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Rezensionen von PMelittaM:

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Interessantes Setting

Aus verborgenen Orten von U.C. Ringuer

In einem Ausgrabungstunnel Herculaneums wird eine Leiche gefunden, der Mann wurde wie ein Opfer des Vulkanausbruchs arrangiert, ist aber gerade erst ermordet worden. Kolonel Camarata bis vor kurzem bei der Mordkommission, nun beim Kunstschutz, wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Der Fall gestaltet sich nicht einfach, so dass Camarata den ihm bekannten Archäologieprofessor Cariello mit ins Boot nimmt.

Herculaneum hat 79 n. Chr. Pompejis Schicksal geteilt, die Ausgrabungen vor Ort gestalte(te)n sich jedoch schwieriger. Beides alleine macht den Roman schon interessant, zumal es im Anhang eine ganze Reihe Fotos aus Herculaneum gibt, dies mit einem Krimi zu verknüpfen, ist im Grunde eine gute Idee. Der Roman ist als Thriller gekennzeichnet, was in meinen Augen nicht ganz zutrifft. Ja, es gibt spannende Stellen, vor allem eine Reihe von Szenen, in denen sich zwei Charaktere in Lebensgefahr begeben, dabei aber auch neue interessante Erkenntnisse gewinnen, thrillermäßig spannend fand ich das allerdings nicht wirklich. Für mich ist der Roman eher Krimi als Thriller, zumal man an den Ermittlungen beteiligt wird. Am interessantesten ist für mich aber vor allem das Setting.

Es wird viel Hintergrundwissen rund um das antike Herculaneum und die verschiedenen Ausgrabungen miteinbezogen, was für mich ein wesentlicher Pluspunkt ist. Den Kriminalfall an sich finde ich nicht ganz so spannend, seine Auflösung hatte ich schon geahnt, sie ist also nicht unlogisch. Am Ende hatte ich vor allem Lust, die Ausgrabungsstelle selbst einmal zu besuchen.

Die Charaktere sind mir nicht wirklich nahe gekommen, ich finde aber sowohl Camarata als auch Cariello sympathisch. Der Roman ist der Auftakt einer Reihe, die an verschiedenen historischen Orten Italiens spielt, an denen Camarata und Cariello zu ermitteln haben.

„An verborgenen Orten“ ist der Auftaktband einer Reihe, die an verschiedenen historischen Orten Italiens spielt. Mir hat er vor allem wegen seines Settings gefallen. Ich bin gespannt, wohin mich der nächste Band führt und vergebe für diesen 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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Schöner Comicband, der mich sehr gut unterhalten hat

Aus verborgenen Orten von U.C. Ringuer

Die Elfe Delina ist nach Baldurs Gate gereist, um ihren Bruder zu finden, doch kaum angekommen, wird sie angegriffen. Durch einen chaotischen Zauber wird die Statue eines beliebten Helden lebendig, der sie fortan unterstützt und begleitet.

Baldurs Gate, daran habe ich viele schöne Erinnerungen, sowohl das erste als auch das zweite Game habe ich vor vielen Jahren durchgespielt, und wie habe ich mich gefreut, dass auch mein Lieblingscharakter in diesem Comicband dabei ist.

Wer kennt nicht Boo, den etwas klein geratenen Riesenhamster? Der läuft hier übrigens zu ziemlicher Höchstform auf, und sein Begleiter Minsk ist natürlich auch dabei.

Zu Delina, Minsk und Boo stoßen ein Dieb und eine Bogenschützin, und gemeinsam können sie das Rätsel um Delinas Bruder lösen, das im übrigen so einige Überraschungen mitbringt. Am Ende beschließen sie, zusammenzubleiben, so dass dem nächsten Band, der auch bereits erschienen ist, nichts mehr im Weg steht, sogar über einen dritten Band darf man sich bereits freuen.

Die Geschichte ist spannend, und hat, schon wegen Minsk und Boo auch ihre witzigen Momente. Auch die Zeichnungen sind gut gelungen, ausdrucksstark und einprägsam. Ich wurde sehr gut unterhalten und freue mich auf weitere Abenteuer.

Auch in diesem Comicband kann man im Anhang einige Zeichnungen und Skizzen finden

Wer die Baldurs Gate Games kennt, wird hier viel Spaß haben, wer sie nicht kennt, bekommt trotzdem einen spannenden und unterhaltsamen Comicband, der Lust auf mehr macht.

