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Rezensionen von qq:
Tod, der letzte Ausweg?
Ende in Sicht von Ronja von Rönne
Tod, der letzte Ausweg?
Zwei Frauen begegnen sich auf der Autobahn: Die fast 70-jährige Hella ist unterwegs in die Schweiz, um dort Sterbehilfe zu empfangen. Die 15-jährige Juli möchte ihr Leben durch einen Sprung auf die Autobahn beenden. Im Buch begleitet man die beiden auf einen traurigen Roadtrip - ja manchmal gibt es auch etwas Humor dabei.
Seltsam finde ich, dass die beiden Protagonistinnen sehr harsch miteinander umgehen - hier fehlt Empathie. Wobei in so einer Situation? Also mir persönlich wäre es etwas empathischer lieber gewesen.
Das Hörbuch ist doch sehr ausgeschmückt - da war ich dann schon sehr enttäuscht, dass das Ende abrupt war und sehr viele Fragen offen lässt. Das Ende hat mich etwas enttäuscht.
Die Idee für diesen Roman ist sehr intuitiv - gibt es nicht oft diese Thematik in einem Roman. Auch der Schreibstil ist super gelungen - gut zu lesen, traurig aber etwas gemischt mit Humor. Nur Ende und Protagonistinnen hätte ich mir irgendwie anders gewünscht.
Sommer in Rom
Der letzte Sommer in der Stadt von Gianfranco Calligarich
Sommer in Rom
Das Buch spielt Anfang der 70-er Jahre in Rom - hier lebt ein junger Mann, Leo Gazzarra. Leo kommt aus Mailand und auf dem ersten Blick möge man es nicht meinen, den es wirkt als hätte er alles, aber der junge Mann steht am Abgrund seines Lebens.
Leider kann ich mich mit Leo gar nicht authentifizieren bzw.
eigentlich ist er mir einfach nur unsympathisch und er nervt mich. Ich vermute, der Autor hat ihn absichtlich genau so dargestellt. Mir hätte das Buch aber besser gefallen, hätte ich Leo nur ein wenig sympathischer gefunden - oder weniger nervig.
Die Darstellung von Rom hingegen finde ich atemberaubend - der Flair dieser lebendigen Stadt geht beim Lesen wirklich auf den Leser über; auch inhaltlich war dieser Roman sehr ansprechend und interessant. Der Schreibstil ist sehr flüssig und eher ruhig gehalten - ohne Hektik. Das Buch hat sich sehr schön lesen lassen.
Von mir gibt es eine Empfehlung.
poetischer Schreibstil, schön zu lesen
Der perfekte Kreis von Benjamin Myers
poetischer Schreibstil, schön zu lesen
Benjamin Myers konnte mich mit seinem Buch "Der perfekte Kreis" überzeugen.
Das Cover ist einfach gestaltet, aber es passt perfekt zum Buch und wirkt auch recht schön.
England, 1989
Die beiden Freunde Redbone und Calvert, verbindet eine große Leidenschaft - trotz ihrer unterschiedlichen Lebensweisen und Einstellungen.
Die beiden stellen in den Getreidefeldern heimlich Kornkreise her. Es geht um eine besondere Freundschaft es geht um die damalige Zeit (die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts) und um die englische Natur. Interessant ist auch die Reaktion der Öffentlichkeit auf die Kunstwerke.
Ein sehr interessantes Thema - einmal etwas anderes im Vergleich zu meinen üblichen Büchern.
Das Buch ist wunderbar geschrieben - der poetische Schreibstil hat mich beeindruckt und macht das Buch zu einem wahren Lesevergnügen.
Von mir gibt es eine absolute Empfehlung.
schlechte Umsetzung - nicht meines
Wo das Licht herkommt von Clementine Skorpil
schlechte Umsetzung - nicht meines
Das Cover und der Titel "Wo das Licht herkommt" sind eigentlich das einzige, wozu ich ein wirklich positives Feedback habe. Ein schön gestaltetes Cover und gut passender Titel.
Das Buch spielt im 18. Jahrhundert.
