Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Stilistisch top
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen
Dieses Buch war … anders. Anders im Sinne von besonders intensiv, schonungslos, künstlerisch … aber leider konnte es mich nicht emotional erreichen.
Zunächst einmal: Das Cover im Gemäldestil gefällt mir außerordentlich gut. Es strahlt etwas Melancholisches, Reifes, Nachdenkliches aus, was ja die Grundstimmung des Romans visuell wunderbar einfängt.
Auch sprachlich merkt man sofort: Hier schreibt jemand mit Anspruch - klar, reflektiert, enorm tiefgründig. Keine leichte Unterhaltung, sondern ein literarisches Sezieren von Sehnsucht, Altern, Körperlichkeit und Beziehungsmustern.
Der Einstieg in Triest gefiel mir noch recht gut, ist atmosphärisch dicht - die gepflasterten Straßen, das gelbe Licht der Bars, dieses leise Unbehagen unter der Oberfläche, weil Erika spürt, dass irgendetwas nicht im Reinen ist, es jedoch nicht benennen kann … das alles ist eindrücklich beschrieben worden. Überhaupt ist der Schreibstil sehr bildhaft, fast essayistisch; viele Gedanken kreisen um Vergänglichkeit, Begehren, den alternden Körper, um das Gefühl, entliebt worden zu sein - und auch darum, selbst einmal Verrat begangen zu haben. Genau an diesem Punkt begann mein innerer Abstand.
Es fiel mir schwer, tiefes Mitgefühl für Erika zu entwickeln. Denn sie selbst hatte ihren Mann Jahre zuvor betrogen - und auch wenn jede Beziehung ihre eigenen Dynamiken hat und nichts jemals schwarz-weiß ist, war es für mich keine sonderliche Überraschung, dass a) eine Beziehung nach solch einem Vorfall angeknackst sein kann und b) diese Wunde möglicherweise nie ganz verheilt. Das Vertrauen hat Risse bekommen, die Nähe ist kompliziert geworden. Vielleicht war genau diese Ambivalenz gewollt, bei mir führte sie jedoch eher zu Distanz als zu Empathie.
Was ich zudem ganz ehrlich sagen muss: Die sehr explizite, direkte Sprache in einigen Passagen war für mich schlicht nicht stimmig. Ich lese durchaus gerne Romane mit sinnlicher Note, give me anything spicy, I love it! - das ist überhaupt nicht der Punkt. Aber hier empfand ich die Wortwahl stellenweise als zu derb, vulgär … und vor allem als nicht passend zur sonst eher literarisch-künstlerischen Tonlage. Sicherlich werden viele Leser:innen genau diese Offenheit feiern, auf mich wirkte sie eher befremdlich.
Ich hatte schlicht andere Erwartungen. Der Klappentext (und auch die Empfehlung, der Read sei "warmherzig" und "witzig") ließ mich auf eine Geschichte hoffen, die trotz aller Tiefe auch Leichtigkeit trägt. Vielleicht etwas in der Art von Susanne Fröhlich - mit realistischer Note, aber stets mit einem Augenzwinkern und vor allem: mit Hauptfiguren, die ich von Herzen mag. Stattdessen empfand ich die Atmosphäre des vorliegenden Werkes als deutlich deprimierender, beklemmender, fast schwer auf der Brust liegend. Nach der Lektüre fühlte ich mich nicht bereichert oder hoffnungsvoll, sondern eher bedrückt … und so sollte sich Lesen, zumindest für mich persönlich, nicht anfühlen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Buch schlecht ist, im Gegenteil: es ist literarisch höchst anspruchsvoll, reflektiert, kompromisslos ehrlich in seiner Auseinandersetzung mit Alter, Lust, Scham und Macht in Beziehungen. Es wird sicherlich viele Leser:innen finden, die genau diese Schonungslosigkeit schätzen und sich in Erikas Fragen wiederfinden. Für mich jedoch war es eindeutig nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit. Daher vergebe ich 3 Sterne - aus Respekt vor der literarischen Qualität, auch wenn es inhaltlich einfach überhaupt nicht mein Fall war.
