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Rezensionen von Tara:

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Berührend und ergreifend

Die stille Heldin von Hera Lind

„Die stille Heldin“ ist ein weiterer historischer Tatsachenroman der in Salzburg lebenden Autorin Hera Lind, der unter die Haut geht.
Helene ist gerade einmal sechzehn Jahre alt, als sie den Großbauern Otto heiraten muss. Dieser macht ihr das Leben zur Hölle, misshandelt und vergewaltigt sie.

Gleichzeitig steht jeden Tag die harte Arbeit auf dem Hof an. Helene bekommt sechs Kindern. Als Otto im Ersten Weltkrieg fällt, ist sie erleichtert. Ihr Leben bleibst anstrengend und arbeitsreich. Mit dem Grenzsoldaten Ewald scheint sie im Anschluß ihr Glück zu finden. Von ihm bekommt sie sechs weitere Kindern, aber die politischen Ereignissen sorgen dafür, dass Helene und ihre Familie nicht zur Ruhe kommen.

Die Ereignisse werden aus der Ich-Perspektive von Helene berichtet, wodurch man ihr wirklich ganz nahe ist und mit ihr leidet und hofft. Was sie erlebt ist schon beim Lesen nur schwer zu ertragen. Ihr Leben ist durchzogen von Gewalt, Verlust, Trauer und Tod. Gleichzeitig trägt Helene eine unglaubliche Liebe in sich, die ihr die Kraft gibt für ihre Liebsten da zu sein und niemals aufzugeben.
Helenes Schicksal wird eng mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten und historischen Ereignissen verwoben. Anhand ihres Lebens wird ein erschütterndes Stück Zeitgeschichte lebendig.

Mich hat das Schicksal von Helene zutiefst berührt. Hera Lind erzählt sehr einfühlsam, aber auch schonungslos und beschönigt nichts. Ich konnte das Buch nicht an einem Stück lesen, sondern brauchte immer wieder Pausen, um das Gelesene zu verarbeiten.
Das Nachwort der Enkelin Katharina rundet den Roman um Helene gelungen ab.

Wie auch in ihren vorherigen Tatsachenromanen hat Hera Lind Wahrheit und Fiktion geschickt miteinander verwoben. Man merkt, dass sie ausgiebig recherchiert hat, um gemeinsam mit einem der Söhne und einer Enkelin das Leben dieser unglaublich starken Frau in Worte zu fassen.

Ich kann das Buch Leser*innen, die gerne historische Romane lesen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, nur empfehlen.

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Berührend und ergreifend
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Sehr stimmungsvoll

Stille Nacht, heilige Nacht von Susanne Brandt

In ihrem Buch „Stille Nacht, heilige Nacht: Ein Lied geht um die Welt“ erzählt die in Lübeck lebende Autorin Susanne Brandt die Entstehungsgeschichte eines der bekanntesten Weihnachtslieder der Welt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte bei vielen Menschen Armut. Dem Lehrer Franz Xaver Gruber war es ein Anliegen den Menschen etwas Tröstliches und Wärme zu vermitteln.

Da er aus eigener Erfahrung wusste, dass Musik ihn schon oft getröstet hatte, entstand so - gemeinsam mit dem Hilfspfarrer Joseph Mohr - der Gedanke ein einfaches, allen zugängliches Lied zu schaffen.

In kurzen leicht verständlichen Sätzen fasst die Autorin die Lebenssituation der damaligen Zeit zusammen. Dabei wird auch die Atmosphäre direkt lebendig und uns wurde beim Lesen richtig weihnachtlich ums Herz.

Die Illustratorin Gabriele Pohl hat jede der Seiten liebevoll und mit vielen Details gestaltet. Da gibt es während des Vorlesens eine Menge zu entdecken.

Neben den sechs Textstrophen des Klassikers befinden sich am Ende des Buches auch die passenden Noten, so dass jeder, der ein Klavier, eine Blockflöte oder Ähnliches zu Hause hat, das Lied direkt anstimmen kann.

