Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Mondtaube:
Der Alltag vieler Frauen
Kim Jiyoung, geboren 1982 von Nam-joo Cho
Kim Jiyoung, eine junge Frau, glücklich verheiratet und Mutter einer jungen Tochter. Man könnte glauben, ihr Leben wäre perfekt. Doch als sich bei ihr Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung zeigen, zerbricht dieses perfekte Scheinbild in Scherben.
Am Anfang der Geschichte werden wir direkt in eine Situation geworfen, in welcher wir das Ausmaß der gespaltenen Persönlichkeiten von Kim Jiyoung miterleben.
Daraufhin beginnt erst die eigentliche Geschichte, in welcher wir das komplette Leben der Protagonistin, von Kindheit an, miterleben dürfen. Denn wie konnte es überhaupt erst so weit kommen?
Auf die, in der Inhaltsangabe angegebenen, verschiedenen Persönlichkeiten von Kim Jiyoung wurde in dem Buch, abgesehen vom Anfang, nur noch einmal ganz kurz am Schluss eingegangen. Wer sich also aufgrund dieses Themas für das Buch interessieren sollte, wird eventuell von dem Inhalt enttäuscht sein.
Anfangs dachte ich mir, dass dieses Thema aufgrund dessen, dass es anscheinend keine größere Rolle in dem Roman einnimmt, überflüssig wäre. Um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr wurde mir jedoch bewusst, wie passend es ist. Das Kim Jiyoung sich als mehr als eine Person sieht, kann nämlich sinnbildlich dafür gesehen werden, dass es sich hierbei nicht nur um die Geschichte einer Frau handelt, sondern um die Geschichte tausender verschiedener Frauen. Ebenfalls sehr passend dafür ist auch das Buchcover selbst, auf dem eine Gesichtslose Frau zu sehen ist. Denn die eigentlichen Themen des Buchs sind Belästigung, Misogynie und die Diskriminierung von Frauen in unserer Gesellschaft. Themen, welche leider zum Alltag von Frauen überall auf unserer Welt gehören.
Trotz der Thematik möchte die Geschichte nicht mit besonders tragischen Momenten schockieren, sondern nur den normalen Alltag einer jungen Frau zeigen. Obwohl die Geschichte in Südkorea spielt und dort die Problematik noch größer zu sein scheint, als zum Beispiel in Deutschland, findet man dennoch erschreckend viele Parallelen.
So liest man zum Beispiel von einigen Momenten im Leben von Kim Jiyoung, in denen sie aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und belästigt wird. Das erschreckende daran ist jedoch nicht, dass diese Vorfälle passieren. Das erschreckende ist, dass einem als Leser diese Vorfälle fast schon normal vorkommen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wirklich jeder Leserin einige Situationen aus diesem Buch (egal ob selbst erlebt oder von anderen mitbekommen), sehr bekannt vorkommen werden.
Sehr gut gefallen hatte mir auch, dass man während des Lesens immer wieder kleine Anmerkungen finden konnte. Durch diese wurde noch einmal genauer, zum Beispiel durch das Erwähnen von Studien, auf die angesprochene Thematik eingegangen. Dadurch wurde noch mehr verdeutlicht, dass dieses Buch nicht einfach nur ein Buch ist, sondern sich genau solche Geschichten tagtäglich in unserem Leben wiederfinden.
Fazit:
Anhand der Geschichte von Kim Jiyoung wird aufgezeigt, mit welchen Situationen tagtäglich tausende von Frauen zu kämpfen haben. Besonders die Selbstverständlichkeit und Normalität, mit welcher die Geschichte erzählt wird, schafft es zu berühren. Das Buch regt zum Nachdenken und vergleichen mit selbst erlebten Situationen im eigenen Leben an.
Ob das Buch einem selbst gefallen wird, kommt darauf an, warum man es lesen möchte. Das heißt, wer sich vor allem wegen der gespaltenen Persönlichkeit von Kim Jiyoung für das Buch interessieren sollte, wird vollkommen enttäuscht werden. Wer sich jedoch mit Feminismus auseinandersetzt und mehr über die alltägliche Diskriminierung von Frauen erfahren möchte, wird gefallen an diesem Buch finden.
Abwechslung in meinem Alltag
50 Tage mit Yoga von Nam-joo Cho
Ich hatte, als ich mir die Karten zugelegt hatte, zwar bereits ein paar Erfahrungen mit Yoga, es jedoch nie geschafft, Yoga wirklich konstant in meinen Alltag zu integrieren.