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Wie aus Norma Marilyn wurde

Marilyn und die Sterne von Hollywood von Claudia Beinert; Nadja Beinert

Marilyn Monroe dürfte einer der bekanntesten Personen sein, doch, was weiß man über ihr Privatleben, vor allem dem, das sie vor ihrem Bekanntwerden lebte? Dieser Frage haben sich die Beinert-Schwestern angenommen.

Geboren 1926 als Norma Jeane Mortensen beziehungsweise Baker, die Namen von Geburtsurkunde und Taufschein unterscheiden sich, hatte die Protagonistin keine behütete Kindheit, im Gegenteil, sie wurde bei Pflegefamilien und im Waisenhaus groß, da ihre Mutter psychische Probleme hatte.

Der Roman setzt mit dem Prolog1934 ein, Norma, wie sie im Roman durchgehend genannt wird, erhält die Chance auf eine glückliche Kindheit, da eine Freundin ihrer Mutter sich ihrer annehmen möchte.

8 Jahre später treffen wir Norma wieder, leider scheint ihr Glück zu enden, ihre Familie verlässt den Bundesstaat, sie kann aus rechtlichen Gründen nicht mit, und wird, um nicht wieder ins Waisenhaus zu müssen, mit Jim Dougherty verheiratet. Wir begleiten Norma nun in ihrem Leben als junge Ehefrau, die sich, nachdem Jim in den Krieg zieht, langsam emanzipiert und versucht, ihre Träume zu leben, zunächst als Fotomodell, immer aber mit dem Wunsch Schauspielerin zu werden. Mit der Erfüllung dieses Wunsches und dem Erhalt ihres Künstlernamens endet der Roman im Jahr 1946.

Wieder einmal bin ich bei einer Romanbiografie aus den Reihen um bedeutende Frauen etwas zwiegespalten. Wenn man selbst ein bisschen recherchiert, kann man zum Beispiel schnell lesen, dass Normas Leben bei der Familie, bei der ihr der Roman eine glückliche Zeit bescheinigt, nicht ganz so glücklich gewesen sein kann, was auch vieles im späteren Verlauf des Romans weniger glaubhaft macht.

Die Erzählung ist recht ausführlich, manches wiederholt sich dadurch, ich hätte mir eher gewünscht, dass wir mehr von Normas Leben erfahren könnten, vor allem nachdem sie Marilyn ist, zumal der Titel ja suggeriert, dass es um Marilyn und nicht um Norma geht. Trotzdem habe ich den Roman nicht ungern gelesen, man muss sich halt im klaren sein, dass es ein Roman ist und sich die Autorinnen erzählerische Freiheiten genommen haben. Immerhin macht er Lust darauf, selbst zu recherchieren und andere Bücher über Marilyn Monroe zu lesen.

Die meisten Kapitel sind aus Sicht Normas erzählt, ein paar wenige aus der Darryl Francis Zanucks, der Studiochef 20th Century Fox', der Norma unter Vertrag nahm. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das nötig war, es war aber recht interessant, einen Blick auf ihn zu werfen.

Gut gefällt mir, dass die einzelnen Teile des Romans, insgesamt vier zuzüglich Prolog, mit Zitaten Marilyn Monroes eingeleitet werden, so kommt man Marilyn auf eine gewisse Weise näher. Gut gelungen ist auch der Einbezug des historischen Hintergrunds, interessant diverse gesetzliche Regelungen, wie die, dass verheiratete Schülerinnen die High School verlassen mussten.

Im Anhang befindet sich ein Nachwort der Autorinnen, das auf jeden Fall lesenswert ist, aber auch etwas ausführlicher hätte sein können, was Fakten und Fiktion angeht, berichtet wird darin auch, wie es nach dem Romangeschehen mit Marilyn und anderen Charakteren weiterging.