Philippine soll, wie viele andere Mädchen auch in der damaligen Zeit, von ihren Eltern verheiraten werden.
Sie selber ist dagegen. Den einzigen Ausweg sieht sie darin, von zu Hause abzuhauen und sich als Junge auszugeben, um eine Chance zu haben. Sie möchte die gleichen Möglichkeiten wie ein Junge haben.
Inhaltlich fand ich das Buch interessant - die Idee wäre eine tolle Basis für dieses Buch gewesen. Das große Potential der Ausgangsidee wurde in meinen Augen nicht gut umgesetzt und hat meine Erwartungen nicht erfüllen können.
Sehr gut gefallen mir die Sprüche vor jedem Kapitel. Leider fand ich aber den Erzählstil/Schreibstil katastrophal - es gibt viel zu viele Zeitsprünge, und es ist oftmals unklar, in welcher Zeit man sich befindet. Der rote Faden ist nicht vorhanden.
Toller Thriller für die Herbst/Winterzeit
SCHWEIG! von Judith Merchant
Toller Thriller für die Herbst/Winterzeit
Da die Geschichte am 23.12. startet, war es für mich Anfangs etwas seltsam diese jetzt Anfang September zu lesen - wenn wir die letzten Sommertage genießen.
Aber das hat das Lesevergnügen nicht geschmälert - ich glaube für die kommende Zeit, wirklich ein perfekter Thriller für Liebhaber dieses Genres.
Sue lebt alleine in einer sehr großen Villa mitten im Wald - ihr Leben ist nicht so verlaufen, wie sie es sich eigentlich vorgestellt hatte.
Diese Ausgangslage ist schon einmal perfekt für einen Thriller - ein einsames Haus im Wald - der Spannungsbogen steigt sofort.
Ihr Schwester Esther stattet ihr einen Weihnachtsbesuch ab - und dieser ist anders verlaufen wie man es erwarten würde.
Für mich ein wirklich klasse Thriller, geschrieben mit einem super zu lesenden Schreibstil. Der Aufbau des Buches ist spannend gelungen - das ganze wirkt authentisch. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen - von mir gibt es eine Empfehlung.
Auch optisch finde ich das Cover absolut gelungen.
Das Leben geht weiter
Wellenflug von Constanze Neumann
Das Leben geht weiter
Anna ist die Tochter eines jüdischen Stoffhändlers aus kleinen Verhältnissen, der Schlesien verlassen und sich in Leipzig ein großes Stoffkontor erarbeitet hat.
Annas Kindheit endet im Alter von 11 Jahren. Sie wird gefordert, eine standesgemäße Ehe einzugehen, ein großes Haus zu führen und ihrer großen Kinderschar einen möglichst noch höheren Stand zu verschaffen.
Dies gelingt ihr bei fast allen Kindern. Bei Heinrich, dem Erstgeborenen, stößt sie jedoch an ihre Grenzen. Heinrich entflieht der bürgerlichen Enge, genießt das Nachtleben und verspielt große Summen. Er heiratet Marie, die aus der Tristesse ihres Elternhauses mit 12 Geschwistern von Burg allein nach Berlin gegangen ist, um dort eine Ausbildung zu machen und zu arbeiten.
Heinrich und Marie sind gezwungen, nach Amerika auszuwandern, aber die Wirren des ersten Weltkrieges führen sie zurück nach Deutschland mit Wirtschaftskrise und aufkommendem Judenhass.Eine wunderbare und doch traurige Familiengeschichte mit Höhen und Tiefen im Wellenflug, die Constanze Neumann hier hinter den Zahlen und Fakten gefunden und mitreißend erzählt hat.
Sehr vielseitig
Rochade von Reinhard Tötschinger
Sehr vielseitig
Ein wunderbares Cover verrät, dass es in diesem Buch um Kunst geht, genauer gesagt, um "Malkunst", dieses geniale und hochdotierte Gemälde von Jan Vermeer. Das Buch beginnt mit einem Paukenschlag, nämlich einem Anschlag auf genau dieses Gemälde, das pikanterweise eines der Lieblingsbilder Hitlers war.