Fazit:
Manchmal passt ein Buch … und manchmal eben nicht, auch das gehört zum Lesen dazu. Stilistisch: top, inhaltlich: Geschmackssache.
Herrliche Atmosphäre!
The French Escape - Love & Lavender, Band 1 von Sarah Fleury
Schon beim ersten Blick auf das traumhaft schöne, rosafarbene Cover war ich sofort verliebt - und auch der Klappentext versprach eine leichte, sommerliche Romance vor der Kulisse von Cannes. Genau dieses Flair von Côte d’Azur, Sonne, Meer und Glamour bekommt man hier auch tatsächlich sehr intensiv vermittelt: Man riecht förmlich die Düfte, spürt die Wärme auf der Haut und taucht direkt ein in dieses französische Lebensgefühl.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven: Amber, erfolgreicher Hollywoodstar (mit jemandem aus ihrer Vergangenheit, der sie nicht gehen lassen will) und Timothée, Spross einer traditionsreichen Parfümeursfamilie, der gerade an einem Wendepunkt in seinem Leben steht. Diese beiden Stimmen und Lebenslagen könnten unterschiedlicher kaum sein … und ergänzen sich gerade deshalb so schön. Während Ambers Perspektive modern, dialogreich und sehr lebendig ist, bringt Timothée die ruhigere, melancholischere Tiefe in die Geschichte.
Was mir besonders gefallen hat: Amber ist trotz ihres Ruhms keineswegs abgehoben, sondern wirkt verletzlich, reflektiert und menschlich. Ich liebe ihre enge Freundschaft mit Emily, die nicht nur als 'beste Freundin am Rande & Personal Stylist', sondern als wahre emotionale Stütze dargestellt wird - loyal, liebevoll, warmherzig und voller weiblicher Solidarität, frei von jeglichem Konkurrenzdenken. Diese Beziehung gehört für mich zu den Highlights des Romans.
Timothée wiederum ist kein klassischer perfekter Love Interest, sondern ein junger Mann voller Zweifel, innerer Konflikte und ungelöster Familiengeschichte. Seine Beziehung zu seinem Vater, die Sehnsucht nach seiner Mutter und seine Suche nach der eigenen Identität verleihen der Story eine emotionale Tiefe, die ich so gar nicht erwartet hatte. Gerade die Passagen rund um die Welt der Düfte und das Parfümkreieren sind wunderschön geschrieben und sehr atmosphärisch. Überhaupt fungieren die Düfte nicht nur als Beiwerk, sondern als eigene emotionale Sprache - " […] sie war kaum mehr als ein Schatten, ein Hauch von Jasmin […]".
Das Fake-Dating-Motiv, das ich ohnehin mega gerne lese, funktioniert hier perfekt, weil es nicht aus Spiel oder Kalkül entsteht, sondern aus einer emotionalen Notlage heraus. Beide Figuren suchen auf ihre Weise einen Ausweg, einen Neuanfang, was ihre Verbindung glaubwürdig macht.
Ein sensibler, ernster Nebenplot beschäftigt sich mit einer schwierigen Beziehung aus Ambers Vergangenheit. Ohne ins Detail zu gehen: Dieser Teil der Geschichte zeigt sehr eindringlich, wie schwer es sein kann, sich aus emotional belastenden Dynamiken zu lösen. Ich fand das grundsätzlich gut und wichtig umgesetzt, auch wenn mir dieses Thema persönlich etwas zu nahe ging und ich solche Inhalte eher ungern lese - was aber meine subjektive Wahrnehmung ist und keine generelle Kritik am Buch darstellen soll.
Insgesamt lebt dieses wunderbare Werk für mich ganz klar von seinem lebendigen, bildhaften Schreibstil, der Atmosphäre, den Duftbeschreibungen und den beiden Hauptfiguren. Die Handlung folgt zwar bekannten New-Adult-Tropes, fühlt sich aber durch das Setting, die emotionale Tiefe und die Parfüm-Thematik dennoch frisch an.
Das Ende macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung - vor allem, weil ein weiterer Charakter in den Fokus rückt und ein kleiner Cliffhanger bleibt.