So ganz hat mich der Roman leider nicht erreicht, dennoch wurde ich recht gut unterhalten und dazu angeregt, mich weiter mit Marilyn Monroes Leben zu beschäftigen. Ich hätte mir die Geschichte ein wenig geraffter gewünscht, und dafür mehr auch über Marilyn, nicht nur über Norma. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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Hinterlässt bei mir hin und wieder ein ungutes Gefühl

Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1) von Lisa McMann

Die Zwillinge Aaron und Alex leben in Quill, einem grauen Land, das von der Hohepriesterin Justine mit harter Hand regiert wird. Alle dreizehnjährigen Kinder müssen sich dem Tag der Tilgung stellen, an dem sie in Gewollte, Notwendige und Ungewollte eingeteilt werden. Die Ungewollten werden noch am selben Tag aus Quill entfernt und liquidiert.

Nun ist der Tag gekommen, an dem sich Aaron und Alex der Tilgung stellen müssen, wobei Aaron als Gewollter, Alex aber als Ungewollter bestimmt wird. Alex wird umgehend mit einer Reihe anderer Kinder der Liquidierung zugeführt, stellt aber bald fest, dass diese doch anders aussieht, als erwartet.

Im Mittelpunkt stehen hier starke Gegensätze, aber auch vermeintliche Gemeinsamkeiten, zum Beispiel die zwischen Zwillingen, die Verbindung zwischen Aaron und Alex wird hier sehr auf die Probe gestellt, aber auch die Unterschiede zwischen ihnen klar. Der große Gegensatz zwischen Quill und Artimé ist der zentrale Bestandteil der Geschichte. Dabei gibt es eine klare Schwarz-Weiß-Zeichnung, die aber auch unterbrochen werden kann, auf beiden Seiten gibt es Abweichungen, wie sie auch im wahren Leben natürlich sind.

Ich hatte während des Lesens hin und wieder ein ungutes Gefühl. Sicher, die Geschichte hat viele Bausteine, die wichtig sind, gerade heutzutage. Quill und seine Regentin erinnern nicht ohne Grund an eine Diktatur, in der man nicht leben wollte. Im Gegensatz dazu lebt man in Artimé ein freies Leben, scheinbar. Was man in Artimé nämlich offenbar nicht tut, ist, miteinander über Probleme zu reden, vor allem die Erwachsenen hätten hier eine Verpflichtung, der sie aber nicht nachkommen. Alex' Probleme, die er nach und nach entwickelt, hätten aufgefangen werden müssen. Und nicht nur seine.

Erzählt wird meiner Meinung nach nicht gerade spannend, für mich hat der Roman einige Längen, die vor allem auf die Zielgruppe abschreckend wirken könnte. Über die einfließende Phantasie kann man dagegen nicht meckern, ich finde es sehr originell, über die kreativen Fähigkeiten der Kinder zu magischen zu kommen, seinen sie musikalisch, zeichnerisch oder darstellend. Leider wird das Ganze vor allem angreifend und für Waffen verwendet, denn man erwartet eines Tages einen Angriff aus Quill und will gewappnet sein. Und wie es Waffen so an sich haben, sie können töten, auch hier, obwohl das vielleicht gar nicht nötig wäre.

Gefallen haben mir die magischen Wesen, die man hier antreffen kann, nicht nur einen lebenden steinernen, Geparden oder eine Mischung aus Oktopus und Krokodil, sondern auch die Kommunikationstafeln, die eigene Persönlichkeiten sind.

Die Charaktere bleiben meiner Meinung nach zu sehr an der Oberfläche, im Grunde lernt man sie kaum kennen. Sicher, es handelt sich hier um ein Kinderbuch, laut Verlag ab 10 Jahre, aber auch in Kinderbüchern können Charaktere tiefergehend gezeichnet werden.

Die Altersangabe finde ich persönlich ein bisschen zu niedrig. Ab 12 oder 13 hielte ich für sinnvoller, schon wegen der von mir bereits erwähnten Problematik und weil sich dadurch eher Identifikationsmöglichkeiten ergeben. Sicher wird es Zehnjährige geben, die reif genug dafür sind, aber das wissen deren Eltern dann sowieso. Für Erwachsene halte ich den Roman zudem nur bedingt geeignet, man sollte seine Kinder damit aber nicht alleine lassen, und ihn daher auch lesen, da es Gesprächsbedarf geben könnte.

Leider hinterlässt der Roman bei mir hin und wieder ein ungutes Gefühl. Was das Phantastische angeht, gibt es zwar nichts zu meckern, mir fehlt es aber etwas an Charakterzeichnung, vor allem kritisiere ich das fehlende Gesprächsmiteinander und den Fokus auf die Waffenfähigkeit der Magie.