Dieses Bilderbuch passt perfekt in die Adventszeit. Neben ein wenig Wissen um das Weihnachtslied, bringt es eine schöne weihnachtliche Stimmung mit sich.

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Sehr stimmungsvoll
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Ein emotionaler Roman über das Leben mit seinen Möglichkeiten

Ein Herz aus Papier und Sternen von Cecelia Ahern

„Ein Herz aus Papier und Sternen“ ist ein emotionaler Roman der irischen Autorin Cecelia Ahern.

Die Handlung spielt in einem kleinen irischen Dorf namens Ballybeg. Viele Menschen dort leben vom Torfstechen, das aus Umweltschutzgründen verboten wurde. Es fällt nicht allen leicht sich neu zu orientieren.

Auch Lorcan Murphy weigert sich auf sein Recht des Torfstechens zu verzichten, da es die Lebensgrundlage seiner Familie ist. Er ist der Großvater von der inzwischen 16-jährigen Bella. Bella ist die Tochter der 32-jährige Protagonisten Pip. Sie ist eine sehr verträumte Protagonistin, mit wenig Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen, was sicherlich auch ihrer dominanten Mutter Josephine zuzuschreiben ist. Aus Sorge um Pip und Jamie - den Vater von Bella - haben ihre Eltern Josephine und Philip dafür gesorgt, dass sich die beiden so wenig wie möglich sehen.
Das klingt nun alles nach einem schwierigen Familiengefüge, ist es im Grunde auch, aber beim Lesen erklärt sich das glücklicherweise alles von selbst.

Pip war für mich keine besonders interessante Protagonistin, ihr Leben ist recht eintönig bis sie den Astronom Io kennenlernt. Durch ihn ändert sich ihr Blickwinkel und es tritt eine Veränderung eintritt, die mir gut gefallen hat.

Der Schreibstil der Autorin liest sich angenehm leicht und flüssig. Sie versteht es aktuelle Probleme gut in ihrer Romanhandlung unterzubringen, so dass das Buch auch zum Nachdenken anregt.

Mit ihrem Epilog rundet Cecelia Ahern ihren Roman gelungen ab. Das Ende beinhaltet auch einen Neubeginn und lässt damit Raum für eigene Gedanken.

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Ein emotionaler Roman über das Leben mit seinen Möglichkeiten
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Familie Mann im Exil

Wenn die Sonne untergeht von Florian Illies

„Wenn die Sonne untergeht: Familie Mann in Sanary“ ist ein interessanter Roman über die Familie Mann des in Berlin lebenden Autors, Journalisten, Kunsthistorikers und Kurators Florian Illies.

Die Handlung beginnt im Februar 1933 in München im Hause der Familie Mann. Thomas und Katja brechen zu Vorträgen in Amsterdam, Brüssel und Paris auf und wollen im Anschluß zur Erholung nach Arosa in die Schweiz.

Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie nicht, dass sich ihre Rückkehr um Monate verzögern wird, da Thomas Mann wegen der Nationalsozialisten nicht nach Deutschland zurückkehren kann. Er lebt – wie viele andere deutsche Intellektuelle – mit seiner Familie im Exil in Sanary-sur-Mer in Frankreich. Im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich, der das Leben im Süden genießt, zieht es ihn zurück nach München.

Ich habe schon einige Bücher über die Familie Mann gelesen und dennoch in diesem wieder ganz neue Seiten dieser außergewöhnlichen Familie kennengelernt. Sicherlich lag dies nicht nur an der außergewöhnlichen Situation, sondern auch daran, dass Florian Illies ausgiebig recherchiert hat, wobei er unveröffentlichte Dokumente, Tagebücher Golo Manns und Menschen mit viel Hintergrundwissen als Grundlage für seinen Roman zugrunde gelegt hat.

Der Autor erweckt hier die Familie Mann zum Leben. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten innerhalb der Familie sind klar und authentisch gezeichnet. Es ist kein trockenes Sachbuch, sondern eine Biografie über das Leben einer Familie mit ihren ganz besonderen Eigenheiten, in der die Atmosphäre dieser ungewöhnlichen und schwierigen Situation ebenso durchkommt wie der damalige Zeitgeist.