Fazit:
Ein sommerlich-leichter, gleichzeitig emotionaler NA-Roman mit viel Herz, herrlich französischem Flair, einem außergewöhnlichem Setting und sympathischen Figuren. Ich freue mich auf Band 2, der im September 2026 erscheint!
Mega kreatives Setting!
Illusion - A Lie Worth Believing von Janine Ukena
"Das ist meine Chance. Wer bekommt schon die Gelegenheit, seine Träume zu leben und dafür auch noch so gut bezahlt zu werden, dass man mehr hat, als man je brauchte? Es klingt zu gut, um wahr zu sein. Und alles, was zu gut klingt, hat meistens einen Haken."
Schon beim Lesen des Klappentextes, der so unheimlich catchy klingt, fühlte ich mich sofort an den Film "Die Unfassbaren - Now You See Me" erinnert, und genau dieses Gefühl hat mich auch durch große Teile der Geschichte begleitet.
Eine Zauber- und Illusionsshow in Las Vegas als Setting für einen New-Adult-Suspense-Roman? Ich feiere diese kreative Grundidee total, denn sie hebt sich inhaltlich wirklich komplett von der Masse der üblichen New-Adult-Romane ab - sehr erfrischend!
Mein größtes Highlight: Das Setting. Vegas-Vibes pur! Flirrend, laut, schillernd, voller Neonlichter, Versprechen, Intrigen und dunkler Schatten.
"Der Himmel färbt sich dunkelblau, gespickt mit den ersten Sternen, die gegen die Leuchtreklamen ankämpfen. Es ist früher Abend, aber Vegas kennt kein Dämmerlicht.
Hier ist alles sofort Nacht oder sofort Tag."
Die gesamte Show-Welt rund um "Illusion" ist extrem atmosphärisch, perfekt durchdacht. Besonders die technischen Details zur Magie und zu den Illusionen fand ich faszinierend, man merkt einfach, wie viel Arbeit und Recherche hier hineingeflossen sind.
Auch die Wortkunst der Autorin hat mich immer wieder begeistert. Janine Ukena schafft es, diese ganz besondere Stimmung von Las Vegas sprachlich unglaublich schön einzufangen, richtig poetisch. Einige Textstellen habe ich mir direkt markiert, weil sie so einnehmend waren und dieses Gefühl von Glanz, Täuschung und innerer Zerrissenheit perfekt transportiert haben.
"Draußen hat sich Las Vegas in eine andere Welt verwandelt. Die grellen Neonfarben, die tagsüber zu flüstern schienen, wirken jetzt ohrenbetäubend laut. In jedem Licht steckt ein Versprechen, in jedem Schatten eine Lüge, die schön genug ist, dass man ihr trotzdem glauben will. Die Stadt schreit - auf Leuchtreklamen, auf grellen Bildschirmen, in flackernden Hologrammen. Ich starre aus dem Fenster, als könnte ich in diesem Leuchten etwas finden, wodurch ich mich weniger fremd fühle."
Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus zwei Perspektiven: Stella und Levin. (Eine Ausnahme gibt's am Schluss, auf die ich aus Gründen der Spoilervermeidung hier nicht weiter eingehe.)
"Freundschaft fühlt sich für mich an wie ein Kleid, das ich nie ganz ausfülle. Zu viele Städte, zu viele Abschiede, zu viele leere Versprechen, dass man in Kontakt bleibt. Es ist nicht so, dass ich nichts über mein Leben teilen will ... es ist nur schwierig, Dinge festzuhalten, wenn man sein ganzes Leben darauf trainiert wurde, loszulassen."
Stella war mir von Anfang an sehr sympathisch, nahbar und authentisch, vor allem mit ihren Selbstzweifeln und dem Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören. Levin hingegen ist deutlich mysteriöser gezeichnet worden, moralisch grau, charismatisch und gleichzeitig mit Vorsicht zu genießen … und genau das macht ihn als Figur eigentlich ziemlich spannend. Stück für Stück erfahren wir mehr über seine Beweggründe, während sich parallel auch immer neue Fragen auftun.