Was die Karten betrifft, war ich Anfangs etwas skeptisch, aber die Mischung aus Yoga Übungen und Wissen gefällt mir wirklich gut.
Die Übungen werden immer durch einen kurzen Text und einer kleinen Zeichnung auf den Karten dargestellt. So widmet sich also jede Karte einer anderen Yoga Figur.
Besonders die Zeichnungen hatten mit sehr gut geholfen, einen ersten Eindruck von der jeweiligen Übung zu bekommen. Durch die kurzen, jedoch detaillierten Beschreibungen schafft man es zudem auch als Anfänger, die Übung richtig auszuführen (wobei ein erster Yoga Kurs dennoch immer hilfreich ist. Denn dadurch hat man einen Ansprechpartner, welchen die Karten verständlicherweise nicht bieten können).
Neben den Yoga Figuren gibt es auch noch einen Wissensanteil. Dabei handelt es sich um Karten, welche interessante Informationen über Yoga, so wie auch zur Selbstliebe beinhalten.
Da es sich hierbei jedoch größtenteils um ein Kartenset mit Yoga Übungen handelt, findet man von diesen Karten deutlich weniger. Dennoch bringen sie eine schöne Abwechslung in das Kartenset.
Neben den illustrierten Übungen zu den passenden Texten, findet man auch ansonsten immer wieder schöne Illustrationen auf den Karten. Auch die Rückseiten der Karten wurden sehr kreativ gestaltet. Dabei ist das Motiv nicht gleichbleibend, insgesamt wirkt das Kartenset aber dennoch farblich sehr gut aufeinander abgestimmt.
Am liebsten verwende ich die Karten mittlerweile übrigens, um mir selbst ein kleines Yoga Programm zusammenzustellen.
Dafür nehme ich mir nur die Karten, welche die Yoga-Figuren beinhalten, in einen Stapel und mische diesen gut durch. Daraufhin stelle ich mit einem Timer, der mit anzeigt, wie lange ich eine jeweilige Übung ausführen möchte. Nun ziehe ich einfach nur eine Karte vom Stapel, führe die Übung aus bis mein Timer erklingt, ziehe mir eine neue Karte usw.
Auf diesen Weg ist der Ablauf meiner Übungen immer abwechslungsreich.
Ich würde mir wirklich wünschen, wenn in Zukunft auch noch solche Karten für Workouts herauskommen würden. Denn so einfach ist es selten, sich immer wieder abwechslungsreiche Abfolgen zu überlegen.
Fazit:
Die Karten bieten einen sehr schönen Einstieg in das Thema Yoga. Die einzelnen Figuren werden gut beschrieben, was die dazu passenden Zeichnungen noch unterstreichen. Besonders gut geeignet empfinde ich die Karten jedoch vor allem, wenn man sich selbst sein Yoga Programm zusammenstellen möchte. Denn das gelingt mit den Karten sowohl schnell, einfach, als auch abwechslungsreich.
Ich hatte etwas anderes erwartet
Ich und der Andere von Jürgen Kaizik
Das Leben als Musiker, die Stimmung der 60er Jahre und Drogenkonsum. Auch wenn ich nicht viel über die Band „The Doors“ weiß und mich auch mit Jim Morrison selbst nicht gut auskenne, hatte mich die Thematik des Buchs direkt angesprochen.
Durch Inhaltsangabe und Leseprobe bin ich davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen Roman über Jim Morrison handeln wird.
Jedoch handelt dieses Buch nicht ausschließlich von diesem, sondern auch von „dem anderen“.
Dabei handelt es sich um einen Dichter, welcher sehr stark an Hölderlin, welcher mehrere Jahrhunderte vor Morrison geboren wurde, angelehnt wurde. Man versuchte damit anscheinend eine weitere Quelle der Inspiration für Jim Morrison in die Geschichte einzubringen und eine interessante Bindung der Charaktere aufzubauen. Für mich hattet das jedoch nicht funktioniert und ich hätte einen Roman, welcher sich nur mit Jim Morrison beschäftigt, wesentlich interessanter empfunden.
Wie man es von Romanen über berühmte Persönlichkeiten kennt, gibt es jedoch auch hier viele biografische Elemente. Jene empfand ich als besonders interessant, leider gingen diese Jedoch in der Menge von geschilderten Gedankengängen unter.