Am Ende rundet Florian Illies sein Buch gelungen damit ab, wie es für die einzelnen Personen nach dem Sommer in Sanary weitergeht. Außerdem gibt es einen übersichtlichen Stammbaum der Manns und einen Überblick über die Sommergäste in Sanary.

Mich hat das Buch gefesselt und ausgesprochen gut unterhalten.

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Familie Mann im Exil
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Es gibt immer drei Seiten

The Final Wife von Jenny Blackhurst

„The Final Wife“ ist ein spannender Thriller der in England lebenden Autorin Jenny Blackhurst.

Detective Rebecca Dance wird wegen einer häuslichen Messerstecherei mitten in der Nacht von ihrem Kollegen angerufen. Am Tatort - einem luxuriösen Cottage in den Cotswolds - findet sie den erstochenen Schönheitschirurgen Luke Whitney und neben ihm blutüberströmt seine Frau Anna, die die Tat direkt gesteht.

Nachdem Rebecca feststellt, dass Anna keine Einzelheiten zur Tat weiß, kommen ihr Zweifel an deren Schuld. Zudem stellt sich heraus, dass Luke ein Lügner und Betrüger war, der die Menschen nach belieben manipuliert.

Der Schreibstil von Jenny Blackhurst lässt sich wie gewohnt leicht und flüssig lesen. Die Spannung baut sich schnell auf, da Rebeccas Zweifel an Annas Unschuld schlüssig klingen.
Die Handlung wird größtenteils im Wechsel aus der Ich-Perspektive von Anna, Rebecca und Rose – Lukes Exfrau – erzählt. Durch die Perspektivwechsel bekommt man ein umfassendes Bild von den Charakteren, Einblicke in ihr Innerstes, ihre Gefühle, Gedanken und den Ereignissen in ihrer Vergangenheit.
Rebeccas Herangehensweise gefiel mir, da sie nichts einfach hinnimmt. Sie stellt auch das Offensichtliche erst einmal in Frage, ist sehr selbstbewusst und bietet damit einen gelungenen Kontrast zu den beiden anderen Protagonistinnen. Dies wird vor allem durch viele Details aus ihrem Privatleben deutlich, die ich allerdings nicht zwingend gebraucht hätte.

"Und wie man weiß, gibt es immer drei Seiten. Seine, meine und die Wahrheit".
Dieser Satz von Anna ist so treffend für die gesamte Story. Ich habe durchgehend herumgerätselt was hier wahr sein könnte. Auch wenn ich letztendlich nicht alles schlüssig fand, hat mich das Buch durch die Perspektivwechsel gefesselt und mit seinen überraschenden Wendungen ausgesprochen gut unterhalten.

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Es gibt immer drei Seiten
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Kurioses rund um die deutsche Sprache – sehr unterhaltsam

Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache von Jenny Blackhurst

„Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache“ ist ein unterhaltsames und liebevoll gestaltetes Buch rund um die deutsche Sprache.

Mir war schon klar, dass unsere Sprache keineswegs einfach zu erlernen ist, aber ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, wie kurios ihre Eigenheiten sind.

Hier wurden 135 Besonderheiten zusammengetragen und ich habe wirklich gestaunt.

Von 300.000 bis 500.000 Wörtern verwenden wir gerade einmal 12.000 bis 16.000 aktiv. Das ist schon ein enormer Unterschied und irgendwie auch schade.
Es werden z.B. vom Aussterben bedrohte, veraltete, unglaublich lange, doppelt gemoppelte Wörter, Abkürzungen, Schreibweisen, Homofone, Palindrome und vieles mehr thematisiert. Ich habe gestaunt und mich amüsiert. Unsere Sprache hat wirklich so einiges zu bieten.

Das Buch ist aber nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ein kleines Highlight. Jede einzelne Seite wurde individuell und liebevoll gestaltet.

Wer sich gerne mit Sprache beschäftigt, wird sicherlich Spaß an diesem Buch haben.

