem historischen Welzer zuschreiben und hat durchaus Charme. Ein passendes Sommerbuch.

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Tief berührend und beeindruckend!

Ich bleibe hier von Marco Balzano

Wieder macht sich ein Autor daran, Zeitgeschichte lebendig werden zu lassen. Er beschreibt konkrete Schicksale und gibt damit dem Grauen des Nationalsozialismus und des Faschismus Gesichter. Die einfache, klare und prägnante Sprache macht die Geschichte absolut fesselnd, hält jedoch auch die nötige Distanz, die es mir ermöglichte, mich tief berühren zu lassen, ohne vom Drama überrannt zu werden.

Ein gelungener Roman, der mir "Nachgeborenen" einen weiteren Puzzlestein unserer Geschichte näher gebracht hat. Unbedingt lesenswert!

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Tief berührend und beeindruckend!
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Eine zutiefst berührende Geschichte

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Sasha Filipenko hat sich an ein Kapitel der russischen Geschichte gewagt, die mich aus der Nachkriegsgeneration stammende Leserin aufgewühlt und erschüttert hat. Die Präzision, mit der der junge Autor geschichtliche Fakten mit der Geschichte einer jungen Frau in den Kriegswirren des 2. Weltkrieges vermischt, ist eindringlich, faszinierend und erschütternd.

Es gelingt ihm ausgezeichnet, gegen das Vergessen und Verwischen von Gräueltaten anzuschreiben und trifft die alte große Frage nach Gut und Böse. Wer sind wir Menschen, was macht uns aus und womit gehen wir wie um? Ergebnisse der Hirnforschung geben klar Auskunft, wie ein Mensch radikalisiert wird. Wir alle sind und bleiben gefordert, mit Wohlwollen, Respekt und Achten den Menschen in unserer Mitwelt zu begegnen.

Ich bin schon gespannt auf die nächsten Bücher des Autors.

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Ein schrilles Buch

Rate, wer zum Essen bleibt von Philipp Tingler

Kein Blatt vor den Mund nimmt sich der ungebetene Gast und spricht aus, was der kultivierte und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten entsprechende Mitmensch niemandem zumuten würde. Soweit so gut, erfrischend flapsig und durchaus fesselnd. Jedoch - mir ist das Buch zu laut, nervig und absehbar. Ein durchschnittliches Lesevergnügen.

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Ein schrilles Buch