Oft hatte ich das Gefühl, dass der Inhalt von 5 Seiten auch genauso gut auf ein bis zwei Seiten Platz gefunden hätte.
Durch all diese Abschweifungen konnte ich mich auch nie richtig in die Geschichte einfinden. Eher hatte ich mich so gefühlt, als ob ich die Geschehnisse nur durch einen Schleier hinweg beobachtet hätte.
Der Schreibstil des Autors erschwert das Lesen zudem noch mehr. Denn hier bekommt man einen verschachtelten Satz nach dem anderen zu lesen. Unter den Sätzen befinden sich zwar wahrhaftige Schätze, die wirklich zum Nachdenken anregen. Leider gehen jedoch genau solche schönen Sätze regelrecht unter, wenn jeder Satz Überlänge hat.
Dazu kommt auch noch, dass das Buch zwar Absätze hat, aber nicht in Kapitel unterteilt wurde. Dadurch weiß man am Anfang eines neuen Absatzes oft nicht direkt, ob die Handlung an derselben Stelle, oder einer ganz anderen weitergeht.
Fazit:
Insgesamt bin ich leider sehr enttäuscht von dem Buch, obwohl ich die Geschichte von Morrison sehr interessant fand. Leider gerät diese jedoch durch viele verschachtelte Sätze und philosophische Ausschweifungen zu sehr in den Hintergrund.
Falls Interesse an dem Buch vorhanden ist, würde ich empfehlen, zuerst die Leseprobe lesen. Dabei sollte man sich jedoch bewusst sein, dass das Buch nicht erst nach der Leseprobe richtig in Fahrt kommen wird (wie ich es zuerst vermutet hatte), sondern genau so weitergeht.
Ein Weihnachtsfest voller Wunder
Das Wunder von R. von Francesca Cavallo
Mit einer fünfköpfigen Familie in eine neue Stadt zu ziehen ist nicht einfach. Vor allem dann nicht, wenn der Umzug ganz plötzlich ansteht und es auch noch kurz vor Heiligabend ist.
Wie wird ein Weihnachtsfest, in einer noch unbekannten Stadt, in welcher man niemanden kennt und wo selbst die eigene Wohnung noch fremd ist, wohl sein? Können in einer solch kurzen Zeit bereits neue Freundschaften entstehen und was haben eigentlich 10 kleine Elfen mit der ganzen Geschichte zu tun?
Dieses Buch hatte mich vollkommen überrascht und das in einem positiven Sinn.
Angefangen hatte das schon vor der eigentlichen Geschichte, bei dem im Buch enthaltenen Vorwort.
In diesem berichtet die Autorin davon, wie sie selbst in ihrer Kindheit Weihnachtsgeschichten erlebt hatte und wie sehr sie sich wünschen würde, dass es in diesen mehr Vielfalt geben würde. Genau ein solches Buch hat sie mit „Das Wunder von R“ geschaffen. Eine Geschichte über eine ganz normale Familie, bei welcher die Kinder jedoch zwei weibliche Elternteile haben. Dabei steht die Sexualität der Eltern niemals im Vordergrund, diese ist ganz nebensächlich für die eigentliche Geschichte. Als eine Frau, die bis jetzt selbst nur Beziehungen mit anderen Frauen eingegangen ist, ist mir hierbei etwas das Herz aufgegangen. Denn hier wird mit einer Normalität mit dem Thema umgegangen, die wir noch viel öfter zu lesen/sehen bekommen sollten. Genau so sollte Liebe immer sein – etwas komplett normales.
Worum geht es nun aber in der eigentlichen Geschichte?
Auch wenn das Buch durchweg sehr Kindgerecht ist, scheut es sich nicht davor, wichtige Themen anzusprechen. Denn so geht es hier nicht ausschließlich um den Zauber von Weihnachten, sondern auch um den Aufbau von Vertrauen, das Kennenlernen neuer Freunde, das Loslassen von Gewohnheiten und darüber, über seinen eigenen Schatten zu springen. Zudem vermittelt die Geschichte, dass es nicht immer gut ist, sich zurückzuziehen und man offen neuem Gegenüber sein sollte.
Das alles wird in einer zuckersüßen Weihnachtsgeschichte verpackt, welche voller Magie steckt und regelrecht zum Träumen einlädt. Hier wurde wirklich eine gute Mischung aus einer Geschichte geschaffen, welche zum Nachdenken anregt und dennoch ein absolut wohliges Gefühl vermittelt.
