Im Detail
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Inhalt
Kurztext
Ein Roman über eine große Lebensliebe und die Geister, die niemand ruft und die einen trotzdem begleiten
Textauszug
Es war August, Mo und ich verbrachten die letzten Tage der Ferien im Freibad, eingehüllt in den Geruch von Sonnenmilch, Mückenspray und Pommes. Eine müde flimmernde Augusthitze, alles hatte leicht verwaschene Konturen, alles außer Mo. Als hätte der Sommer selbst verstanden, dass nichts außer Mo wirklich wichtig war. Ihr ernstes Gesicht, das immer ein bisschen so aussah, als würde sie gerade ein Rätsel lösen. Ihre schwarzen Haare, die im Wind flatterten.
Sobald wir unsere Handtücher ausgebreitet hatten, begann Mo zu lesen. Sie saß mit gekreuzten Beinen auf ihrem Handtuch und las ein Buch nach dem anderen. Sie las, wenn ich schwimmen ging, sie las, wenn ich zu unserem Platz zurückkehrte. Sie las, wenn wir aßen. Tag für Tag saß sie in ihrem riesigen T-Shirt neben mir auf ihrem Handtuch und las. Sie trug eine Schirmmütze und eine riesige Sonnenbrille mit einem rosa Plastikrahmen, und sobald ich aus dem Wasser kam, schob sie mir, ohne vom Buch aufzusehen, die Tube mit Sonnencreme hin.
»Wasserfest!«, sagte ich jedes Mal und tippte auf den Schriftzug.
Ich cremte mich ein, dann legte ich mich auf mein Handtuch und las Stephen King. Manchmal summte Mo beim Lesen leise vor sich hin, als wäre ihr Geist mit einer Beschäftigung nie ganz ausgelastet. Wir redeten kaum, aber nebeneinander im freundlichen Tumult des Freibades zu lesen, fühlte sich an, als würden wir uns unterhalten. Alle anderen in unserer Klasse waren in den Urlaub gefahren, aber ich war davon überzeugt, dass niemand so schöne Ferien verbrachte wie Mo und ich.
Hauptbeschreibung
Ein Sommer zwischen Plattenbau und Freibad. Während andere verreisen, teilen die zwölfjährige Henri und ihre beste Freundin Mo eine Tube Sonnenmilch und tauschen heimlich Blicke. Mit einer Erlaubnis für die Erwachsenenabteilung der Bücherei tragen sie stapelweise Bücher nach Hause, Mo liest Kafka, Henri liest Stephen King. Aus Nachmittagen in stiller Vertrautheit auf der Liegewiese oder dem Hochhausdach wird in den kommenden Sommern eine Liebe, die sie beide trägt, während anderes wankt und bricht. Denn Henris Vater macht ihnen Sorgen. Eigentlich ist er lustig und fürsorglich - er, der Swing tanzende Polizist, der morgens seine Depeche-Mode-Kassette hört und Henri durch die Haare wuschelt. Nun verhält er sich rätselhaft, verwüstet den eigenen Schrebergarten, irgendetwas hat ihn im Griff. Henri flieht in die Euphorie der ersten großen Liebe - und sie schreibt. Geschichten voller Geister, um Worte dafür zu finden, was mit der Familie passiert. Und um den Vater zu retten.
Palastplatte ist ein intensiver, kluger und zutiefst berührender Roman über die Liebe und die Geister, die niemand ruft und die einen trotzdem begleiten.
Ausgezeichnet als Jugendbuch des Monats Juni 2026 von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur
Einer von 30 Kandidaten für die Hotlist 2026!
Autor*in
Mara Floren wuchs in den 1980ern am Rand einer westdeutschen Kleinstadt auf. Sie arbeitet seit über zehn Jahren an deutschen Theatern in verschiedenen Rollen hinter der Bühne und widmet sich dem Schreiben.
Stichworte
Plattenbau | Sommer | Sommerroman | Freibad | Sonne | psychische Krankheit | Ferien | Coming-of-age | queer | Liebe | Liebesgeschichte | Erwachsenwerden | Schrebergarten | Familie | Teenager | erste Liebe | Verlieben | Lebensthemen | Depression
Buchdetails
| Titel: | Palastplatte |
| Verlag: | Schöffling |
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
| Sprache: | Deutsch |
| 224 Seiten | |
| 22 mm x 134 mm | |
| ISBN-13: | 978-3-690-97020-4 |
Produktsicherheit
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