Der Suspense-Faktor ist definitiv hoch, ich bin nur so durch die Seiten geflogen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter all den Geheimnissen steckt. Es gibt mehrere Twists, die mich wirklich überrascht haben, und auch das große Gesamtbild rund um die Show und die Vergangenheit der Figuren ist enorm spannend konstruiert worden. Der Cliffhanger am Ende ist wirklich gemein. … aber genau so, dass man Band zwei sofort lesen möchte.
Was für mich etwas hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist, war der Romance-Anteil. Obwohl ich beide Hauptfiguren mochte, konnte mich ihre Liebesgeschichte emotional nicht ganz so packen, wie ich es mir erhofft hatte. Die Romantik lief für mich trotz Instant Attraction rundum nebenbei und blieb stellenweise etwas blass. (Weil einfach alles andere so viel spannender war!) Auch die Nebenfiguren aus der Magiertruppe fand ich total interessant, aber sie standen insgesamt nicht so präsent im Vordergrund, wie ich es mir gewünscht hätte. To be fair: Rückblickend fühlte sich dieser Auftakt wie ein großes Kennenlernen an - aktuell/nach der Lektüre ist man noch am Rätseln - und dann, boom! … wird es in Band 2 so richtig zur Sache gehen, das ist meine Vermutung.
Für mich überwiegt ganz klar das Positive: Das Setting ist eine absolute Wucht, die Grundidee grandios, die Atmosphäre einzigartig und der Suspense-Part ungemein fesselnd.
Fazit:
Ein gelungener, ungewöhnlicher New-Adult-Suspense-Roman mit riesigem Potential - ich bin mega gespannt, wie all die offenen Fragen im zweiten Band aufgelöst werden. Zum Glück müssen wir nicht allzu lange warten, "Illusion – A Truth Worth Doubting" erscheint bereits im Mai 2026!
Tolle Wissensvermittlung
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 80 - Mein erstes Fahrrad von Carola von Kessel
Gerade ist ein ganzer Schwung Wieso?-Weshalb?-Warum?-junior-Bücher bei uns eingezogen (- mittlerweile umfasst die informative Kinderbuchreihe stolze 80+ (!!) Bände -) und auch wenn es vorrangig ältere (nicht minder tolle) Bücher waren, durften wir aus auch über ein, zwei ganz 'druckfrische' Bände freuen, einfach weil das jeweilige Themengebiet optimal zu den Interessen meines kleinen Spatzes passt.
Riesengroße Freude also!
Im vorliegenden Werk dreht sich alles rund ums Fahrrad(fahren). Von wegen, 'wer liebt, der schiebt'! Vom Sicherheits-Fokus (Auswahl und Wichtigkeit der korrekten Ausrüstung, um optimalen Schutz zu gewährleisten) über Radtour-Szenen, bei denen es allerhand zu entdecken gibt, ist alles dabei.
Apropos: Zum Entdecken laden auch die für diese Reihe üblichen, zahlreichen Klappen ein - prinzipiell mag ich solche kreativen Extras … was meinen kleinen Wildling betrifft, muss ich bei Features dieser Art allerdings noch ein wenig wachsam sein, damit diese (selbst wenn sie relativ stabil verarbeitet worden sind) nicht direkt herausgerupft werden.
Fazit:
Schöne Wissensvermittlung durch kurze, leicht verständlich formulierte Texte, die mit den bunten Illustrationen harmonieren, ohne dass ein überladener Eindruck entsteht. Klare Empfehlung!
Spielerisch die Welt der Kräne entdecken
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 81 - Der Kran von Andrea Erne
Zwar kann im Hinblick auf Baustellen-Fahrzeuge und -geräte bei meinem Kleinen - bisher - nichts dem Bagger den Rang ablaufen, aber ein Kran war es, den er einst als erstes fasziniert beobachtet und bei Spazierfahrten im Kinderwagen immer wieder gesucht hatte - und da ich sowohl sein technisches Interesse als auch seine Bücher-Liebe fördern möchte, stellt dieses handliche Kinderbuch die ideale Kombination dar.