Unterstrichen wird die weihnachtliche Stimmung von wunderschönen Illustrationen von Verena Wugeditsch. Diese passen immer gut zu dem geschriebenen Text und machen es dem Leser noch einfacher, in die Geschichte einzutauchen.
Fazit:
Diese Weihnachtsgeschichte schafft es, sowohl eine ganz festliche Stimmung zu verbreiten, als auch gute Werte zu vermittelt und zum Nachdenken anzuregen. Dabei ist „Das Wunder von R“ viel mehr, als nur ein Kinderbuch, denn viel eher ist es ein Buch für die ganze Familie, aus welchem jeder etwas lernen kann.
Eine magische Freundschaft
Das Zauber-Rentier - Weihnachten mit Sternenglanz von Bentley Sue
Ein neues Land, eine neue Sprache, eine neue Schule. Darias Leben hat sich durch den Umzug ihrer Familie Grund auf verändert und es fällt ihr alles andere als leicht, mit diesen Veränderungen glücklich zu sein. Oft fühlt sie sich einsam, denn neue Freunde zu finden ist nicht einfach, immerhin fallen Freunde nicht vom Himmel.
Zumindest ist das so, bis sie plötzlich einem wunderschönen Rentier gegenüber steht. Wo kommt es her? Was möchte es von Daria und was hat das alles mit Weihnachten zu tun?
Bei „Das Zauber-Rentier“ handelt es sich um eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte, welche nicht nur ein liebevolles Rentier zu bieten hat, sondern auch allerhand gute Werte vermittelt.
Der Schreibstil ist dabei sehr einfach und gut verständlich gehalten, so, dass das Buch auch perfekt für Leseeinsteiger geeignet ist.
Die Protagonistin der Geschichte, Daria, wirkt durchweg sehr sympathisch und authentisch, so, dass junge Mädchen sich gut mit ihr identifizieren können.
Die Geschichte selbst erzählt von Freundschaft, kleinen Missgeschicken, Unsicherheit, Zusammenhalt und Vertrauen. Trotzdem fantastischen Anteil werden hier Gedanken und Situationen angesprochen, die jeder wohl in seinem Leben schon so ähnlich erleben konnte. Es geht nicht um die materiellen Aspekte von Weihnachten, sondern vor allem darum, Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem etwas bedeuten und um Zusammenhalt.
Fazit:
Die Geschichte um Daria und das Rentier Stternenglanz ist durchweg gut gelungen und beinhaltet sowohl lustige, nachdenkliche, als auch spannende Momente. Hierbei handelt es sich um ein absolutes Wohlfühlbuch, welches gute Werte vermittelt, gut für Leseeinsteiger (oder ein gemeinsames Lesen mit der Familie) geeignet ist und eine wohlig, weihnachtliche Stimmung vermittelt.
Die Geschichte der Hexen
Geheimnisse der Hexen von Légère Julie; Whyte Elsa
Hexen sind mehr als nur Märchengestalten, sie existieren seit Jahrhunderten und leben auch heute noch unter uns. Doch woher stammen ihre Ursprünge? Was ist ihre Geschichte? Woran glauben sie? und wie kam es überhaupt zu den verklärten Ansichten der Hexen in unseren Medien?
Der größte Teil von Elisa Whytes und Julie Légères „Geheimnisse der Hexerei“ befasst sich mit der Geschichte der Hexen.
Dabei spricht das Buch die, für Hexen wichtigsten, geschichtlichen Ereignisse, in einer chronologischen Reihenfolge, an.
Da das Buch nur eine Anzahl von 80 Seiten hat, wurden diese Ereignisse natürlich sehr kurz zusammengefasst. Dennoch reichen die Informationen vollkommen aus, um einen Überblick zu bekommen.
Zwischen den ganzen Informationen findet man gelegentlich auch, aus der ich Perspektive geschriebene, Porträts. In diesen erzählen eine Göttin, mehrere Hexen und einige, für die Geschichte der Hexerei wichtigen, Persönlichkeiten über ihre Leben. Diese Darstellungen bieten Abwechslung zu dem restlichen Text und lockern das Buch noch etwas mehr auf.
Abgesehen davon findet auch die Darstellung von Hexen in Märchen und modernen Medien Erwähnung.
Der zweite Teil des Buches, der etwas knapper ausgefallen ist, befasst sich damit, wie man selbst magisch tätig werden kann. Darin finden sich zum Beispiel Informationen über Heilpflanzen, Edelsteine und das Pendeln.