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Hinterlässt bei mir hin und wieder ein ungutes Gefühl
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Düster, aber auch humorvoll

Todesboten - Seelenweiß (Band 1) von Mika D. Mon

Shiro ist ein Todesbote, das heißt, dass er die Seelen Verstorbener auf ihren letzten Weg schickt. Sein Leben ist ein einsames, doch auf einen anderen Todesboten ist er bereits ein paar Mal getroffen, und immer ging es zu Shiros Nachteil aus. Nun treffen sie erneut aufeinander, doch dieses Mal wohl für länger, denn sie hören, dass in ihrer Nähe ein ganzes Dorf ausgelöscht wurde.

Da sie davon unerklärlicherweise nichts mitbekommen haben, wollen sie der Sache auf den Grund gehen. Dieses Mal müssen sie sich zusammenraufen, ähnlich wie die beiden, die sich ihnen anschließen, der weibliche Engel Amariel und ihr Begleiter Vio, der dämonisches Blut in sich hat.

Der Klappentext machte mich neugierig, doch nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, war ich mir nicht mehr sicher, ob der Roman wirklich etwas für mich ist. Kurz danach packte er mich doch, und am Ende fühlte ich mich gut unterhalten.

Dieses Ende ist übrigens noch nicht das Ende der Geschichte, insgesamt gibt es vier Bände. Natürlich bin ich neugierig auf die nächsten, zumal dieser Band mit einem Cliffhanger endet.

Die, zunächst zwei, schließlich vier Protagonist:innen fand ich alle sehr interessant, jeder hat so seine Eigenheiten, und eigentlich sind sie eine Gruppe, die gar nicht so recht zueinanderpasst, es letztlich aber doch tut, tun muss, denn die Gegner sind gefährlich und es ist noch lange nicht klar, was wirklich hinter allem steckt. Ich mochte alle vier, doch die beiden „Bad Boys“, Veit und Vio, sogar ein bisschen mehr.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist eine phantastische, und auch Himmel und Hölle spielen eine Rolle. Tief ausgearbeitet ist sie aber, zumindest bisher, nicht. Auch Magie gibt es, und andere Wesen, zumindest Engel und Dämonen.

Das Ganze liest sich leicht und ist, obwohl sonst recht düster, mit Humor garniert.

Der erste Band der Reihe hat mich gut unterhalten, ich mochte die Charaktere und den Humor, der die düstere Geschichte begleitet.

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Düster, aber auch humorvoll
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Hollywoodstar und Erfinderin

Die Verwegene von Charlotte Leonard

Hedwig Kiesler wird 1914 in Wien geboren, dreht einige Filme, tritt am Theater an der Wien auf und heiratet jung. Leider ist die Ehe toxisch, und so entflieht Hedy ihr 1937, landet in den USA, wird von MGM eingestellt und als Hedy Lamarr berühmt. Die Schauspielerei ist allerdings nicht ihre einzige Leidenschaft, sie interessiert sich auch sehr für Technik.

Ich bin Fan alter Hollywoodfilme, und kannte natürlich den Namen Hedy Lamarr, wusste aber bisher nichts über ihr Leben. Die Autorin nimmt sich der Jahre 1933 bis 1942 an. Zunächst trifft man Hedy noch in Wien, später in ihrer unglücklichen Ehe, dann erlebt man mit, wie sie versucht, sich in Hollywood durchzusetzen und vor allem gute Rollen zu bekommen. Auch ihr Privatleben spielt eine Rolle, sie geht Beziehungen und weitere Ehen ein, auch das nicht immer glücklich. Außerdem muss sie miterleben, dass ihre Heimat von den Nationalsozialisten besetzt wird, die schließlich einen Krieg entfesselt, in den letztlich auch Hedys Wahlheimat hineingezogen wird. Mit ihrem technischen Verständnis und ihrem Erfindungsreichtum kann sie schließlich eine womöglich bahnbrechende Erfindung machen, von der sie hofft, ihre neue Heimat im Krieg unterstützen zu können. Sie wird aber zunächst nicht so anerkannt, wie erhofft. Heute ist ihre Erfindung allerdings nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie in einem ganz anderen Bereich Anwendung findet, als zunächst gedacht.

