Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Maria Dörfler:
Fast gescheitert
Fast gescheitert bin ich an diesem Text.
Einmal angefangen - langatmig, viele Namen. Nochmals angefangen - von hinten aufgerollt interessiert mich die Geschichte, aber das Buch ist sehr schwer lesbar gewesen für mich.
Dabei sind einzelne Textstellen faszinierend, Bilder und die Schilderung von gleichzeitig stattfindenden Ereignissen beeindruckend, sie erzeugen die bedrückende Atmosphäre, die sich durch das Buch zieht.
Die Beurteilung durchschnittlich trifft eigentlich nicht zu.
Wunderbare Textstellen neben langweiligen Schilderungen - ich habe einiges überlesen, einfach ausgelassen, sonst hätte ich es trotz "Lesediziplin" nicht bis ans erwartbare schlimme Ende geschafft.
Ich wollte, dass mir das Buch gefällt, weil das Erschaffen einer Dichte von Bedrückung oft hervorragend gelingt, nicht einen Tag möchte ich unter solchen Umständen leben müssen, wo alle Gemeinheit und Niedrigkeit ungehindert blühen kann und durch das System gefördert wird.
Die Geschichte ist atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes, das Buch kann ich trotzdem nicht zum Lesen empfehlen.
Packend und fast unerträglich
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Das ist ein Buch für eine Nacht, es ist schwer, es wegzulegen. Die Umstände und Bedingungen, unter denen die Mädchen und Frauen leben, sind fast unerträglich - und doch leben sie mit großer Intensität und fast immer mit Angst. Keimt einmal ein Hoffnungsschimmer auf, wird er enttäuscht und dennoch - die Hoffnung stirbt zuletzt.
Es ist schwer, zu akzeptieren, dass hier reale Lebensumstände geschildert werden - die Tristesse ist absolut erdrückend - und irgendwie war ich auch froh, dass das Buch zu Ende war und ich nicht weiterlesen musste.
Warum habe ich nicht die beste Bewertung gegeben? Es scheint mir spürbar, dass es ein Blick von aussen ist, die Sprache wird den betroffenen Menschen gegeben, es ist nicht ihre Sprache, es ist eine engagierte Reportage, die versucht, den Menschen gerecht zu werden, den Opfern eine Sprache zu geben.
Ein schönes Buch!
Die Farben der Hoffnung von Jennifer Clement
Ein schönes Buch zum Eintauchen in das volle Leben mit seinen Freuden, Leiden, Beschränkungen, unerfüllten Hoffnungen, kleinem Glück, der Sehnsucht nach dem großen Glück, die meist nicht erfüllt wird - nicht für die Reichen, nicht für die Armen.
Die Figuren sind lebendig und plastisch.
Die Sprache - oder besser die Übersetzung - ist eher eine einfache, leicht lesbare, dennoch hat die Schilderung besonders des harten, entbehrungsreichen Lebens der Benachteiligten eine Form von Poesie, die nichts beschönigt, alle Leiden beim Namen nennt und doch erträglich bleibt.
Für mich ist es ein Buch zum Durchlesen einer Nacht und das ist ein großes Kompliment.
Maria Dörfler
Muehsam, aber unter die Haut gehend
Die Farben der Hoffnung von Jennifer Clement
Die ersten 50, 100 Seiten waren mühsam zu lesen - bin ich doch gewöhnt an mehr oder weniger logische Zusammenhänge.
Irgendwann beginnt das Unlogische, Sprunghafte zu stimmen, richtig zu sein für die Protagonistin. So und nicht anders ist ihre Welt, ihre Wahrnehmung, sind ihre inneren und äußeren Bilder.
Wenn die Abwehr gegen solches Stückwerk von Leben schwächer wird, ergibt alles durchaus Sinn.
Auch die Sprache hat viele poetische Züge.
Und ist die Welt nicht eben so, wir wir sie uns erschaffen, konstruieren - ganz nach unseren jeweiligen Möglichkeiten?
Ich denke,es ist schwer, nicht betroffen zu sein - dann ist das wohl ein gutes Buch für Mutige.
Und es ist doch ein Blick von aussen
Die Farben der Hoffnung von Jennifer Clement
Ein aktuelles, spannendes Thema, gut, sehr gut zu lesen. Trotz des Ernstes, der Tragik der Ereignisse, schafft es der Autor, eine unterhaltsame Lektüre zu bieten, ohne die Protagonisten der Lächerlichkeit preiszugeben.
Aber: nach etwa 200 Seiten beschlich mich das Gefühl, dass etwas nicht ganz stimmig ist - es ist doch ein Blick von aussen, der das Verhalten der Menschen (nur) beschreiben kann, vielleicht auch gar nicht mehr will.