Dieser Teil hatte mich wesentlich weniger begeistern können, denn hier merkt man dem Buch deutlich die geringe Seitenzahl an.
So wird zum Beispiel erwähnt, dass die gängigste Methode um Edelsteine zu reinigen, die ist, diese mehrere Stunden in Quellwasser zu legen. Dabei wird jedoch nicht erwähnt, dass man dies nicht bei allen Edelsteinen machen sollte, da einige davon Schaden nehmen können.
Ebenfalls wird zum Beispiel mehrmals im Buch Wicca erwähnt, aber eine richtige Erklärung, was Wicca überhaupt ist, findet man nicht (denn nicht jede Hexe ist eine Wicca). Allgemein fehlt dem Buch eine Beschreibung von verschiedenen Arten von Hexen. Ebenfalls hätte man durchaus erwähnen können, dass es nicht ausschließlich weibliche, sondern auch männliche Hexen gibt.
An anderen Stellen wurden wiederum Fehlinformationen verbreitet. So wird zum Beispiel behauptet, dass ein selbst erdachter Hexenname eine essenzielle Voraussetzung wäre, um ein Buch der Schatten zu führen.
Hier hätte ich es wirklich schöner empfunden, wenn man sich rein auf das Theme der Geschichte der Hexen konzentriert hätte, dafür jedoch an manchen Stellen noch etwas ausführlicher geworden wäre. So hätte man zum Beispiel auch Platz dafür gefunden, als es darum ging, dass das Christentum einige Bräuche übernommen hat, diese zu erwähnen und zu vergleichen (was wirklich interessant ist).
Die Informationen über das Praktizieren sind natürlich eine gute Idee, jedoch ist die Seitenzahl für beide Themen einfach zu knapp.
Das merkt man vor allem an der letzten Seite, wo man das Gefühl hat, dass das Buch einfach abgeschnitten wurde. Ein Schlusswort am Ende sucht man vergeblich.
Nun kommen wir aber endlich zum Highlight des Buches, die Zeichnungen von Laura Pérez. Bei diesen merkt man regelrecht, dass sie nicht einfach im Vorfeld, sondern direkt zu den Texten angefertigt wurden. Jede einzelne Seite wird mit den, perfekt zum geschriebenen passenden, Bildern großartig untermalt. Abgesehen davon sind die Zeichnung auch einfach wundervoll anzusehen und versprühen eine magische Atmosphäre. Alleine schon durch diese Zeichnungen ist das Buch etwas ganz besonderes und definitiv mehr als nur einen Blick wert.
Fazit:
Wenn man sich für die Zeichnungen von Laura Pérez begeistern kann und eine kompakte Zusammenfassung der Geschichte der Hexerei möchte, wird man mit diesem Buch sehr zufrieden sein.
Falls man jedoch als Junghexe Informationen zum eigenem Praktizieren haben möchte, wird der Inhalt dafür ungenügend sein.
Zudem ist das Buch definitiv kein Kinderbuch, auch wenn es bei manchen Anbietern als ein solches bezeichnet wird.
Zum Abschluss ein Zitat aus dem Buch:
"Und denk immer daran, dass du ein Teil der Natur bist."
Finde den Fehler in deiner Realität…
Kaleidra - Wer das Dunkel ruft (Band 1) von Kira Licht
Neben der Schule und den Plänen für ihre Zukunft, versucht Emilia vor allem so viel Zeit wie möglich mit ihren beiden besten Freunden zu verbringen. Immerhin steht sie kurz vor ihrem Abschluss und die Zeit, welche sie gemeinsam verbringen können, wird danach viel geringer werden. Doch komplett unerwartet, öffnet sich Emilia eine komplett neue, nie erträumte Zukunft.
Gefangen zwischen Überwältigung und Unglauben versucht sie, mit samt all den neuen Erkenntnissen, ihren Weg zu finden.
Direkt am Anfang der Geschichte werden wir mitten in den Alltag unserer Protagonistin, Emilia, geworfen. Somit bekommen wir sehr schnell ein gutes Gefühl für ihre Lebensart. Wie man es von Büchern aus dem Urban-Fantasy Genre kennt, dauert es auch hier nicht lange, bis sich die Magie in der Welt offenbart. Hier kommt es dem Leser auch wirklich zugute, dass all die übernatürlichen Ereignisse für Emilia selbst ebenfalls komplett neu sind. Denn besonders am Anfang des Buches werden wir mit sehr vielen neuen Informationen überhäuft, welche jedoch auch das Interesse an der Geschichte selbst immer größer werden lassen.