Was mir super gefallen hat: Kindgerechte, nicht zu detaillierte Texte, die dennoch (auch für mich) neues Wissen vermitteln - Kran ist nämlich nicht gleich Kran! Ich muss gestehen, zuvor hatte ich noch nie über die Differenzierung nachgedacht, geschweige denn über die einzelnen Bauteile. Der Favorit bei uns waren übrigens die Bilder zum Kraneinsatz der Feuerwehr.
Im Grunde gibt es inhaltlich absolut nichts zu bemängeln - ABER: die Aufmachung war ein kleiner Wermutstropfen. Warum? So sehr ich die Intention diesbezüglich nachvollziehen kann, Klappen sind bei uns (aufgrund des lebhaften Wesens meines Spatzes) einem zeitnahen Ende geweiht. Die Spiralbindung finde ich auch eher ungünstig, da bevorzuge ich einfach eine stabilere Bindung. Ist natürlich alles Geschmackssache.
Fazit: Ein schönes, bunt bebildertes und informatives Kinderbuch für alle kleinen Baustellen- und Kran-Fans.
Zoo-Spaß
Sachen suchen: Besuch im Zoo von Susanne Gernhäuser
Wimmelbücher jeglicher Thematik sind bei uns daheim immer ein Riesenhit, denn auch als Erwachsene macht das Betrachten all der kunterbunten, liebevoll illustrierten, ungemein detaillierten Abbildungen einfach Spaß. Und wenn der Knirps dabei noch etwas lernt, umso besser!
Beim vorliegenden Werk musste ich direkt schmunzeln, denn unser letzter Zoo-Besuch ist kaum ein paar Monate her und war ebenfalls geprägt von großer Begeisterung hinsichtlich des inkludierten Spielplatzes.
Natürlich bietet die Tiergarten-Location jede Menge Möglichkeiten für Suchbilder, welche hier gut genutzt worden sind; der Fokus liegt hauptsächlich auf den Tieren, wobei auch ein paar Gegenstände enthalten sind. Was mir super gefallen hat:
❏ stabile Pappseiten - einfach unerlässlich bei Kleinkindbüchern, die nun mal einiges aushalten müssen
❏ Fragen, die nicht rein zum Suchen/Zeigen, sondern auch zum Sprechen (üben)/Antworten anregen
❏ angenehmer Umfang (deutlich mehr Seiten enthalten als bei vielen anderen Bilderbüchern)
❏ Inklusion (Personen im Rollstuhl; Personen verschiedener Religionen; bekannte vs. weniger bekannte Tiere, z.B. Marabus)
❏ kindgerecht formulierte, kurze, informative Texte
❏ Übersichtlichkeit - klare Aufteilung, sodass die Seiten nicht überladen wirken (wir hatten auch schon mal einen gegenteiligen Fall, bei dem die Suchgegenstände halb mit dem Bildrand verschmolzen)
Fazit:
Klare Empfehlung für große und kleine Wimmelbuch-Fans.
Cooles Setting!
One Date to Gold von Ivy Leagh
Mein erstes Werk von Ivy Leagh - und dann direkt ein Hit, I love it!
Über die Aufmachung brauchen wir wohl kaum viele Worte verlieren … zauberhaft! Das fliederfarbene Cover, der traumhaft schöne Farbschnitt, die hübsche Charakterkarte - volle Punktzahl in Sachen Optik!
Inhaltlich hat mich diese sporty New-Adult-Romance vor allem durch ihr außergewöhnliches Setting sofort für sich eingenommen, Stichwort: Olympische Winterspiele.
Wie cool ist das denn bitte?!
Auch wenn ich selbst nicht besonders sportlich bin - sofern Book Runs nicht zählen, hihi -, lese ich unglaublich gern Bücher mit sportlichem Hintergrund (hauptsächlich Romanzen), und schaue mir mit großer Begeisterung Sportarten wie Eiskunstlauf, rhythmische Sportgymnastik, Tanzen und American Football an, to name just a few. Umso mehr habe ich dieses Winter-Olympia-Setting geliebt: die Atmosphäre, die authentischen Beschreibungen vom Leistungsdruck und dem dazugehörigen Medienrummel, das einzigartige Flair im Dorf, die Wettkämpfe … all das fühlte sich nach kribbeliger Aufregung an, so als wäre man live dabei.