Und so kommt es zum Restaurator, der als Erzähler fungiert und von sich und seinem Leben und natürlich dem Gemälde erzählt. Dazwischen gibt es kursiv gesetzte Einblicke in die Vergangenheit. Selbst der Maler persönlich meldet sich zu Wort!
Das ist alles sehr interessant dargestellt - einige Längen sind meiner Meinung nach allerdings vorhanden, zumal der Input auch recht groß ist, denn nicht nur der Assistent des Restaurators, sondern auch Freundin, Tochter, Ex-Geliebte, Ex-Frau und viele andere mehr spielen eine Nebenrolle. Da ist man als Leser schon etwas irritiert, wenn das umgekippte Fahrrad mehr als einen Nebensatz abbekommt.
Wann ist es soweit?
Systemfehler von Wolf Harlander
Wann ist es soweit?
Wolf Harlander strickt in seinem Buch Systemfehler ein Horrorszenario für die ganze digitale Welt. Er lässt Stück für Stück die Welt ins Offline zurückfallen und man kann sich denken, welch ein Chaos das ergibt. Anhand von verschiedenen Charakteren wird dieses Szenario greifbar, wenn z.
B. der Ärztin Claudia Weiss auf der Intensivstation alle Geräte ausfallen oder Isabelle mit ihren Kindern zu ihren Eltern nach Frankreich fliegen will und die Verbindung zum Tower abreißt. Stück für Stück reißt überall die Kommunikation ab und es wird sich auf die spannende Suche nach dem vermuteten Computervirus gemacht, das dafür verantwortlich sein soll. Mich hat am meisten erschreckt, vor Augen geführt zu bekommen, wie abhängig wir mittlerweile vom Internet sind.
Auf der Suche
Bis ans Ende aller Fragen von Anne Hertz
Das Cover ist schlicht und klar, hat mE aber wenig Bezug zur Geschichte. Worum gehts? Maxi ist in den 40ern und anders, als sie es sich als Kind immer wünschte, ist sie Single, kinderlos und Besitzerin eines Cafés. Ihre Familie übernimmt gern Kuppelversuche und letztenendes hat sie es ihrer Nichte Summer zu verdanken, dass sie sich als "trauernde Witwe" in einer Trauergruppe wiederfindet, um dort Mr Right zu treffen.
Ein kleines Lügengespinst, dass allerlei Verwirrung nach sich zieht.
Auf der Suche
Maxi ist total authentisch. Sie lässt den Leser an ihren Gedanken teilhaben. Schön finde ich es, dass die Geschichte auf ihre Tagebucheinträge Bezug nimmt. Gelegentlich lösen alte Tagebuchseiten die einzelnen Kapitel - da erkennt der Leser auch, was sie sich wünschte, für wen sie schwärmte und was sie sich für die Zukunft vorgestellt hatte.
Etwas Hoffnung, wenn mal nicht die Sonne scheint
The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen von Matt Haig
Etwas Hoffnung, wenn mal nicht die Sonne scheint
Schöne Cover Gestaltung, wobei mir auch eine geringere Farbsättigung gut gefallen hätte.
The Comfort Book ist mein zweites Buch von Matt Haig und es hat mir wirklich gefallen - ich werde durchaus auch andere Bücher des Autors lesen, da mir seine Ansätze und auch seine Gedankengänge sehr zusagen.
Das Buch handelt von Hoffnung, und einfach generell von Gefühlen. Es wird verdeutlicht, dass einfach kein Gefühl von Dauer ist. Es werden sehr viele unterschiedliche Themen in dem Buch angesprochen - aber alle haben etwas gemeinsam, sie haben Hoffnung vermittelt.
Besonders gut hat mir der Aufbau des Buches gefallen - die kurzen und prägnanten Kapitel wirken sehr positiv auf den Lesefluss.
Ich konnte mir hier wirklich sehr viel mitnehmen und denke, das war auch das Ziel des Autors. Von mir gibt es eine Empfehlung - natürlich muss man ein gewisses Interesse für das Thema mitbringen.