Insgesamt sind die fantastischen Aspekte und Ideen in Kaleidra, welche sich sehr mit Alchemie, Geschichte, Biologie und dem Zusammenspiel verschiedener Elemente befassen, sehr originell und interessant.
Die verschiedenen Charaktere, welche wir im Laufe der Geschichte kennenlernen, wurden durchweg interessant beschrieben. Natürlich wird man nicht jeden mögen, aber da alle Charaktere ihre ganz besonderen Eigenarten haben, wird für jeden ein Lieblingscharakter mit dabei sein.
Emilia selbst, welche als Protagonistin wohl für den Leser der wichtigste Charakter ist, wirkt sehr authentisch und sympathisch. Dennoch entspricht ihre Rolle in dem Buch durchaus dem Klischee des ganz normalen Mädchens, welches in ein Abenteuer stolpert, plötzlich große Kräfte erlangt und eine große Wichtigkeit in der Geschichte einnimmt.
Jedoch ist dies bei Kaleidra keinesfalls störend. Durch Emilias sympathischen Charakter, die detailreich ausgearbeiteten Nebencharaktere und die interessante Welt kann man darüber wunderbar hinwegsehen.
Neben einer originellen Welt und interessanten Charakteren kann das Buch auch mit emotionalen und spannenden Momenten überzeugen. Es gab in der Geschichte zwar durchaus Situationen, welche etwas vorhersehbar waren, aber wiederum auch viele, die komplett unerwartet auf den Leser zukommen.
Fazit:
Kaleidra konnte mich vollkommen überzeugen. Die Welt hat so sehr mein Interesse geweckt, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte und es jetzt definitiv zu einem meinen Jahresfavoriten gehört.
Wer sich für Alchemie, Geheimnisse und Elemente interessiert, oder wer einfach nur Interesse an einer originellen Urban-Fantasy Geschichte hat, wird mit dem Buch definitiv Freude haben können.
Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass das Buch ebenfalls Lesern gefallen wird, welche „Das Erbe der Macht“ von Andreas Suchanek, „City of Bones“ von Cassandra Clare und/oder den Comic „Blackbird“ von Sam Humphries und Jen Bartel mögen. Dennoch geht Kaleidra natürlich seine komplett eigenen Wege.
Finde den Zugang zu dieser Geschichte und die Magie wird dir gehören!
Zwischen den Klängen der Gefühle
One Last Song von Nicole Böhm
Riley hat einen großen Traum, sie möchte singen und das nicht nur für sich alleine, sondern auf der Bühne.
Doch dieser Traum ist alles andere, als einfach zu erreichen. Ihre Zeit in New York läuft ab, für Gesangsunterricht fehlt ihr das Geld und das Verlieren ihres Jobs lässt die schlechten Aussichten nicht besser werden.
Doch Riley ist niemand, der einfach aufgibt, sie ist eine Kämpferin.
Das hier war mein erster New Adult Roman. Die Autorin, Nicole Böhm, kannte ich bereits von den Seelenwächtern. Diese Reihe hatte mich, obwohl ich sie objektiv betrachtet gut fand, dennoch nicht überzeugen können, da ich einfach mit den Charakteren nicht warum wurde. Um so gespannter war ich jetzt also, wie mir dieses Buch gefallen würde.
Direkt am Anfang des Buchs wird man schon in das Geschehen hinein geworfen. So lernt man sehr schnell das Leben unserer Protagonistin, Riley, kennen. Dabei bleibt Riley jedoch nicht die einzige Hauptperson, denn das Buch bietet uns immer wieder abwechselnde Kapitel zwischen ihr und Julian, unserem männlichen Protagonisten.
Da sich beide Charaktere in sehr unterschiedlichen Lebenslagen befinden, sind beide Sichtweisen sehr interessant. Abgesehen davon bekommen wir so nicht nur einen wundervollen Einblick in das Gefühlsleben der Charaktere, sondern lernen auch die verschiedensten Personen, aus deren Umfeld kennen.
Was die Charaktere betrifft, so wirken diese größtenteils sehr natürlich, was sie direkt noch viel sympathischer macht. Denn hier ist niemand durchweg perfekt, jeder hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, was sehr natürlich wirkt.