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Kurioses rund um die deutsche Sprache – sehr unterhaltsam
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Genial erzählt

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser

In ihrem Roman „Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ berichtet die in Wien lebende Autorin Vea Kaiser vom Aufstieg und Fall einer jungen Frau.

Bereits im Prolog wird klar, wie sich die Ereignisse um die Protagonistin Angelika Moser entwickeln. Dieser startet nämlich damit, dass die Autorin Angelika im Gefängnis besucht, um mehr über ihr Leben zu erfahren und wie es soweit kommen konnte.

Angelika Moser arbeitet als Buchhalterin in Wien im Hotel Frohner. Sie kommt aus einfachen Verhältnissen, liebt das Leben und Partys. Um dies zu finanzieren beginnt sie Rechnungen zu manipulieren. Nachdem sie ein Kind bekommt, dem sie ein gutes Leben bieten möchte, ufern ihre Betrügereien immer weiter aus.

Obwohl von vornherein klar ist wohin die Handlung führt, habe ich das Leben von Angelika gespannt verfolgt. Sie ist eine schwierige Persönlichkeit, so richtig sympathisch fand ich sie nicht, obwohl sie durchaus auch liebenswerte Seiten hatte. Die übrigen Charaktere werden - wie auch Angelika - sehr authentisch und facettenreich dargestellt.

Das Leben von Angelika Moser wird mit all seinen Höhen und Tiefen dargestellt. Sie steht vor Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt und es ist spannend mitzuerleben, wie sie versucht diese zu meistern und wie sich ihre moralischen Grenzen nach und nach immer weiter verschieben.

Der Schreibstil von Vea Kaiser ist brillant und es macht Spaß ihren Ausführungen zu folgen. Wien und das Hotel bieten ein tolles Setting und ich hatte die Handlungsorte direkt vor Augen. Die Dialoge stecken voller Wiener Schmäh wodurch die Atmosphäre direkt bei mir ankam.

Insgesamt ist es ein unterhaltsamer Roman mit viel Wiener Flair und einer interessanten Protagonistin, den ich gerne gelesen habe.

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Genial erzählt
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Hier wird Reiselust geweckt

Reisehandbuch Europa mit dem Zug von Cindy Ruch; Reisedepeschen

Das „Reisehandbuch Europa mit dem Zug“ bietet viele inspirierende Ideen und abwechslungsreiche Routen, die Reiselust wecken.

Zunächst gibt es Informationen was vor der Reise zu beachten ist, was insbesondere dann hilfreich ist, wenn man seine erste Tour plant.

Im Anschluß findet man in kurzen Kapitel die wichtigsten Informationen für die Länder Europas.

Diese sind immer gleich aufgebaut. Es gibt Details über Fakten zu dem jeweiligen Land, Lieblingsstrecken, Streckennetz, Züge, Preise und Fahrkarten, Anreise, Bahnlektüre, Streckeninfos und Stationen.
Zudem enthält jedes Kapitel eine kleine Karte, die für Orientierung sorgt und es gibt Fotos, die einen Eindruck des jeweiligen Ziels vermitteln und für die entsprechende Atmosphäre sorgen.

Ich finde das Buch rundum gelungen. Es macht Lust darauf Europa mit der Bahn zu erleben und schon das Planen macht einfach Spaß.

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Hier wird Reiselust geweckt
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Gelungene Fortsetzung

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 2) von Lisa Graf

„Lindt & Sprüngli: Zwei Rivalen, ein Traum“ ist nach „Lindt & Sprüngli: Zwei Familien, eine Leidenschaft“ der zweite Band der Lindt & Sprüngli Saga der Autorin Lisa Graf.

Während es im ersten Band hauptsächlich um Familie Sprüngli ging, tritt nun auch die Familie Lindt in den Vordergrund.

Man kann den Roman ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle trotzdem die Reihenfolge einzuhalten, da sich so die Entwicklung der Charaktere und des Geschäfts besser nachvollziehen lässt.