Ich verstehe jedenfalls absolut, warum die Autorin so gefeiert wird! Ihr Schreibstil ist modern, locker, spritzig, frisch, humorvoll und extrem dialogstark. Die Schlagabtausche zwischen den Figuren fand ich herrlich! Genau diese Dynamik war ein riesengroßes Plus!
Die Trope-Mischung allein suggeriert ja im Grunde bereits ein tolles Leseerlebnis: Fake Dating trifft auf Olympia-Background, dazu Forced Proximity, Grumpy x Sunshine und Enemies to Lovers - was für ein genialer Mix!
Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass die Geschichte mehr als 'nur' eine unterhaltsame Romance ist. Es werden durchaus ernsthafte, bedeutungsschwere Themen aufgegriffen, beispielsweise Amies Vergangenheit und ihre negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit ihrem früheren Trainer. Dieser Aspekt wurde sensibel umgesetzt, ohne effekthascherisch zu wirken, und verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Fazit:
Freut euch auf eine winterliche Sportsromance mit einem rundum faszinierenden Setting, gutem Humor, einem ordentlichen Schuss Spice und genau der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und werde mir definitiv weitere Werke der Autorin auf meine Leseliste setzen!
Solide Fortsetzung
Two steps away - London Hearts 2 von Valentina Fast; Lorena Schäfer
Der zweite Band der London-Hearts-Reihe ist für mich vor allem eines: eine Geschichte über freundschaftlichen Zusammenhalt, charakterliche Stärke und das Erwachsenwerden zwischen familiären Erwartungen, alten Verletzungen und neuen Chancen.
Schon ab den ersten Seiten habe ich mich unglaublich wohlgefühlt, nicht zuletzt wegen der kuscheligen Mädels-WG am Willow Square.
Dieses warme, selbstverständliche Miteinander, das Sich-auffangen, Zuhören, Dasein, ohne große Worte machen zu müssen, war für mich eines der absoluten Highlights. Die Dynamik zwischen den vier jungen Frauen fühlt sich, wie schon im Reihenauftakt, einfach ehrlich an, lebendig und voller Herzlichkeit - genau so, wie man sich eine Wahlfamilie wünscht. Ich würde sofort dort einziehen!
Im Mittelpunkt der Handlung steht dieses Mal Pippa - eine unheimlich beeindruckende Protagonistin, die ich als stark, ehrgeizig, diszipliniert und zugleich verletzlich wahrgenommen habe. Ihre strukturierte Art, ihr Fünfjahresplan, ihr kontrolliertes Auftreten wirkten auf mich nie wirklich kühl, sondern wie ein Schutzschild, das sie sich über Jahre antrainiert hat. Besonders berührt hat mich ihr Verhältnis zu ihren Eltern: das permanente Funktionieren, das Gefühl, dass Liebe an Leistung geknüpft ist, die unausgesprochene Erkenntnis, niemals mit dem idealisierten Bruder mithalten zu können … Pippas Entwicklung (hin zu der Einsicht, dass sie durchaus gut genug ist, auch ohne eventuelle Erwartungen zu erfüllen) wird sehr kraftvoll erzählt und war für mich absolut glaubwürdig.
Das London-Setting, vor allem in seiner winterlichen Stimmung, mochte ich total. Es fügt sich angenehm in die Geschichte ein und verleiht ihr eine gleichermaßen ruhige wie quirlig-urbane Atmosphäre, auch wenn ich mir stellenweise noch ein wenig mehr Sinneseindrücke gewünscht hätte.
Die Friends-to-Haters-to-Lovers-Dynamik zwischen Pippa und Ben entfaltet sich als klassischer Slow Burn, mit spürbarer Spannung und vielen unterschwellig brodelnden Emotionen. Während mir die Tension zwischen den beiden gut gefallen hat, bin ich persönlich mit Ben als Figur nie ganz warm geworden. Seine Perspektive ist nachvollziehbar, sein Verhalten erklärbar, emotional hat er mich jedoch weniger stark erreicht als Pippa. Das hat der Geschichte aber nicht geschadet, da IHR innerer Weg für mich ohnehin klar im Fokus stand.