Der Roman lässt sich gut lesen, und da ich bis dahin wenig über Hedys Leben wusste, war ich während des Lesens gespannt, wie es ihr ergeht. Es hat Spaß gemacht, mitzuerleben, welche Filme sie gedreht hat, welche Hollywoodgrößen ihren Lebensweg begleitet haben, manche kurz, manche länger. Ein bisschen oft wird das Thema Erfindungen erwähnt. Hedy erfindet gern, hat ein Erfinderzimmer, aber was sie dort alles erfindet, bleibt größtenteils unklar. Trotzdem, ich habe mich nicht gelangweilt und auch Neues erfahren und zwischendurch natürlich wieder viel gegoogelt.

Im Anhang reißt die Autorin Hedys weiteren Lebensweg kurz an, gibt Informationen darüber, wo sie von den Fakten abwich sowie Literaturhinweise.

Wer sich für das Leben von Hollywoodstars interessiert, und sie zumindest einen Teil ihres Lebensweges begleiten möchte, könnte Freude an diesem Roman haben, und auch Lust bekommen, den ein oder anderen Film noch einmal anzusehen.

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Unbedingt wert, gelesen zu werden

Das Wesen des Lebens von Iida Turpeinen

Kennen Sie, kennst du die Stellersche Seekuh? Bevor ich diesen Roman gelesen habe, kannte ich sie auch nicht, doch nun bin ich nicht nur so gut es geht informiert, ich habe auch einiges gelernt und von Dingen erfahren, die ich vorher nicht wusste.

Der Naturforscher Georg Wilhelm Steller begleitete den Kapitän Vitus Bering auf dessen letzter Expedition.

Dabei strandeten das Schiff Ende 1741 auf einer unbewohnten Insel, wo man Monate verbringen musste. Steller entdeckte dort ein bisher unbekanntes Tier, offensichtlich den Seekühen zugehörig, das später nach ihm benannt wurde. Nur 27 Jahre später war die Stellersche Seekuh von den Menschen bereits ausgerottet worden, unter anderem wohl, weil sie so schmackhaft war. Einige Skelette von Stellerschen Seekühen sind erhalten geblieben, eines davon ist im Naturhistorischen Museum Helsinkis zu besichtigen.

Diese Tiere müssen sehr eindrucksvoll gewesen sein, riesig, bis zu acht Meter lang, in Rudeln lebend und sehr friedlich. Iida Turpeinen hat dieser leider ausgestorbenen Art nun ein weiteres Denkmal gesetzt, so empfinde ich jedenfalls ihr Werk. Ein Werk, das übrigens nicht einfach zu lesen ist, dem man Aufmerksamkeit schenken muss, das aber eine Welt öffnet, die zumindest mir, unbekannt war. Sie hat viele historische Persönlichkeiten einbezogen, die ich erst hier kennenlernen durfte. Sie hat teilweise sehr ausführlich und auf gewisse Weise ausschweifend erzählt, aber dennoch auch sehr fesselnd. Ich habe zudem sehr viel gegoogelt.

Der Roman wird in mehreren Zeitebenen erzählt. Zunächst begleitet man Steller und Bering auf ihrer Expedition, erlebt viel aus Stellers Perspektive mit. Zu seiner Zeit hat man Tiere, um sie genau zu erforschen, getötet und präpariert, und so tötet er auch eine der Seekühe. Einige Passagen sind aus Sicht einer Seekuh geschrieben, was mich sehr beeindruckt hat.

Etwa hundert Jahre später lernen wir Johan Hampus Furuhjelm, den neuen Gouverneur Alaskas kennen. Alaska wird von der Russisch-Amerikanischen Handelskompanie verwaltet, es ging vor allem um Felle. Auch hier wurden Tiere nahezu ausgerottet, so dass das Geschäft immer weniger einbrachte, schließlich wurde Alaska von Russland an die USA verkauft. Ein Naturforscher, Alexander von Nordmann, wünscht sich von Furuhjelm das Skelett einer Seekuh, welches dieser ihm letztlich auch beschafft. Erzählt wird in diesem Abschnitt aber vor allem aus den Perspektiven Annas, der Ehefrau Furuhjelms, und der seiner Schwester Constance.