Die Handlung beginnt 1863 in Bern. Rudolf Lindt ist zu diesem Zeitpunkt gerade einmal acht Jahre alt und das älteste Kind der Familie Lindt. Er ist verträumt und ruhig, die Schule fällt ihm schwer, so dass sich seine Eltern entsprechend sorgen.
In einem zweiten Erzählstrang, der 1868 in Zürich startet, dreht sich alles um die Familie Sprüngli. Rudolph Sprüngli ist bereits 21 Jahre und sehr zielstrebig und ehrgeizig.

Die Ereignisse werden im Wechsel aus verschiedenen Perspektiven aus beiden Familien erzählt. Dadurch erhält man schnell einen guten Einblick in die damalige Zeit.

Der Schreibstil von Lisa Graf ist sehr lebendig und steckt voller Details, so dass ich alles direkt vor Augen hatte. Das Leben der beiden Familien ist ausgesprochen interessant und ich habe es gerne verfolgt. Da die Schokoladenherstellung eng mit dem Leben der beiden Familien verwoben ist, wurden interessante Fakten über die Herstellung von Schokolade geschickt mit der Handlung verbunden. Zudem bin ich auch mehrfach auf bekannte Namen aus der Welt der Schokolade gestoßen, was mich sehr gefreut hat. Es ist zu spüren, dass die Autorin ausgiebig recherchiert haben muss.

Am Ende befindet sich eine Liste der wichtigsten Personen, das ich zu Beginn des Lesens gerne genutzt habe, da der Name Rudolf einfach sehr häufig vorkommt.

Passend abgerundet wird das Buch durch ein Rezept einer „Mousse au Chocolat“ im vorderen Innencover.

Diesen zweiten Teil der Trilogie habe ich ebenso gerne gelesen wie den vorherigen und bin nun schon sehr gespannt wie es im dritten zwischen den Familien Sprüngli und Lindt weitergeht.

Ich kann diese Reihe Schokoladenliebhabern und Lesern historischer Familiensagas nur empfehlen.

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Gelungene Fortsetzung
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Komplex & tiefgründig

Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos

„Die Spur der Vertrauten“ ist ein dystopischer Roman der Autorin Christelle Dabos.

Claire und Goliath leben in einer Welt, in dem Individualität verboten ist. Alles ist dem WIR untergeordnet. Die Menschen werden durch verschiedene Instinkte geleitet, die immer der Allgemeinheit dienen. Wer sich nicht unterordnet oder keinen Instinkt besitzt, lebt gefährlich.

Die Handlung wird im Wechsel aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt. Meist sind es die Protagonisten Goliath und Claire, aber auch andere Charaktere, die ich nicht direkt zuordnen konnte, berichten. Mir fiel es schwer Zugang zu den Charakteren zu finden, sie wirkten auf mich kalt und distanziert. Dies wiederum passte zu einer Gesellschaft, in der alle nur automatisiert ihre Instinkte ausleben.

Unklar blieb für mich in welcher Zeit die Handlung angesiedelt ist. Zwischendurch gab es kleine Hinweise, die allerdings nicht stringent waren. Im Grunde ist das bei einem Fantasy-Roman egal. Da ich mich allerdings in der durchaus spannenden Handlung ein wenig verloren fühlte, hätte ich gerne etwas Greifbares gehabt.

Es ist ein forderndes Buch, das Konzentration benötigt, da zahlreiche Fragen aufgeworfen werden und es einige Zeit dauert, bis man Antworten bekommt. Dass es sich hier um ein Jugendbuch ab 14 Jahren handelt, erscheint mir fragwürdig. Es mag sie geben, aber ich kenne nicht viele 14-jährige, die Spaß an so einem komplexen Buch haben.

Ich muss gestehen, dass ich froh war als ich das Buch beendet hatte. Was zurückbleibt ist aber durchaus positiv. Es regt zum Nachdenken über Individualität, Allgemeinwohl, Gesellschaftssysteme, Kontrolle, Vertrauen, Widerspruch und Freundschaft an. Von daher hat sich das Lesen für mich trotz einiger Kritikpunkte gelohnt.

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Komplex & tiefgründig