Etwas überladen wirkte auf mich stellenweise das zusätzliche Drama rund um Olivia. Pippas familiärer Konflikt und die Konkurrenz um den Praktikumsplatz (sowie natürlich generell das unerwartete Wiedersehen mit Ben) hätten für mich vollkommen ausgereicht. Die zusätzliche Eskalation empfand ich teils als konstruiert, auch wenn sie natürlich Spannung erzeugt und die Handlung vorantreibt.
Was mir sehr gefallen hat, war der respektvolle Umgang mit komplexen Familiendynamiken, sowohl bei Pippa als auch bei Ben. Es gibt keine schnellen Lösungen, keine perfekten Versöhnungen, sondern realistische Zwischentöne, kleine Schritte und ehrliche Grenzen.
Fazit:
Unterm Strich war es für mich ein solider, unterhaltsamer Read, der besonders durch die Mädelsfreundschaft und Pippas persönliche Entwicklung überzeugt. Eine Geschichte über Selbstwert, Loyalität und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ich freue mich schon jetzt auf Band 3 ("Three words unspoken"), der im März 2026 erscheint!
Tolles Mitmach-Magnetbuch
Mein großes Magnetbuch - Das machen wir am Abend von Aurelia Streck
Da wir mit Mitmachbüchern ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht haben und es ohnehin angedacht ist, für unseren kleinen Schatz eine Magnettafel zu organisieren, mit der er spielerisch die Tagesroutine verfestigen kann und in seiner Selbstständigkeit bestärkt wird, kam ich an diesem niedlichen Kinderbuch einfach nicht vorbei!
Was mir richtig gut gefällt:
❏ super handliches Format - man kann das Werk bequem überall mit hinnehmen
❏ praktische Verstaumöglichkeit für die vielen Magnete - die übrigens wirklich perfekt haften (überhaupt ist alles sehr hochwertig verarbeitet) und z.
B. auch am Kühlschrank genutzt werden können
❏ farbenfrohe, kunterbunte Illustrationen, ohne dass die Bilder zu überladen wirken - der Fokus liegt tatsächlich ganz klar auf den jeweiligen Tätigkeiten
❏ leicht verständliche, klar und kindgerecht formulierte Anweisungen, die dazu einladen, die Magnete selbstständig an der betreffenden Stelle zu platzieren
Keine Kritik, sondern lediglich eine Anmerkung für eventuell angedachte zukünftige Ausgaben:
1. Ich fände es schön, wenn 2-4 zusätzliche Seiten enthalten wären, da der Umfang gerne etwas größer hätte ausfallen können.
2. Vielleicht wäre es möglich, zusätzliche - individuelle - Versionen der Geschichte anzubieten, die sich zum Beispiel auf allein erziehende Mütter oder Väter konzentrieren, da hier ausschließlich die Aufteilung Mutter-Vater-zwei-Kinder gegeben ist, und dies in manchen Familien eventuell zu traurigen Momenten führen könnte.
Fazit:
Ein ganz tolles Mitmach-Magnetbuch, das sich hervorragend zum Sprechen üben/Erweitern des Wortschatzes sowie zum Thematisieren der familiären Abendroutine eignet … und ganz nebenbei die Feinmotorik der kleinen Leser-/Zuhörerschaft fördert.
Geniale Setting-Idee
Botanic Hearts von Melanie Sweeney
Bei diesem Werk hatte mich die Grundidee sofort gepackt: Eine Bibliothek, die nach einem Hurricane in einen botanischen Garten umziehen muss - Bücher zwischen Blumen, Hoffnung inmitten von immensem Verlust … Allein dieses Setting ist für mich etwas ganz Besonderes und hat mir von Beginn an richtig, richtig gut gefallen.