Die Entwicklung der Beziehung, welche im Laufe der Geschichte entstehen wird, geht sehr langsam vor sich, Gefühle entwickeln sich also nicht von einem Moment auf den anderen, sondern in einem Tempo, dass einen sehr realistischen Eindruck vermittelt.
Ebenfalls ist das Buch nicht voll mit erotischen Szenen, sondern lebt vor allem von den zwischenmenschlichen Gefühlen.
Auch wenn es einige spannenden Momente gibt, so handelt es sich hierbei vor allem um eine ruhige und sehr emotionale Geschichte, welche perfekt zum Abschalten ist.
Das Setting, welches in New York angesiedelt ist, und sich größtenteils in einer Musical und Schauspiel Akademie befindet, ist sehr interessant. Wenn man weiß, dass die Autorin selbst an einer solchen Akademie in New York eine Ausbildung absolviert hatte, ist dieser Aspekt direkt noch viel interessanter. Nicole Böhm scheint hier viel von ihren eigenen Eindrücken aus dieser Zeit mit eingebracht zu haben. Zum Beispiel hatte sie einmal auf Instagram erwähnt, dass sie in ihrer Zeit in New York nicht einmal dazu kam, sich die Brooklyn Bridge anzusehen und eine ähnliche Szene gibt es auch im Buch.
Eventuell sind es gerade diese persönlichen Erfahrungen, die das Buch so rund wirken lassen.
Fazit:
Insgesamt hatte ich mich beim Lesen der Geschichte sehr wohlgefühlt. Als großer Musical Fan hatte ich zudem sehr viel Spaß an den ganzen Erwähnungen, die immer Mal wieder vorkommen.
Die Geschichte ist fesselnd, vollgepackt mit sympathischen Charakteren und bietet eine sehr schöne, langsam aufgebaute, Liebesgeschichte. Wenn man ein Buch sucht, bei dem man einfach Mal etwas abschalten kann, liegt man mit diesem definitiv richtig.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, was der zweite Band zu bieten hat.
Eine gute Idee auf zu wenigen Seiten
Das Perchtenerbe von Birgit Arnold
Criste hat es alles andere als einfach im Leben. Das Geld in ihrer Familie ist knapp und der Winter ist hart. Das einzige, was ihr eine Festigkeit im Leben zu geben scheint, ist ihr Glaube, ihr Glaube an Frau Percht. Doch dieser Glaube geht immer mehr in der Welt verloren, was Criste vor allem dann zu spüren bekommt, als selbst ihre eigene Mutter einen alten Brauch missachtet.
Am Anfang der Geschichte war ich noch sehr begeistert von der dichten Atmosphäre und der winterlichen Stimmung, die der Schreibstil vermittelt hatte. Ich hatte erwartet, eine interessante und spannende Geschichte über alte Bräuche und Legenden zu bekommen. Leider hatte sich jedoch diese dichte Atmosphäre sehr schnell in Wortwiederholungen und nicht nachvollziehbaren Handlungen der Protagonisten verloren.
Besonders die Gefühlsgebungen und Reaktionen der Protagonisten erschienen mir an vielen Stellen sehr unbegreiflich. Einerseits erfahren die Charaktere zwar schwere Schicksalsschläge, andererseits wird auf diese nur sehr schnell und emotionslos eingegangen.
Natürlich kann man auf gerade einmal 150 Seiten die Charaktere nicht perfekt ausarbeiten, aber alleine deshalb hätten dem Buch ein paar Seiten mehr gutgetan.
So kamen mir die Charaktere im Buch leider oft sehr kalt und fremd vor, einige Entscheidungen wirkten gar unbegreiflich auf mich.
Ein sehr großes Thema in der Geschichte ist, wie der Alte Glaube, durch den der christlichen Kirche, langsam vertrieben wurde. Dies ist ein sehr interessantes Thema, aber auch dieses Thema hätte durchaus besser ausgearbeitet werden können.
Hier hätte ich es schön gefunden, wenn man mehr über die alten Bräuche erfahren hätte und auch darüber, wie die Kirche einige der alten Bräuche für sich selbst übernommen hatte. Zwar wurde das zuletzt benannte Thema einmal kurz in Bezug auf den Drei Königs Tag angesprochen, jedoch war dies die einzige Erwähnung davon.