Die Verhaltensänderung von Azimes Familie ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht bringt dieses Aufeinanderprallen so gegnsätzlicher Kulturen diese Brüche hervor.
Ein faszinierendes Buch, manchmal erschreckend!
Die Farben der Hoffnung von Jennifer Clement
Maria Dörfler
Selten sind Figuren in einem Roman für mich so lebendig geworden, hatte ich so plastische Bilder der Protagonisten vor meinen Augen - ich werde mir gut überlegen, ob ich den Film sehen will!
Die wunderbare, poetische Sprache, die dramatischen,meist tragischen Schicksale, dennoch mit Leichtigkeit und typisch jüdischem Humor serviert, machen das Buch zu einem Lesevergnügen.
Warum ich dennoch nicht die höchste Bewertung geben will, liegt an den teilweisen zerrissenen Handlungssträngen und an der - aus meiner Sicht - nicht nötigen Derbheit in manchen Szenen.
Vielleicht ist aber auch das ein Stilmittel, um die Extremsituation der einzelnen Menschen und des "unmöglichen" Landes spürbar zu machen.
Berührend auch, wie in schwersten Zeiten dennoch oft das persönliche Schicksal, die ganz kleinen Dinge über Glück oder Verzweiflung entscheiden.
Ein sehr, sehr lesenswertes Buch.
Thema verfehlt
Die Farben der Hoffnung von Jennifer Clement
Soll diese Buch eine Sammlung von Kurzgeschichten sein?
Wenn ja, dann sind sie nicht sehr gut erzählt.
Vor allem die eingestreuten fachlichen Bemerkungen passen dann gar nicht.
Oder soll das Buch eine Sammlung von interessanten Fallgeschichten sein?
Der Autor betont, dass dies NICHT der Fall ist.
Auch muss ein Bericht von Fallgeschichten anderen Kriterien genügen.
Was sind die Geschichten also? Ich weiß es nicht.
Als Literatur ist wohl das Thema verfehlt und als Fachbuch wohl ebenso.
Ich habe die Geschichten sehr rasch gelesen und konnte nicht wirklich etwas damit anfangen.
Maria Dörfler
Das Buch möchte ich vor allem wegen der oft dichten, sehr starken Sprache empfehlen
KNOI von Jennifer Clement
Knoi ist ein besonderes Buch!
Ziemlich mühsam zu lesen, verwirrend, manchmal anstrengend, aber oft poetisch, ganz im Gegensatz zum unromantischen Inhalt, der großteils verbogene, unglückliche, beziehungslose, ziemlich seltsame Menschen schildert.
Die Sprache ist es, die für mich das Buch stark macht, die Bilder, die immer wieder entstehen, die Suche, die doch nur mehr Verwirrung und Leere bringt.
Witz, Sarkasmus, Traurigkeit, Hlflosigkeit gehen fast übergangslos ineinander über.
Manchmal habe ich Abschnitte zweimal gelesen und meist haben sie mir beim zweitenmal besser gefallen.
Ich möchte nicht in der Haut eines der Protagonisten stecken....
Ein höchst überflüssiges Buch!
Der Mann, der seine Frau vergaß von Jennifer Clement
Die Idee ist anfangs durchaus vielversprechend.
Die Durchführung langweilig, in schlechter Sprache - .... du warst ein beschissener Fußballspieler, und du bist noch immer ein beschissener Fußballspieler. Was lernt uns das?...- oder ...kümmere dich gefälligst um deinen eigenen Scheiß, blaffte ich .
... - (Übersetzung?), es wird wirklich kein Klischee ausgelassen.
Dazu wird noch die Moralkeule heftig geschwungen, wie bei einer schlechten amerikanischen Vorabendserie.
Und witzig finde ich überhaupt nichts.
Tut mir leid!
Die 3 Sterne waren ein Tippfehler...
Ein sehr wienerisches, sehr lesenswertes Buch.
Der Staubleser von Josef Brainin
Es beginnt mitten in der wohlhabenden Wiener Gesellschaft, die in einem Hietzinger Antiquitätenladen aus und eingeht, und endet nach Versinken in den Tiefen von Gemeinheit und Niedertracht, von Rache und Schlauheit, von Verdrängung und 'Nichtbewältigung' in einer Form von 'Das Leben geht weiter'.
Ein sehr wienerisches, sehr lesenswertes Buch.
Die Beschreibung der Gegenstände wie der Menschen ist von bestechender Genauigkeit und illusionsloser Härte. Wo Wärme, positive Gefühle aufblitzen, überdauern sie selten die materialistische Realität. Tiefe Gräben sind oft nur scheinbar zugeschüttet, Vergangenes reicht in die Gegenwart und das Spiel geht weiter.