Die Autorin folgt der Seekuh weiter. Durch Alexander von Nordmann kam das Skelett der Seekuh nach Finnland. Zunächst geht es hier aber um das Sammeln von Eiern, das tatsächlich dazu führte, dass manche Vogelarten, wie zum Beispiel der Riesenalk, ausgestorben sind. Man lernt Hilda Olsen, eine begabte Zeichnerin, näher kennen, und John Grönvall, der das Skelett der Seekuh schließlich so zusammensetzte, wie man es nun besichtigen kann.

Letztlich geht es hier nicht nur um die Stellersche Seekuh, sondern auch darum, dass der Mensch für die Natur, die Tiere, eine große Gefahr darstellt. Ohne ihn würden viele Arten noch leben. Die in der Danksagung zu findende Liste der Arten, die ausgestorben sind, während die Autorin an diesem Werk arbeitete, ist mehr als erschreckend. Heute weiß man zwar, dass man Tiere nicht töten muss, um sie zu erforschen, aber es gibt so viele andere Risiken, die wir verursachen.

„Das Wesen des Lebens“ ist für mich ein Lesehighlight, es hat mich einiges gelehrt und nachdenklich gemacht. Man sollte diesem Roman eine Chance geben, auch wenn er vielleicht anders ist, als das, was man sonst liest. Er verlangt Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, verschlungenen Wegen zu folgen. Er ist es aber auch unbedingt wert, gelesen zu werden.

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Unbedingt wert, gelesen zu werden
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Hat mich wieder gut unterhalten

Inspector Swanson und das Schwarze Museum von Robert C. Marley

1894: Eigentlich wollte Inspector Swanson mit seiner Familie in den wohlverdienten Urlaub, doch dann bleibt der Zug mitten auf der Strecke stehen. Der Grund ist ein Toter, der offensichtlich ermordet wurde. Swanson untersucht Leiche und Tatort, verfolgt einen Verdächtigen, und ist auf einmal mitten in dem Fall, während seine Familie weiter nach Schottland fährt.

Inspector Swanson ist für mich ein alter Bekannter, bereits vier Bände habe ich von der Reihe gelesen. Auch dieser Band hat mich wieder abgeholt. Besonders gut finde ich, dass in jedem Band einige historische Persönlichkeiten auftauchen, hier z. B. Arthur Conan Doyle, Bram Stoker und Walter Dew, der am Jack-the-Ripper-Fall (dem übrigens auch ein Band der Reihe gewidmet ist), mitgearbeitet hat. Es lohnt sich, den einen oder anderen Namen zu googeln, ein paar Anhaltspunkte finden sich auch in „Personen & Begriffe“ im Anhang.

Auch dieser Fall ist nicht einfach zu lösen, doch natürlich gibt es am Ende eine nachvollziehbare Lösung. Bis dahin konnte ich gut miträtseln, auf die richtige Lösung bin ich dieses Mal aber nicht gekommen.

Auch Swanson selbst ist übrigens eine historische Persönlichkeit. Robert C. Marley zeichnet ihn sehr sympathisch, wie auch sein Team, zu dem auch der oben bereits erwähnte Walter Dew gehört. Interessant ist auch die Kriminaltechnik und das titelgebende Schwarze Museum. Leider muss ich sagen, dass letzteres im Roman kaum eine Rolle spielt, so dass ich mich frage, warum ihm der Titel gewidmet wurde, ebenso finde ich den Klappentext nur zum Teil passend. Beides hat mich einen anderen Schwerpunkt bezüglich der Geschichte erwarten lassen. Letztlich hat das aber mein Leseerlebnis kaum beeinträchtigt.

Robert C. Marley erzählt spannend, unterhaltsam und humorvoll, ich habe auch diesen Roman wieder sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere. Gut gefallen mir auch die literarischen Anspielungen, so fährt Swansons Zug 16 Uhr 50 ab Paddington.

Die Reihe um Inspector Swanson punktet mit seinem sympathischen Protagonisten, einer Reihe historischer Persönlichkeiten, spannenden Fällen, und unterhält gut. Sehr gerne empfehle ich die Reihe.