Der Schreibstil von Melanie Sweeney ist dabei locker, modern, angenehm und sehr einladend. Die Seiten lassen sich mühelos lesen, alles wirkt schwungvoll und leicht zugänglich - perfekt für eine RomCom, die Wohlfühlmomente verspricht. Auch optisch punktet das Buch: Das hellgrüne Cover mit seinem verspielten, RomCom-artigen Comic-Stil ist wunderschön und macht sofort Lust aufs Lesen.
Inhaltlich hat mich besonders der botanische Garten begeistert. Die kleinen eingestreuten Pflanzeninfos, die grüne Atmosphäre - davon hätte ich ehrlich gesagt noch viel mehr lesen können. Auch das Thema Bibliothek fand ich grundsätzlich toll, hätte mir aber gewünscht, dass der Bücheraspekt noch stärker und relevanter in die Handlung eingebunden wird, immerhin geht es um Bibliothekarinnen und ihre Arbeit. - Es war okay-ish, aber da ginge noch mehr.
Zwiespältig war ich hingegen bei der Handlung selbst. Sie ist insgesamt eher ruhig und unaufgeregt, teilweise fast zu ruhig. Über viele Seiten hinweg passiert vergleichsweise wenig, wodurch sich für mich Längen eingeschlichen haben. Gerade der Beginn mit dem Hurricane (= einem einschneidenden, existenziellen Ereignis) blieb für mein Empfinden zu oberflächlich. Tansy verliert Haus und Hab und Gut, doch emotional wird diesem Verlust - abgesehen von der Erwähnung - nur wenig Raum gegeben. Hier hätte ich mir deutlich mehr Tiefe und Verarbeitung gewünscht.
Auch mit der Protagonistin Tansy hatte ich ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits ist sie als starke, eigenwillige, toughe Frau angelegt, die alles allein stemmen will - als Mutter, als Leiterin der Bibliothek, als Mensch allgemein. … was an sich ja überhaupt nicht verkehrt ist. Aber: Andererseits empfand ich ihre in meinen Augen extreme Abwehrhaltung Jack gegenüber stellenweise als überzogen, vor allem angesichts dessen, dass er ihr mehrfach geholfen und sogar das Leben gerettet hat. Diese anfängliche Feindseligkeit konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen.
Jack wiederum ist ein klassischer Grumpy-Charakter, authentisch gezeichnet, wenn auch nicht durchgehend sympathisch. Sein Wandel im Laufe der Geschichte hin zu mehr Nähe und Offenheit hat mir jedoch gefallen. Die Romanze zwischen den beiden konnte mich insgesamt leider nicht vollständig abholen, zumindest nicht so, wie ich gehofft hatte - sie blieb für mich etwas zu flach, um mich wirklich zu berühren.
Ein klarer Lichtblick war hingegen Briar. Ihre Präsenz hat viele Szenen für mich positiv beeinflusst und die Story definitiv bereichert. Auch die Nebenfiguren hätten meiner Meinung nach mehr Raum verdient gehabt, hier schlummert noch viel ungenutztes Potential.
Was mich dafür umso mehr bewegt hat, war das Nachwort der Autorin. Zu wissen, dass diese Geschichte aus eigenen Erlebnissen rund um Hurricane Harvey entstanden ist, aus Liebe zu Bibliotheken, Gemeinschaft und gegenseitiger Hilfe, hat dem Ganzen im Nachhinein eine ganz andere Tiefe verliehen. Das war für mich sehr berührend und ehrlich.
Als mega cooles Extra empfand ich außerdem die Anregungen für Buchclubs am Ende. Solche Diskussionsfragen wünsche ich mir viel öfter in Romanen, sie laden zum Weiterdenken ein, heben spezielle Aspekte hervor und geben einem die Möglichkeit, die Geschichte nochmal ganz in Ruhe Revue passieren zu lassen. Lieb ich!
Fazit:
"Botanic Hearts" ist ein sanfter, schöner Roman mit einer absolut großartigen Idee, einem genialen Setting und viel Herz, auch wenn er für mich emotional sowie inhaltlich nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft hat. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen, mit kleinen Schwächen, eine feinen Prise Spice, und mit einer großen Liebe zu Büchern, Pflanzen und Gemeinschaft.