Auch von Frau Percht und den verschiedenen Welten, in welchen sie sich bewegt, habe ich das Gefühl, nur sehr wenig erfahren zu haben. Denn obwohl die Geschichte genau von dem Thema der Perchten handelt, wird das gesamte Thema nur viel zu knapp behandelt. Nach dem Lesen blieben sehr viele Fragen und der Wunsch, mich mehr mit dem Thema zu befassen, in mir zurück.
Die Rahmenhandlung dient leider auch nur Mittel zum Zweck. Von der Inhaltsangabe her ging ich aus, dass Marie die Protagonistin der Geschichte sein wird, jedoch befasst sich das Buch nur am Anfang und Ende kurz mit ihr. Somit bleibt Marie selbst regelrecht eine fremde, über die wir fast nichts erfahren.
Die eigentliche Geschichte ist die Erzählung von Criste (weshalb ich in der Zusammenfassung am Anfang der Rezension auch nur auf sie eingegangen bin) und Frau Percht. Diese hätte keine weitere Handlung gebraucht, sondern wahrscheinlich noch besser funktioniert, wenn man die Seiten für diese zusätzliche Rahmenhandlung ebenfalls genutzt hätte, um diese Erzählung weiter auszubauen.
Fazit:
Das Buch hat sehr viel Potenzial, welches jedoch nicht komplett genutzt wurde. Leider merkt man dem Buch deutlich seine geringe Seitenzahl an, denn die Charaktere hätten durchaus mehr Tiefe gebracht und auch der Einblick in die alten Bäuche fand leider zu wenig Raum. Insgesamt ist die Geschichte ein düsteres Märchen, welches man gerne lesen wird, falls man so etwas mag, welches man wohl aber auch nicht mehr als einmal zur Hand nehmen wird.
Ein ganz neuer Blick auf unsere Bäume
Uralte Weisheiten der Bäume. Was Bäume über unser Leben verraten von Liz Marvin
Bäume sind interessant und vielfältig. Sie bieten uns die Luft, die wir zum Atmen brauchen, kommen mit den unterschiedlichsten Lebensbedingungen klar und haben, jede Baumart für sich, ganz individuelle Eigenschaften. Einige dieser positiven Eigenschaften werden uns hier näher gebracht und das auf eine Art, durch welche auch wir selbst ganz viel für unser eigenes Leben ziehen können.
Bevor es mit dem eigentlichen Inhalt losgeht, bekommen wir zuerst eine kurze Einführung zu Lesen. In dieser wird sehr gut beschrieben, was wir auf den nächsten Seiten erwarten dürfen.
Nach der Einführung geht es auch schon direkt mit dem ersten Baum los. Das Buch ist nämlich so aufgeteilt, dass sich jede Doppelseite, die wir aufschlagen, mit einem neuen Baum beschäftigt.
Links bekommen wir eine Abbildung des Baumes, welche von Annie Davidson illustriert wurde, zu sehen und rechts gibt es kurze Informationen zum Baum. Bei den Informationen wurde sich vorrangig auf eine einzige, besonders positive, Eigenschaft, des jeweiligen Baumes, konzentriert. Dennoch werden auch oft zusätzlich Dinge, wie der Lebensraum des Baumes, angesprochen. Somit hat man das Gefühl, trotz des kurzen Textes, einen guten Überblick über die Bäume zu bekommen.
Dass sich vorrangig auf eine einzige Eigenschaft konzentriert wird, hat vor allem damit zu tun, dass es sich dabei um Eigenschaften handelt, welche man auch sehr gut auf das eigene Leben übertragen kann. Was genau der Baum uns mit seinem Handeln erklären kann, wird in den Texten auch jedes Mal gut erklärt. Dadurch lernt man nicht nur Wissenswertes über Bäume, sondern auch einiges für das eigene Leben. Das Buch schafft es, einen zum Nachdenken anzuregen und hinterlässt dennoch ein sehr wohliges und positives Gefühl nach dem Lesen.
Am Endes Buches findet man noch, mit den dazu passenden Abbildungen, eine Übersicht aller, im Buch enthaltener, Bäume. So findet man auch schnell die passende Seite, falls man einen bestimmten Baum nachschlagen möchte.
Fazit:
Das Buch verbindet Informationen über Bäume mit Informationen, die einem selbst im Leben voranbringen. Man darf es nicht mit einem Lexikon vergleichen, es ist mehr ein Geschenkbuch, das kurze Informationen vermittelt und dabei auf jeder Seite positive Gefühle hervorruft. Wer genau so etwas sucht, wird mit dem Buch viel Freude haben.