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Der Autor konnte mich wieder überraschen

Das Dorf der acht Gräber von Seishi Yokomizo

1946: Lange wusste Tatsuya Terada nicht, wer sein richtiger Vater ist. Nun soll er als Familienhaupt dieser Familie eingesetzt werden, die im Dorf der acht Gräber lebt. Der Name geht auf eine Legende zurück, die dem Dorf zudem einen Fluch eingebracht haben soll. Dieser scheint nach Tatsuyas Ankunft erneut ausgebrochen zu sein, es gibt wieder einmal Tote.

Seishi Yohomizo ist ein bekannter japanischer Kriminalautor, er verstarb 1981. Seine Buchreihe um den Privatdetektiv Kosuke Kindaichi besteht aus 77 Romanen. Drei davon sind bisher bei Blumenbar erschienen, dieser ist der bisher neueste.

Interessant ist wieder einmal die Erzählweise Yohomizos, denn nicht sein Detektiv steht im Mittelpunkt und klärt nach und nach den Fall, er ist eher ein Nebencharakter, der immer einmal wieder auftaucht. Erzählt wird, und zwar in Ich-Form, von Tatsuya Terada, der auch ein paar Geheimnisse hat und zwischendurch selbst als Täter verdächtigt wird. Das macht die ganze Sache zusätzlich spannend, zum einen, weil man trotzdem nie sicher sein kann, ob der Erzähler wirklich die Wahrheit bzw. alles erzählt, zum anderen erfährt man so weniger, was die Polizei und Kosuke zwischenzeitlich ermitteln. Man kann als Leser:in auch wunderbar miträtseln, die Person, die schließlich hinter allem steckte, hatte ich sogar zwischendurch auch sehr stark verdächtigt. Die Auflösung ist am Ende absolut nachvollziehbar.

Auch in diesem Band erfährt man wieder einiges über Japan, das Leben zu jener Zeit, kurz nach dem zweiten Weltkrieg, die Traditionen, immer wieder fließen japanische Begriffe ein, die in einem Glossar am Ende des Romans erklärt werden. Zu Beginn gibt es außerdem ein Personenregister. Zudem wird im Prolog auf die obenerwähnte Legende und den Fluch näher eingegangen.

Ich hoffe sehr, dass Blumenbar noch viele weitere Romane der Reihe veröffentlicht, schon, weil mich der Autor immer wieder überraschen kann. Wer auch gerne exotischere Kriminalromane liest, sollte hier zugreifen.

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Schöne Geschichte, nicht nur für Kinder

Kurt, Einhorn wider Willen 1. Wer möchte schon ein Einhorn sein? von Chantal Schreiber

Kurt ist ein Einhorn, und das ist er gar nicht gern. Alle mit dem Einhornsein zusammenhängenden Klischées stimmen und sind ihm sehr peinlich, ich sage nur, Pupse, die nach Rosen riechen. Eines Tages trifft er den Vogel Trill, der ihn bittet, einer Prinzessin in Not zu helfen. Kurt will das eigentlich nicht, aber als Einhorn hat er gewisse Pflichten, denen er nicht entkommen kann.

So macht er sich mit Trill auf den Weg.

Kurt ist zwar sehr mürrisch, aber er kann nicht über seinen Schatten, sprich sein Einhornsein, das ihn zum Beispiel schon fast dazu zwingt, Mitgefühl zu haben. Doch dahinter steckt nicht nur Zwang, und Kurt lernt auch sich selbst nach und nach besser kennen, und als Leser:in muss man ihn einfach mögen. Gut gefallen hat mir auch Trill, der viel redet, aber zunächst nicht alles sagt, so dass nicht nur Kurt, sondern auch man selbst als Leser:in die eine oder andere Überraschung erlebt, auch bei der zu rettenden Prinzessin, die sicher den Kindern gut gefallen wird.

Chantal Schreibers Text wird ergänzt durch bunte Zeichnungen von Stephan Pricken, beides zusammen ergibt eine Geschichte, bei der sich nicht nur das Lesen, sondern auch das Anschauen lohnt. Besonders Kurts Gesichtsausdrücke haben mir gut gefallen.

Mir hat die Geschichte um Kurt, das Einhorn, das eigentlich kein Einhorn sein möchte, gut gefallen, sowohl der Text als auch die begleitenden Zeichnungen machen Spaß, nicht nur Kindern, auch Erwachsenen. Schön auch, dass dieser Band erst der Auftakt ist, es gibt weitere Geschichten um das Einhorn wider Willen.

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